Die Wirtschaftswunderfrauen
Die 50er Jahre erscheinen im Rückblick als Zeit der Restauration, Stagnation und der
kleinbürgerlichen Idylle, gepaart mit unbedingtem Aufstiegswillen und Wohlstandsstreben.
Insbesondere die Frauen erfuhren nach dem Ende des Krieges eine neue Rollenzuweisung. Die Männer
waren aus dem Krieg zurückgekehrt, die Frauen, die während des Krieges selbständig für sich und
ihre Kinder gesorgt hatten, wurden nun in die Hausfrauenrolle zurückgedrängt. Hausarbeit war bis
zum Ersten Weltkrieg insbesondere in bürgerlichen Familien weitgehend bezahlte Erwerbsarbeit – nun
wurde sie zum Liebesdienst erklärt. Aus der Hausherrin wie aus dem Dienstmädchen wurde eine
Hausfrau.
Die dienende Haltung, die Frauen ihren Männern nun entgegenbrachten und die von Ratgebern und
Frauenzeitschriften gefördert und eingefordert wurde, basierte auch auf der wirtschaftlichen
Abhängigkeit der Frauen, die noch dazu rechtlich festgeschrieben war: bis zur Familienrechtsreform
1975 galt in Österreich der Mann als Familienoberhaupt. Wollte eine verheiratete Frau einer
bezahlten Erwerbstätigkeit nachgehen, musste sie sich von ihrem Ehemann die Erlaubnis dazu erteilen
lassen: die Frau war „… nur dann berechtigt, erwerbstätig zu sein, soweit das mit ihren Pflichten
in Ehe und Familie vereinbar ist". Ein eigenes Konto für die berufstätige Ehefrau einzurichten,
über ihre Einkünfte auch verfügen zu dürfen (!), bedurfte der Unterschrift ihres Ehemannes.
Wie richteten sich die Frauen der 50er Jahre in dieser Rolle ein? Wie gestalteten sie ihr
Leben und das ihrer Familie? Und welche Wertvorstellungen gaben sie an ihre Töchter weiter?
Die Ausstellung
FEMININE FIFTIES. Die Wirtschaftswunderfrauen. im
WAGNER:WERK Museum Postsparkasse zeigt im Großen Kassensaal anhand von ca. 200
ausgewählten Objekten die Welt der 50er-Jahre-Frauen. Zu sehen sind u.a. eine Originalküche sowie
ein Wohnzimmer aus den 50er Jahren, Dekorationsgegenstände – Keramikfiguren und Keramikwandmasken
der Firma Keramos - Wiener Kunstkeramik und Porzellanmanufaktur – sowie Alltagsgegenstände, Mode,
Fotos, Broschüren aller Art, Kinoprogramme, Autogrammkarten und Frauenzeitschriften.
Ausstellungsdauer: 13. April bis 22. Mai 2010
Wo: WAGNER:WERK Museum Postsparkasse der BAWAG P.S.K., Großer Kassensaal, Georg
Coch-Platz 2, 1018 Wien
www.ottowagner.com
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