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	<title>WIENER &#187; Groebchen</title>
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		<title>Amerika, so what?</title>
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		<pubDate>Mon, 02 May 2011 06:00:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Groebchen</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/05/Groebchen_neu.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-21752" title="Groebchen_neu" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/05/Groebchen_neu-140x300.jpg" alt="" width="140" height="300" /></a>„Was das Scheitern betrifft: auf diesem Gebiet sind wir geradezu  exemplarische Experten“. Wer solche Sätze sagt, ist á priori  grundsympathisch. Denn natürlich ist das Scheitern per se weit  spannender als der Sieg. Zumindest aus meinem Blickwinkel.  Ausgesprochen, mit unendlicher Abgeklärtheit und Gelassenheit formuliert  hat diesen Satz Oliver Welter, Sänger, Gitarrist und Frontmann der  österreichischen Band <a title="wiener-online: Naked Lunch" href="http://www.wiener-online.at/2011/04/naked-lunch-cd-prasentation-mit-robert-stadlober/">Naked Lunch</a>.</p>
<p>Kennern der hiesigen Szene muss man diese Formation nicht  näherbringen. Das Naked Lunch-Personal besteht heute aus Welter, Sänger  und Bassist Herwig „Fuzzman“ Zamernik, dem Elektronik-Spezialisten und  Multi-Instrumentalisten Stefan Deisenberger und dem Schlagzeuger Alex  Jedzionsky. Seit dem Erstlingsalbum „Naked“, erschienen anno 1991, und  dem letzten Album „This Atom Heart of Ours“ (das 2007 auch den Off-Hit  „Military of the Heart“ enthielt) haben unzählige Hochs und Tiefs den  Kern der Gruppe nicht unangetastet gelassen: nur Oliver Welter war bei  der Gründung der Band mit an Bord. Danach und dazwischen forderten  Alkohol, Depressionen, kommerzielle Perspektivlosigkeit und  zwischenmenschliche Reibereien ihren Tribut.</p>
<p>Immer wieder schafften es Naked Lunch, „Superstardom“ – so der Titel  eines beim Major Polygram erschienenen Albums von 1997 – quasi in  Griffweite zu haben. Immer wieder aber zerrann ihnen der Traum unter der  Hand. Aufnahmesessions in London und New York mit Grössen wie Alain  Moulder (Smashing Pumpkins, U2), grosse Pläne und teure Videos wurden  konterkariert von verwüsteten Hotelzimmern, Verhaftungen und Verlust von  Plattenfirma, Management und Booking-Agentur. Erst mit dem  tieftraurigen Album „Songs For The Exhausted“ (sic!) zog man sich im  neuen Jahrtausend an den eigenen Haaren aus dem Sumpf. Einmal mehr.</p>
<p>Naked Lunch kommen aus Klagenfurt. Liegt schon Wien nicht an den  Schnittachsen des internationalen Pop-Business, kann man bei diesem  Provinznest gleich ein Kreuz schlagen. Oder auch nicht: denn das  Stadttheater Klagenfurt wagt aktuell, was auch in grösseren Metropolen  nicht alltäglich ist – die Vermählung von Popkultur mit Klassikern der  Literatur. Im Zug des Einhundert-Jahr-Jubiläums der Bühne bat man den  Künstler Bernd Liepold-Mosser um eine Interpretation von Frank Kafkas  „Amerika“. Der wiederum holte umgehend die Alternative Rock-Kollegen  dazu. Auch eine Oper („Ecce Homo“) ist schon in Planung. Und dass  „Amerika“ zeitgleich als Mini-Album erscheint, darf als kleines Wunder  bezeichnet werden. Man hatte mich vor Welter, Zamernik &amp; Co.  gewarnt: schwierig, schwierig. Die brauchen immer eine Ewigkeit, bis was  weitergeht. Aber es geht was weiter. Zudem: ist das Leben eine Frage  von Quantitäten oder Qualitäten?</p>
<p>Gestatten Sie mir also einen höchstpersönlichen Fingerzeig (der  zugleich eine Werbeeinschaltung ist, weil ich mich ab sofort intensiver  um die Burschen kümmere): intimere, berührendere, stimmigere Klänge habe  ich in diesem Jahr noch nicht vernommen. Es ist noch jung. Aber  „Amerika“ wird schön alt werden in meinem CD-Player.</p>
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		<title>The Angst And The Amen</title>
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		<pubDate>Fri, 22 Apr 2011 06:00:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Groebchen</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Neulich war ich auf einer Pressekonferenz. Zum „Popfest Wien“. Da sassen weit mehr (zumeist junge, oft sehr  junge) Damen und Herren herum, als der Veranstalter antizipiert hatt&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2011/04/the-angst-and-the-amen/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/04/Groebchen_neu.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-21176" title="Groebchen_neu" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/04/Groebchen_neu-140x300.jpg" alt="" width="140" height="300" /></a>Neulich war ich auf einer Pressekonferenz. Zum „Popfest Wien“. Da sassen weit mehr (zumeist junge, oft sehr  junge) Damen und Herren herum, als der Veranstalter antizipiert hatte.  Die Kaffeekannen war rasch leer, Nachschub blieb aus. Grundsätzlich  erfreulich, ein solcher Andrang. Grundsätzlich erstaunlich aber auch:  nach einer etwas länglichen Präsentation eines pracht- und prallvollen  Programms gab es keine Fragen mehr. Weder an den Kurator. Noch an die  Veranstalter. Auch nicht an den Kulturstadtrat. Bis sich dann doch ein  Journalist aufraffte und nach dem Stellenwert der elektronischen Musik  im Festival-Kontext fragte. Und weithin eine launige Anmerkung  hängenblieb: jemand hätte eine Stinkbomben-Attacke angekündigt. Wer?  Was? Warum? Dann wieder Schweigen. Stummes Kopfnicken. Geschäftig gute  Laune allseits. Brot &amp; Spiele, aber keine Fragen. Keine Kritik. Kein  Widerspruch.</p>
<p>Während ich diese Zeilen in die Maschine hämmere, feiern Medien wie  „Der Spiegel“, „Die Zeit“ oder „Die Welt“ – Blätter, die nicht nur in  Deutschland die Welt bedeuten, sondern auch hierzulande – das neue Album  von<a title="wiener-online: Ja, Panik" href="http://www.wiener-online.at/2010/01/sound-of-protest/"> Ja, Panik</a> ab.  Von “Spex” und anderen Zentralorganen fortgeschrittenen  Musikverständnisses ganz zu schweigen. Zurecht: Andreas Spechtl und  seine Mitstreiter haben sich ungeniert selbst ermächtigt, die alten  Granden des deutschsprachigen Diskurs-Pop vom Thron zu stossen. Für eine  „hiesige“ Band eine beachtliche Leistung (auch wenn man auf dem besten  Weg ist, sich vom notorischen Provinzdasein nachhaltig zu lösen). Live  wird man Ja, Panik am 7. Mai am Karlsplatz in Aktion erleben dürfen. Sie  werden beim „Popfest Wien“ ihr aktuelles, viertes Werk “DMD KIU LIDT”  präsentieren. Ein definitiver Höhepunkt des Konzertreigens, soviel lässt  sich risikolos vorab prognostizieren.</p>
<p>“DMD KIU LIDT” –  der kryptische Name steht für “Die Manifestation  des Kapitalismus in unserem Leben ist die Traurigkeit”, zugleich ist es  der Titel des 23minütigen Schlußstücks – ist ein einziges Vexierspiel.  Ein Stakkato aus Zitaten, Anspielungen, Fangfragen und bruchstückhaften  Antworten. Einmal mehr ein absichtsvoll verrätseltes, wunderbar  labyrinthisches Manifest.  Laut <a title="wiener-online: Spechtl im Interview" href="http://www.wiener-online.at/2010/01/sound-of-protest/">Mastermind Spechtl</a> sind es “Langeweile und Verbitterung”, die Ja,  Panik antreiben. Zu ergänzen wären: Ironie, Altklugheit, Ernst  (eventuell: Todernst)  und künstlerische Getriebenheit, die als Ziel  aller Anstrengungen Gelassenheit fixiert.</p>
<p>Ein gefundenes Fressen für Musikjournalisten also, die sich an einer  intellektuellen Steilvorlage abarbeiten können.  Ja, müssen: denn sich  dem Diskurs zu verweigern und das Album zu ignorieren, würde ja  bedeuten, sich aus dem Kanon der Kollegenschar auszuklinken.  Leichterhand auf die das Gewerbe determinierende Deutungshoheit zu  verzichten. Und eventuell das nächste, grosse Ding zu verpassen. Oder,  um den CD-Ankündigungstext auf <a href="http://www.amazon.de/DMD-KIU-LIDT-Ja-Panik/dp/B004L88M8Y">amazon.de</a> zu zitieren: „Das eigenständigste, poetischste, ja modernste  Rock’n’Roll-Album, an dem sich die deutsche Sprache jemals beteiligen  durfte.“</p>
<p>Aber hallo! Während ich diese Zeilen in die Maschine hämmere, habe  ich noch nicht viel mehr gehört von “DMD KIU LIDT” als die gratis  downloadbare Single “Trouble” <em>[u.a. <a title="WIENER Office Playlist" href="http://bene.com/bueromoebel/bene-office.playlist-17-by-wiener/" target="_blank">hier anhören</a> - Anm.]</em> Und Album-Bruchstücke, die mir FM4 auf dem Radio-Präsentierteller  serviert. In der Tat: ein schon bei flüchtigem Hinhören aufreizend  radikales, gewitztes, verstörendes Werk. Auch im „Alternative  Mainstream“ liegt derlei quer wie ein Walter Benjamin-<a title="www.woz.ch" href="http://www.woz.ch/artikel/rss/20599.html">Verweis</a> in einem locker-flockigen Gratis-Printprodukt. Ich werde mir also das  vierte Ja, Panik-Album besorgen. Wie schon die Vorgängeralben der  burgenländischen, von Wien nach Berlin exilierten Band. Wer könnte sich  dem Alle mal herhören!-Imperativ des versammelten deutschsprachigen  Feuilletons widersetzen?</p>
<p>Was mir aber aufstösst (und auch Spechtl &amp; Co. nicht nur Freude  bereiten dürfte): es mischt sich keine kritische Stimme in den Diskurs.  Bislang ist mir keine auch nur ansatzweise negative Rezension, keine  seziermesserscharfe Analyse, kein Contra aufgefallen, das das einmütigen  Hurra! der Pro-Fraktion konterkarieren würde. Ein Opus wie “DMD KIU  LIDT” schreit aber förmlich nach Widerspruch. Nach intellektueller und  emotionaler Reibung. Nach einer persönlichen Bewertung, die sich nicht  in opportunistischer Copy &amp; Paste-Meinungsfindung erschöpfen kann.  Auch wenn sie letztlich positiv, ja hymnisch ausfällt. Oder, ganz im  Gegenteil, aggressiv am dunkel glänzenden Lack des Ja, Panik-Konzepts  und seiner Umsetzung kratzt. Gehen die Damen und Herren Kritiker  schnurstracks in die Dialektik-Fallen, die Spechtl und seine Mitstreiter  so konsequent auslegen? Und das p.t. Publikum folgt, dem Zug des  Rattenfängers aus Hameln gleich, pfeifend hintnach? Diskurs-Shangri La,  here we come! Die Manifestation des Journalismus in unserem Leben ist  die Gleichgeschaltetheit.</p>
<p>Verstehen Sie mich nicht falsch: es ist eine der nobelsten Aufgaben  des Musikkritikers, Interesse zu wecken. Wichtiges von Unwichtigem zu  trennen. Und Einordnungen zu ermöglichen. Die persönliche Urteilsfindung  bleibt aber dem Hörer überlassen. Sofern es gelingt, den Impuls zu  setzen und den Wunsch nach unbedingter höchstpersönlicher <a title="ZIB21: Ja, Panik" href="http://www.zib21.com/16552/ebelau/ja-panik-befindlichkeit-ist-die-neue-politik/">Urteilsfindung</a> auch auszulösen. Für Künstler ist das die härteste Übung überhaupt:  trotz (oder gerade wegen) der vielen Vorschußlorbeeren des Feuilletons  auch adäquate Relevanz und nachhaltige Aufmerksamkeit beim Publikum zu  erreichen. Respekt: Ja, Panik sind auf dem besten Weg dazu.</p>
<p>Zu “DMD KIU LIDT” eine eigene, individuelle, nicht durch die  Musikpresse vorformatierte Meinung zu formulieren wird dennoch nicht  leicht fallen, auch ohne überzogene Demut vor <a href="http://www.spiegel.de/kultur/musik/0,1518,756335,00.html">“Spiegel”</a> und <a href="http://www.spex.de/2011/01/03/neues-album-von-ja-panik-im-april-musik/">„Spex“</a>.  Es gilt, den eigenen Sinnen zu trauen. Gehirn, Ohren, Solar Plexus auf  Empfang zu schalten. Wohl ganz im Sinn der Band. Ich geh’ jetzt mal los,  mir das neue Ja, Panik-Album besorgen.</p>
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		<title>Rock&#8217;n Roll 2.0</title>
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		<pubDate>Fri, 04 Mar 2011 06:59:51 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[„Das Sein bestimmt das Bewusstsein“: Den alten Karl Marx kann man ohne Umstände auch auf hedonistische Lebensund Lifestyle-Entwürfe anwenden. Natürlich gilt der Merksatz auc&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2011/03/rockn-roll-2-0/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/03/Groebchen_neu.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-13510" title="Groebchen_neu" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/03/Groebchen_neu-140x300.jpg" alt="" width="140" height="300" /></a>„Das Sein bestimmt das Bewusstsein“: Den alten Karl Marx kann man ohne Umstände auch auf hedonistische Lebensund Lifestyle-Entwürfe anwenden. Natürlich gilt der Merksatz auch vice versa: das Bewusstsein bestimmt das Sein. Wie anders ließe es sich sonst erklären, dass nicht gerade wenige Pappenheimer – Sie sind da selbstverständlich eine löbliche Ausnahme, oder? – Musik aus–schließlich via Computer-Tower oder Laptop hören (was per se noch kein Problem wäre). Und die datenreduzierte MP3- Soße auch noch aus den bordeigenen Miniatur- Lautsprechern erschallen lassen. Das Höchste der Gefühle sind drollige Plastik-„PC-Boxen“ samt dröhnendem Subwoofer unterm Schreibtisch. Man möchte den „Musikfans“ zurufen: Leute, so geht das nicht! Aber eventuell sind sie ja schwerhörig. Denn wer einmal, sagen wir, „A Love Supreme“ von John Coltrane oder „We Want War“ von These New Puritans über eine ordentliche Stereo- Anlage erlebt hat, wird nie wieder das Kinderzimmer-Szenario als vollwertigen Genuss akzeptieren.</p>
<h4>Empfehlenswert: das Apple-TV-Kästchen</h4>
<p>Sollten Sie schon eine Anlage daheim stehen haben, aber nur zu faul sein, Strippen vom PC quer durchs Zimmer zum Verstärker zu ziehen, holen Sie sich das neue <a title="Apple TV" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Apple_TV" target="_blank">„Apple TV“</a>-Kästchen in den Haushalt. Ich missbrauche es zumeist als Audio- Übertrager, das (noch überschaubare) Online-Video-Angebot in Verbindung mit dem Flachbildfernseher ist nur eine <a title="Apple TV" href="http://www.apple.com/de/appletv/?aosid=p204&amp;siteid=1503186&amp;program_id=2554&amp;cid=OAS-EMEA-AFF&amp;tduid=76dc8933887ee05199d810aa3eebbdca" target="_blank">hübsche Zugabe</a>. Apple hat nachgerüstet und das Betriebssystem iOS aufgebohrt; damit werden alle iPhones und das iPad in Kombination mit dem Streaming-Gegenstück zur ultimativ eleganten Miniatur-Musiktruhe. Die Stereoanlage der Zukunft, pardon, Gegenwart kennt keine Chinch-Kabel mehr. Und auch keine Extra-Fernbedienung. Natürlich ist’s, wie bei Apple üblich, nur im geschlossenen System („iTunes“ &amp; „Air- Play“) zu betreiben und hat für audiophile Gemüter noch reichlich Luft nach oben.</p>
<h4>Klangwelten gewinnen an Raffinesse</h4>
<p>Wenn Sie aber der drahtlosen Zukunftsmusik 2.0 generell misstrauen, dennoch ein Fingerzeig: investieren Sie ein paar Euro in eine anständige Soundkarte oder einen hochwertigen externen Digital- Analog-Wandler! Die Klangwelten aus dem Computer gewinnen drastisch an Raffinesse. Neben meinem Apple iMac hat z.B. seit einigen Wochen eine kleine, feine Anlage von <a title="Peachtree" href="http://www.peachtree-audio.de/nova.html" target="_blank">Peachtree Audio</a> (Verstärker <a title="Nova" href="http://www.peachtree-audio.de/downloads/peachtree-nova_einsnull-test.pdf" target="_blank">„Nova“</a> + <a title="Boxentest" href="http://www.tomsnetworking.de/content/tests/j2009a/test_peachtree_audio_nova/page4.html" target="_blank">DS 4.5-Boxen</a>) Platz gefunden. Obwohl – oder gerade weil – dieses audiophile Design-Kästchen auch über eine Röhre verfügt und so dem digitalen Musikfluss warme Obertöne hinzufügen kann, ist es die Qualität der eingebauten D/A-Wandler, die die MP3- Kollektion auf der Festplatte so richtig zum Klingen und Swingen bringt. Der <a title="Fairaudio.de: Test" href="http://www.fairaudio.de/test/vollverstaerker/2009/test-bericht-verstaerker-wandler-dac-peachtree-nova-1.html" target="_blank">Peachtree</a> hat nicht nur je zwei koaxiale und optische Digitaleingänge, sondern auch eine USB-Buchse. Einfacher geht es nicht mehr. Wie meinte doch einst John Lennon: „I always liked simple rock.“</p>
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		<title>Karl mit Karl-Heinz</title>
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		<pubDate>Wed, 23 Feb 2011 20:01:14 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Ich fürchte, Peter Alexander wird es verhindern. Der  Lordsiegelbewahrer der „guten, alten Zeit“ – die gar so gut nicht war,  ausser es gelingt, das unendliche Leid einer Ära des Fa&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2011/02/karl-mit-karl-heinz/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/02/christoph_lollo.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-13092" title="Christoph &amp; Lollo" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/02/christoph_lollo-300x165.jpg" alt="Christoph &amp; Lollo" width="300" height="165" /></a>Ich fürchte, <a title="wiener-online: Peter Alexander" href="http://www.wiener-online.at/2011/02/peter-alexander-1926-2011/">Peter Alexander</a> wird es verhindern. Der  Lordsiegelbewahrer der „guten, alten Zeit“ – die gar so gut nicht war,  ausser es gelingt, das unendliche Leid einer Ära des Faschismus, eines  Weltkriegs und eines Genozids zumindest partiell durch eine heile  Schlagerwelt zu ersetzen (und, ja, das gelang in diesem Land nicht  wenigen) – wirkt noch über seinen Tod hinaus. Peter Alexander dominiert  zum Zeitpunkt der Niederschrift dieser Zeilen die Charts. Absehbar. Und  auf „YouTube“ schauen sich massenhaft verwunderte Jugendliche und  nostalgietrunkene Erwachsene Ausschnitte aus Heimatfilmen und TV-Shows  der achtziger Jahre an. Ein letzter Gruss eines Entertainers, der in  seinen letzten Lebensjahren von den Umbrüchen  der Medien- und Musikwelt  partout nichts mehr wissen wollte. Und von persönlichen  Schicksalsschlägen gezeichnet war. Er ruhe in Frieden.</p>
<p>Was aber wird Peter Alexander selig verhindern? Oder auch nicht?  Eher: zweiteres. Mittel- bis langfristig nämlich: den Einbruch der  Realität in die ewige Hitparade des Eskapismus. Unter all die David  Guettas, Andrea Bergs und trackscheissenden „Helden von morgen“, die  eventuell heute schon wieder von gestern sind, könnten sich verstörende  Elemente mischen. Solche, die mit Gitarre, Computer und Mundwerk  unbequeme Wahrheiten verkünden. Solche, die ernsthafte Anliegen haben  und gesellschaftliche Probleme beim Namen nennen. Solche, die dem  Alternative-Streichelzoo von FM4 zugerechnet werden, sich plötzlich aber  auch in den „Ö3 Austria Top 40“ breit machen. <a title="Die Presse: Christoph &amp; Lollo" href="http://diepresse.com/home/leben/events/635890/2-Maerz_Christoph-Lollo-entschuldigen-sich" target="_blank">„Tschuldigung“</a> für die Störung sagen etwa Christoph &amp; Lollo.</p>
<p>Auf ihrem neuen, sechsten Album haben sich die ehemaligen notorischen  „Schispringerlieder“-Macher einem breiteren Themenspektrum zugewandt.  Etwa dem „Karl-Heinz“. Das bitterböse Liedlein über den ehemaligen  Finanzminister der Republik, der mittlerweile als Steuersünder enttarnt  ist, ist schon seit dem Jahr 2009 ein Hit. Auf „YouTube“ wurde das <a href="http://www.youtube.com/watch?v=95Y-ezDYs7A">Video</a> über dreihunderttausendmal abgerufen. Und auf Facebook hat eine <a title="Facebook Initiative" href="http://www.facebook.com/karlheinz.platzeins" target="_blank">Initiative</a> webaffiner <a title="Helge Fahrnberger" href="http://www.helge.at/" target="_blank">Aktivisten</a> dazu aufgerufen, „Karl-Heinz“ nunmehr an die Spitze der offiziellen Charts zu hieven.</p>
<p>In Zeiten blutiger, Web 2.0-getriebener Volksaufstände ein vergleichsweise harmloses <a title="Grassersongs" href="http://fm4.orf.at/stories/1674863/" target="_blank">Unterfangen</a>,  seinem Ärger Luft zu machen. Würde aber „Karl-Heinz“ auch nur ein  einziges Mal auf Ö3 laufen – die Comedy-Abteilung des Senders ist ja  auch nicht gerade unlustig unterwegs –, wären gröbere Irritationen im  Parlament und in den hiesigen Parteizentralen nicht auszuschliessen. Mit  entsprechender Folgewirkung.</p>
<p>Natürlich gilt auch für Karl-Heinz G. die Unschuldsvermutung. Noch  viel mehr gilt aber die Unmutsverschuldung: der eitle Feschak ist zur  Symbolfigur einer saturierten, korrupten,  schlaumeierischen   Nomenklatura  geworden, das das Vertrauen in Öszerreichs Politik und  Justiz systematisch unterminiert, wenn nicht vielfach endgültig ruiniert  hat. Wenn nun die Popkultur dieses Landes – von <a title="wiener-online: Supernackte Lesung" href="http://www.wiener-online.at/2011/01/supernackte-lesung/">Kabarettisten</a> über Bänkelsänger bis zu Hobby-Filmplakat-Gestaltern (Stichwort: <a title="Grassermovies" href="http://www.grassermovies.com/" target="_blank">#grassermovies</a>)  – antritt, das schiefe Bild wieder geradezurücken, darf das als  notwendiges kultur- und realpolitisches Statement gewertet werden. Als  täglicher Protestsongcontest. Als staatsbürgerliche Notwehrmassnahme.</p>
<p>Der Karl mit „Karl-Heinz“ ist so gesehen bitterer Ernst. Und trotzdem  ein Spass. Der eventuell sogar klammheimlich Peter Alexander gefallen  hätte.</p>
<h4>P.S.: Stichtag für die Charts ist der 25. Februar.</h4>
<p>Es reicht schon, „Karl-Heinz“ als einzelnen Song von <a href="http://itunes.apple.com/at/preorder/tschuldigung/id413255118" target="_blank">iTunes</a> oder <a title="Amazon" href="http://www.amazon.de/gp/product/B004LENYCM/ref=s9_simh_gw_p340_d0_i1?pf_rd_m=A3JWKAKR8XB7XF&amp;pf_rd_s=center-1&amp;pf_rd_r=12CJMEW5ZXBKPJ25X2NK&amp;pf_rd_t=101&amp;pf_rd_p=463375193&amp;pf_rd_i=301128" target="_blank">Amazon</a> runterzuladen, um Christoph &amp; Lollo die Chance zu geben, einen echten Schlager zu landen. Punktgenau.</p>
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		<pubDate>Sun, 20 Feb 2011 14:14:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Groebchen</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wir erinnern uns: Wolfgang Lorenz, Egghead der ORF-Unterhaltung, wurde symbolisch abgewatscht,  weil er der Jugend empfahl, sich gefälligst nicht „im Scheiss-Internet  zu ver&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2011/02/protestsongcontest/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/02/Groebchen_neu.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-12706" title="Groebchen_neu" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/02/Groebchen_neu-140x300.jpg" alt="" width="140" height="300" /></a>Wir erinnern uns: Wolfgang Lorenz, Egghead der ORF-Unterhaltung, wurde symbolisch <a href="http://groebchen.wordpress.com/2009/01/20/scheiss-internet-revisited/">abgewatscht</a>,  weil er der Jugend empfahl, sich gefälligst nicht „im Scheiss-Internet  zu verkriechen“, wolle sie je  gesellschaftliche Relevanz erreichen. <a href="http://www.monochrom.at/wolfgang-lorenz-gedenkpreis/">Womit?</a> <a href="http://derstandard.at/1226250835949">Mit Recht</a>. Denn in Anbetracht der <a href="http://libya2011.kaizer.se/">Bilder</a> aus Tunesien, Ägypten, <a href="http://www.tagesschau.de/ausland/arabischelaender106.html">Lybien</a>,  Iran et al – die uns freilich nicht die staatlichen arabischen  TV-Sender zur Verfügung stell(t)en – wirkt diese Aussage im Nachhinein  doppelt scheuklapprig. Wobei hier wahrscheinlich mehr Lust an der  Provokation im Spiel war als eine wirkliche intellektuelle Fehlleistung.  Andererseits: aktuell prahlt Lorenz via <a href="http://www.profil.at/articles/1105/560/288163/man-politik-tuer">„profil“</a> damit, fünf mechanische Schreibmaschinen zu besitzen und Computer im Alltag tunlichst zu meiden.</p>
<p>Darüber kann man lachen. Darob kann man den Kopf schütteln. Derlei  kann aber auch als Chance begreifen. Nämlich, mit diesem immer  irrelevanteren Teil der (Medien-)Gesellschaft keine Zeit und Energie  mehr verschwenden zu müssen. Auch wenn es hierzulande – noch? – nicht um  den Aufstand der Massen gegen eine saturierte und korrupte Nomenklatura  geht, ist die Lahmarschigkeit und Doppelzüngigkeit der Politik ein  ideales Biotop für <a href="http://www.facebook.com/event.php?eid=164056190309952">Protestnoten 2.0</a>.  Die alte Brot- und Spiele-Ablenkungstaktik, als deren Kulissenmaler  sich manche Journalisten freiwillig oder unfreiwillig verdingen, hat in  den neuen Peer-to-Peer-Netzen einen vergleichsweise schweren Stand.</p>
<p>Man muss nicht gleich vermuten, dass der ORF <a href="http://www.helge.at/2011/02/karl-heinz-in-den-haefen-in-die-oe3-charts-und-auf-facebook/">Christoph &amp; Lollo</a> zum Songcontest schicken wird, weil z.B. deren YouTube-Hit „Karl-Heinz“  (erraten!, es handelt sich um ein höchst treffliches Liedlein um einen  Ex-Finanzminister) demnächst ganz oben in den <a href="http://www.facebook.com/karlheinz.platzeins">Ö3-Charts</a> landet. Auch ein forsches kulturpolitisches <a href="http://diepresse.com/home/panorama/wien/634700/Ursula-stress-ned_Protestsong-gegen-Sperrstunden">Statement</a> wie <a href="http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&amp;v=yKI2T3ZLZAs">„Ursula Stressned“</a>, als <a href="http://fm4.orf.at/stories/1675997/?page=2">Parodie</a> auf den Duck Sauce-Hit <a href="http://www.youtube.com/watch?v=enlCmIG2C0M&amp;feature=watch_response">„Barbra Streisand“</a> gemünzt auf die Bezirksvorsteherin von Wien-Innenstadt, wird Ursula Stenzel nicht von ihrem Podest holen.</p>
<p>Aber die Lust am Protest wächst. Und wächst. Man muß keinen g’spassigen <a href="http://www.protestsongcontest.net/">„Protestsongcontest“</a> mehr inszenieren – der läuft schon tagtäglich in der Realität. Und wird  von ihr links überholt. Natürlich kann man die Situation auch so  verkennen wie der Anwalt des feschen Ex-Ministers, der meint, Facebook-<a href="http://www.facebook.com/UhKHG">Bastonaden</a>, YouTube-<a href="http://www.youtube.com/watch?v=oM6htqnRL4Q">Schmähorgien</a> und Twitter-<a href="https://twitter.com/#search?q=%23KHG">Fingerzeige</a> sonder Zahl (Hashtag: <a href="http://www.grassermovies.com/">#grassermovies</a>) seien nichts anderes als die Adelung seines Mandanten zur <a href="http://diepresse.com/home/kultur/news/626353/Posse-um-Kultfigur-Grasser?_vl_backlink=/home/kultur/news/625990/index.do&amp;direct=625990">„Kultfigur“</a>. Man kann auch, wie dieser Tage die US-Aussenministerin Hillary Clinton, ultimativ die <a href="http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2010/01/21/AR2010012101699.html">Freiheit</a> des World Wide Web einfordern – mit der kleinen Einschränkung, dass die für eine Plattform wie WikiLeaks nicht zu gelten habe.</p>
<p>Und, ja, man könnte sich im Netz eventuell auch verkriechen. Und ob einer <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/FarmVille">„Farmville“</a>-Marathonsitzung  die Revolution verschlafen. Aber das ist in etwa so wahrscheinlich wie  die Vorstellung, dass Wolfgang Lorenz demnächst von Julian Assange  abgelöst wird.</p>
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		<title>Zombie-Ball</title>
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		<pubDate>Mon, 03 Jan 2011 07:00:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Groebchen</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Sade. Elton John &#38; Leon Russell. Phil Collins. Ace Of Base. Stone Temple Pilots. Enrique Iglesias. Nelly. Smokie. Peter Frampton. Mike Tyson. Michael Schumacher. Die Liste&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2011/01/zombie-ball/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-9968" title="groebchen" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2011/01/groebchen.jpg" alt="" width="134" height="245" /><strong>Sade. Elton John &amp; Leon Russell.</strong> Phil Collins. Ace Of Base. Stone Temple Pilots. Enrique Iglesias. Nelly. Smokie. Peter Frampton. Mike Tyson. Michael Schumacher. Die Liste ist fast beliebig erweiterbar (okay, Tyson und Schumacher sind keine Sangeskünstler, müssen aber doch dem erweiterten Popstar-Starterfeld zugerechnet werden). Sogar Sigi Maron, Österreichs wortgewaltigster Polit-Liedermacher, feierte anno 2010 ein Comeback. Eher der Ausnahmefall: bei ihm ist’s pure Lebenslust, die ihn antreibt, nicht der krampfhafte Blick auf ’s Geldbörsel.</p>
<p><strong>Die Rückkehr der lebenden Toten?</strong> Jein. Es gilt die alte Showbiz-Regel: they ever come back. Wenn sie nicht gestorben sind, dann singen sie noch heute. Sades Wiederkehr nach neun Jahren Stille etwa gestaltete sich durchaus zum Triumphzug. „Soldier Of Love“, das Comeback-Album, wurde ihre erste Nummer Eins in den USA. Die Songwriter-Legenden Carole King &amp; James Taylor – „You’ve Got A Friend“ – räumten dagegen live ab: Über 700.000 verkaufte Tickets brachten 59 Millionen Dollar Umsatz. Elton John, ein alter Bewunderer der Session-Größe Leon Russell, machte mit „The Union“ auch keinen Fehler. Das Album wurde in punkto Charts-Position sein erfolgreichstes seit 1976. Und Ace Of Base, wiewohl in neuer Besetzung, haben acht Jahre nach ihrem letzten Studiotermin immer noch treue Fans, darunter Lady Gaga und Kate Perry. Also: zurück zum Start. Das Pop-Business der Zehnerjahre ist eine riesige, risikolose Recycling-Maschinerie.</p>
<p><strong>Alleine, was da alles an Re-Editions,</strong> Wiederentdeckungen und Neuauflagen ins Haus stand und steht: Von der einmal mehr glanzpolierten „Abba Gold“-Greatest Hits- Collection, die bislang eh erst 28 Millionen Stück verkauft hat, bis zur „35th Anniversary Edition“ des Albums „Come Taste The Band“ von Deep Purple, natürlich standesgemäß auch als Doppel-Vinyl-LP im Klappcover zu haben. Wer sich fragt, womit die zweite Scheibe gefüllt wurde: mit dem komplett neu abgemischten Songmaterial von anno dazumal. „Remixed“, nicht einfach „remastered“, wohlgemerkt. Ob Schlagzeuger Ian Paice, das einzig verbliebene Originalmitglied der 1968 gegründeten Rockdinosaurier, den Unterschied hören kann? Egal, letztlich aber ist es eine „kreative“ Marketingübung und Materialschlacht, um Fans, die schon (fast) alles haben, nochmals die Kreditkarte zücken zu lassen.</p>
<p><strong>Das kann glücken</strong> – und bei den Fans Glücksgefühle auslösen –, muss es aber nicht. Ob zum Beispiel die anno 2010 inszenierte Neuauflage von „Falco 3“, dem erfolgreichsten Album des prototypischen Popstars aus Wien, zum durchschlagenden Erfolg wurde, müsste sich zum Zeitpunkt des Erscheinens dieser Kolumne schon sagen lassen. Ich bin zugegebenermaßen skeptisch: Die „25th Anniversary Deluxe Edition“ wurde zwar flott gestylt, mit Videos und DVD-Doku hochgerüstet und behebt alte Mastering- Fehler („It’s All Over Now Baby Blue“ hatte auf allen bisherigen CD-Versionen eine unüberhörbare Digitalschleife, kurios genug). Reichlich plump geriet aber der Versuch, das Werk – das von Falco-Afficionados nicht zu seinen besten gerechnet wird, mit „Rock Me, Amadeus“, „Vienna Calling“ und „Jeanny“ aber drei der bekanntesten Singles enthält – jüngeren Generationen anzudienen. So ließ man etwa die britischen Charts-Stürmer Hurts das sattsam bekannte „Jeanny“ neu interpretieren. Das Ergebnis dürfte dann sogar den Auftraggeber so wenig überzeugt haben, dass man es zwischen anderen überflüssigen Remixen und einem weiteren nebulösen Fundstück der Falco-Historie („Without You“) versteckte.</p>
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		<title>Stille Nacht</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Dec 2010 07:00:35 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Das Szenario lässt sich mit Gewissheit voraussagen. Mit  hundertprozentiger Gewissheit. 24. Dezember, 13 Uhr 31, in nicht  einmal einer halben Stunden schließen die Geschäfte.&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2010/12/stille-nacht/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img class="alignleft size-full wp-image-9228" title="groebchen" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2010/11/groebchen1.jpg" alt="" width="162" height="295" />Das Szenario lässt sich mit Gewissheit voraussagen.</strong> Mit  hundertprozentiger Gewissheit. 24. Dezember, 13 Uhr 31, in nicht  einmal einer halben Stunden schließen die Geschäfte. Gottseidank. Es  reicht. Mir ist schon klar, dass ein vormals besinnliches Fest in  Zeiten des Turbokapitalismus einer Konsumorgie gleicht. Gleichen  muss. Die Zeitungen überschlagen sich mit Berichten über  Umsatzrekorde (seltsamerweise parallel zu Meldungen über Kaufsucht,  wachsende Armut, Privatkonkurse, Börsen- und Staatencrashes). Der  Äther dröhnt, wham!, ob der unausweichlichen, schon im November  anhebenden Dauerbeschallung durch &#8220;Last Christmas&#8221; und  schlagerselig-profane &#8220;Stille Nacht&#8221;-Verhunzungen. Der Kopf ist  schwer. Nicht nur von den Firmen-, Freundeskreis- und Branchen-Feiern  der letzten Tage und Wochen.</p>
<p><strong>Denn wieder mal,</strong> so die vorauseilende Jahresbilanz, bin ich nicht  fertig geworden mit meiner Jahres-CD. Ist ein alter Brauch, quasi  Weihnachts-Folklore. Für die liebsten Freunde bastle ich da eine  persönliche &#8220;Greatest Hits&#8221;-Compilation des Jahres. Strikt  eklektisch, streng subjektiv, prickelnd individuell. Da sind  abseitige Fundstücke dabei, jenseits der Jahrescharts von FM4, &#8220;Spex&#8221;  &amp; Co., einige Common Sense-Kleinode, handselektierte Highlights aus  der eigenen Musikmanufaktur (etwa &#8220;Fashion&#8221;, ein Song der neuen  heimischen Pop-Götter Ginga. Oder das zum Lichterfest hinreichend  provokante Liedlein &#8220;Es gibt kan Gott&#8221; des Protest-Barden Sigi  Maron). Und natürlich die peinlichsten Lieblingssongs, die man gerne  in der Badewanne trällert (anno 2010 war das Hurts&#8217; &#8220;Wonderful Life&#8221;,  eine Synthiepop-Hymne mit bittersüßem Retro-Geschmack).</p>
<p><strong>Diese Zusammenstellung</strong> wird tage-, nein: wochenlang überlegt,  abgestimmt, verworfen, neu begonnen und letztendlich final auf eine  Compact Disc gebrannt. Was heißt auf eine. Auf dutzende Rohlinge. Die  wiederum zur Abrundung mit einer Aufschrift und einem Cover versehen,  eingetütet und per Post (oder auch persönlich) an die Adressaten  übermittelt werden. Diese revanchieren sich bisweilen mit einer  eigenen, selbstgebrannten Jahres-CD. So geht das hin und her. Und  allerorten rotieren die CDRs und surren die Brennmaschinen. Wie  gesagt: ein schöner, alter Brauch. Mit einem gewissen  Aktualitätsanspruch. Wobei: technisch auf der Höhe der Zeit ist&#8217;s ja  nicht mehr ganz, diese Prozedur. Früher waren es Kassetten, mühevoll  1:1 kopiert und handbeschriftet.</p>
<p><strong>Schweigen im Walde</strong>. Dafür dürften sich die Server-Downloads und  MP3-Bundles, die behend durch Glasfaserleitungen und auf Festplatten  flutschen, vermehren wie die Karnickel unter der Infrarot-Wärmelampe.  Besonders romantisch sind aber, pardon, solche Digitalklone und  Null-Eins-Kettenbriefe nicht. Es geht nichts über den  handgeschnitzten Tonträger. Höre ich da irgendjemanden im Hintergrund  murmeln, derlei wäre illegal? Von wegen Kopierschutz und Copyright  und ?? Sorry, das ist natürlich engstirniger Unsinn. Formal &#8211; ich bin  kein Jurist, glauben Sie mir -, und dem Sinn nach erst recht. Selbst  als mich Freund S. vor Jahren in einer &#8220;Kurier&#8221;-Kolumne outete als  jemand, der &#8211; noch dazu als Musikindustrie-Heini! &#8211; gut und gern  zwanzig selbst erstellte Jahres-CDs verschickt, blieb das große  Aufheulen aus. Warum? Weil die &#8220;Privatkopie&#8221; nie privater ist als in  einem Kontext aus Tannenduft, Geschenkpapierrascheln und frohen  Wünschen für ein gutes neues Jahr. Weil es wohl letztendlich gar  keine bessere Werbung für Musik gibt als persönliche Empfehlungen und  Fingerzeige. Und weil Hören allemal mehr bringt als Reden oder  Schreiben. In diesem Sinne: Frohe Weihnacht!</p>
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		<title>Speichergeld</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Nov 2010 07:00:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Groebchen</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Diesen Vorwurf muss man ihnen schon machen: Aufklärung und PR in eigener Sache betreiben Urheberrechtsgesellschaften nicht. Oder jedenfalls nur in ungenügendem Maß. Wie könn&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2010/11/speichergeld/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-8323" title="groebchen" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2010/11/groebchen.jpg" alt="" width="131" height="239" /> <strong>Diesen Vorwurf muss man ihnen schon machen:</strong> Aufklärung und PR in eigener Sache betreiben Urheberrechtsgesellschaften nicht. Oder jedenfalls nur in ungenügendem Maß. Wie könnte es sonst sein, dass Zeitungen und Zeitschriften, Leserbrief- und Online- Foren voll sind mit Kommentaren, deren Wut-Schaum-Gehalt zumeist in reziprokem Verhältnis zur Kenntnis der Fakten und Rahmenbedingungen von AKM, AustroMechana &amp; Co. steht. Worum geht es? Um die „Leerkassettenvergütung“, die man automatisch mitbezahlt, wenn man Speichermedien wie CD- und DVD-Rohlinge erwirbt. Da davon ausgegangen werden kann, dass diese Medien nicht nur mit persönlichen Urlaubsfotos und privaten Aufnahmen der morgendlichen Gesänge unter der Dusche bespielt werden, sondern auch (um nicht zu sagen: zuvorderst) mit urheberrechtlich geschütztem Material von Lady Gaga bis Walt Disney, gibt man als Konsument pauschal ein paar Cent oder Euro an die Rechteinhaber weiter.</p>
<p><strong>An Künstler, Produzenten, Filmstudios, </strong>Musik- Labels und Medienunternehmen. Vertreten werden sie in Österreich von darauf spezialisierten Urheberrechtsgesellschaften, die die Groschenbeträge einsammeln, kanalisieren und verteilen. Klingt kompliziert, funktioniert aber seit Anfang der 1980er Jahre. Über 15 Millionen Euro werden so im Schnitt jährlich an österreichische Urheber ausgeschüttet, fünfzig Prozent der Summe werden – nach Abzug überschaubarer Verwaltungskosten – für soziale und kulturelle Zwecke zweckgebunden. Weil natürlich jeder Dolm weiß, dass anno 2010 nicht gebrannte CDs der gefragteste und mächtigste Datenspeicher sind – Musik- und Videokassetten sind sowieso nur noch eine historische Fußnote –, möchten AustroMechana &amp; Co. nun auch Geld für Festplatten. Solche, die in PCS und Notebooks eingebaut sind, aber auch für solche, die extern angestöpselt werden. Und natürlich die datenhungrigen Winz-Dinger in Mobiltelefonen und MP3-Playern.</p>
<p><strong>So weit, so realitätsnah.</strong> Dass Hersteller, Händler und Konsumenten dafür letztlich ihre Geldbörse ein wenig weiter öffnen – je nach Art und Kapazität der Festplatte zwischen 12 und 36 Euro –, ist gerecht und verkraftbar. Die Wirtschaftskammer aber schreit Zeter und Mordio. Und läuft gerade zum Obersten Gerichtshof dieses Landes. Bis zu 30 Millionen Euro, vermuten die Festplatten- Erzeuger und Computerhändler, würde sie der AustroMechana-Vorstoß kosten. Un!ver!kraft!bar!, eh klar. Die Künstler und Content-Lieferanten sollen halt schauen, wo sie bleiben.</p>
<p><strong>Diese strikte „Geiz ist geil!“-Grundhaltung,</strong> gern begründet mit einem Kanon kapitalistisch- darwinistischer Prinzipien, blendet die Entwicklungen der letzten Jahre, Stichwort: zerbröselnde Geschäftsmodelle im Digitalzeitalter, weitgehend aus. Wo aber keine attraktiven Inhalte – egal, ob Indie-Musik oder Hollywood-Filme – mehr produziert werden, wird man auch keine Terrabyte zum Abspeichern mehr brauchen. Nun kann man über die Rolle von Verwertungsgesellschaften im 21. Jahrhundert, ihre Verteilungsschlüssel und internen Spielregeln trefflich diskutieren. Aber noch hat niemand bessere Vorschläge eingebracht, um die Existenz der Künstler und Kreativindustrien zu sichern. Oder zumindest mal im Gesamtbild zu berücksichtigen. Kultur-Flatrates, Abgaben auf Datenmengen und Transferkapazitäten und Modelle, die auf freiwilligen Spenden und Micro-Payment-Erlösen basieren, sind in Schwebe, aber noch nirgendwo durchgesetzt. Bleibt bis auf weiteres die „Leerkassettenvergütung“ – so verstaubt das Wort auch klingen mag.</p>
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		<title>Die Kritiker-Kaste</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Sep 2010 06:00:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Groebchen</dc:creator>
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		<description><![CDATA[„Posting sind der neue Punk!“ bekam ich neulich zu lesen. Und zwar in der neumodernen Selbsterkenntnis-Arena „Facebook“, mithin halb unter Freunden, halb  öffentlich. Der Abse&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2010/09/die-kritiker-kaste/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-6612" title="groebchen" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2010/09/groebchen.jpg" alt="" width="146" height="266" /><strong>„Posting sind der neue Punk!“</strong> bekam ich neulich zu lesen. Und zwar in der neumodernen Selbsterkenntnis-Arena „Facebook“, mithin halb unter Freunden, halb  öffentlich. Der Absender der Botschaft war einer der hauptberuflichen Pop-Kritiker des „Standard“, der offensichtlich gerade ein paar Watschen im Online-Forum seines Mediums ausgefasst hatte. Natürlich nur virtuell. Aber der gewollt originelle, bisweilen deftig-derbe Ton des Herrn – wenn ich mich recht erinnere, hatte er einige treffliche Anmerkungen zum Line-Up des „Frequency“-Festivals gemacht – schien nicht bei allen Lesern auf Begeisterung gestossen zu sein. Im Gegenteil. Die Empörung brach sich in dutzenden, wenn nicht gar hunderten Postings Bahn. Ihr Tenor (Ausnahmen bestätigten die Regel): böse alte Männer verstehen die Welt nun mal nicht mehr, der Kritiker sei taub, geschmacklos oder generell unfähig (eventuell auch alles zusammen), derlei sei eines Qualitätsmedums nicht annähernd würdig&#8230; Und so weiter. Und so fort. Knapp, dass nicht Lynchjustiz angedroht wurde. Einige der Kritiker-Kritiker wüteten absichtsvoll unter der Gürtellinie, andere versuchten es ihrem Haßobjekt gleichzutun und wohlgesetzte Worte zu finden. Worte, die wie Nadelstiche pieksen. Oder wie Axthiebe treffen. Ein kurzweiliges Schlachtfest insgesamt, diese Expertenerregung samt postwendender Publikumserregung.</p>
<p><strong>Business as usual?</strong> Faktum ist, dass Journalisten heute nicht mehr im einsamen Kritikerkammerl vor sich hin werken. Oder einen exklusiven Blick aus den Höhen ihres Elfenbeinturms geniessen. Der Leser, Hörer, Seher – kurzum: der Medienkonsument – redet mit. Gibt seinen Senf dazu. Reagiert, exzerpiert, kommentiert. Egal, ob gefragt oder ungefragt. Die one-to-many-Kommunikationswege der Vergangenheit gehören mittlerweile wirklich der Vergangenheit an. Und wurden durch einen elektronischen Wirtshaus-Stammtisch ersetzt, an dem jeder zu Wort kommt, der meint, etwas zu sagen zu haben. Oder zumindest etwas sagen zu müssen. Publikumsbeschimpfungen ohne Publikumsbeteiligung sind aus der Mode geraten. Kritiker, sagen Kulturwissenschafter, haben ihre Deutungshoheit verloren. Immerhin haben die meisten ihren Job noch.</p>
<p><strong>Den geifernden Unmut</strong>, der einem bisweilen in dieser Rolle entgegenschlägt, halte ich für demutsfördernd. Und so heil- wie unterhaltsam. Ich zähle nicht zu jenen Schreiberlingen, die trotzig behaupten, es sei unter ihrer Würde (oder jedenfalls nicht gut für’s Seelenheil), auch nur einen Blick in die Online-Foren des „Standard“, des ORF oder des Zwerg Bumsti-Magazins zu werfen. Und die vox populi solchermassen mit Verachtung strafen. Und beinharter Ignoranz. Kurioserweise dringen dann auf verschlugenen Wegen doch immer wieder Stimmen, Kommentare und Meinungsbrocken zu den sensiblen Geistern vor. Und machen sie ganz unrund. Selten, dass Kritiker auf ihre Kritiker so cool reagieren wie der eingangs erwähnte Kollege. „Postings sind der neue Punk!“, das hat doch was. Für sich. Eindeutig.</p>
<p><strong>Aber wie in einem M.C.Escher-Vexierbild</strong> gilt es auch dem p.t. Publikum einen Spiegel vorzuhalten. Und die eine oder andere sinnentleerte Fratze zu entlarven. Denn, meine Damen und Herren Leser, Künstler, Fans und Privatexperten: warum lassen Sie sich gar so leicht provozieren? Irritieren? Zu emotionsgeladenem Feedback hinreissen? Es ist ja wohl nicht die Aufgabe eines kritischen Journalisten, alles und jede(n) gut zu finden. Ausschliesslich Fakten zusammenzutragen. Oder Seriosität mit Todeslangweile gleichzusetzen. Eine unterhaltsame Kritik – Unterhaltsamkeit ist wohl die erste Tugend jeglicher Zeilenschinderei – muss auch nicht (pseudo-)objektiv, konstruktiv oder apodiktisch sein. Ein krachender Verriss kann weit erregender, erkenntnisbringender und kurzweiliger ausfallen als das streichelweiche Gegenteil.  Lernen wir, uns daran zu ergötzen. Lernen wir zumindest, damit umzugehen. So wie es die Kaste der Kritiker lernen muss, das sie nicht mehr allein auf weiter Flur regiert. Sondern hinter jeder Ecke Stachelköpfe und Nadelträger rumlungern. Insbesondere online. Postings rule OK!</p>
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		<title>Shanghai &amp; Wir</title>
		<link>http://www.wiener-online.at/2010/08/shanghai-wir/</link>
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		<pubDate>Mon, 02 Aug 2010 06:00:56 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Es ist ja ganz erbaulich, hübsch und bequem, Weltberühmtheit in Österreich zu erlangen. Die wahre Herausforderung liegt aber darin, jenseits der Grenzen zu reüssieren. &#8211&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2010/08/shanghai-wir/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Es ist ja ganz erbaulich, hübsch und bequem, Weltberühmtheit in Österreich zu erlangen. Die wahre Herausforderung liegt aber darin, jenseits der Grenzen zu reüssieren. &#8211; Ein &#8220;Music Monday&#8221; mit <a href="http://www.wiener-online.at/category/kolumnen/05-musikgeschaft/">Gröbchen</a>.</p></blockquote>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-6197" title="groebchen" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2010/08/groebchen.jpg" alt="" width="162" height="295" /><strong>Während ich diese Zeilen schreibe,</strong> sitze ich in Shanghai, im Österreich-Pavillon der Expo. Shanghai – offiziell 18,3 Millionen Einwohner, inoffiziell noch mal ein paar Millionen mehr – ist ein Moloch von Stadtstaat, hin- und hergerissen zwischen Kommunismus und Turbokapitalismus. Die Weltausstellung, die hier noch bis Ende Oktober stattfindet, darf als Minimundus-Spielfläche für globalisierte Wirtschaftsdynamik herhalten. Weniger „Die Welt zeigt sich China“, mehr „China zeigt’s der Welt“. Die offen zur Schau getragene Neugier, Lernbegierigkeit und Begeisterungsfähigkeit in Shanghai, dazu ein – zumindest auf den ersten Blick – Lebensstandard auf annähernd westlichem Niveau machen auch österreichischen Firmen, Business-Entrepreneuren und Wirtschaftsfunktionären den Mund wässrig. Also zeigt sich die Alpenrepublik per Expo-Pavillon als Idylle aus Sisi-Klischees, multimedialen Wald- und Bergbach-Naturbildern und, ja doch!, Musik.</p>
<p><strong>Das ist die Botschaft</strong>, die ich aus Shanghai mitnehme: Es geht nicht ohne Musik. Denn die ist ungebrochen die elementarste und zugleich wirkungsvollste Form der (Meta-) Kommunikation. Musik bedarf idealerweise keiner Übersetzung, keiner Erläuterung, keiner Vermittlung. Sie wirkt unmittelbar. Als emotionaler Schmierstoff und soziokulturelles Signal ist sie unverzichtbar. Was auch die Rumänen im Pavillon gleich gegenüber beweisen: deren Gipsy-Brass-Sound, intoniert auf halboffener Bühne, dröhnt mächtig herüber in die retrofuturistische Hülle des austriakischen Stützpunkts. Aber es macht Spaß, Duftnoten der weiten Welt frei Haus ins Schnitzelrestaurant geliefert zu bekommen – fast überall setzen sie auf Musik. Die Deutschen, die Russen, die Afrikaner. Ich bin letztlich hier gelandet, weil ich die Reaktion der Expo-Besucher auf Bauchklang miterleben wollte. Die Acappella-Formation aus St. Pölten, Kennern der heimischen Pop-Landschaft wohlvertraut, setzt zunehmend auf Internationalisierung, ich unterstütze sie dabei nach Kräften. Nach Indien hat man den fernen Osten ins Visier genommen, und, ja, da könnte einiges gehen. Das Feedback der Chinesen, die schichtweise in den Genuss des Bauchklang-Universums kommen, ist fulminant.</p>
<p><strong>Das hilft uns auch,</strong> galant über einige Konstruktionsfehler des Austria-Pavillons auf der Expo hinwegzusehen. Wenn man schon Musik in den Mittelpunkt stellt, sollte man auch in Tontechnik investieren.</p>
<p><strong>Letztlich ist der ganze Expo-Rummel</strong> nichts anderes als Business-Propaganda, nur scheint man in Politik und Wirtschaftskammer die Möglichkeiten und Absichten der Kreativindustrie noch nicht recht wahr- und ernstzunehmen. In einem Kontext, der – und dafür steht Shanghai wohl wie derzeit keine andere Metropole auf diesem Planeten! – nicht nur auf Image und Gefühligkeit setzt, sondern auch auf knallharte Geschäftstüchtigkeit, Kontakteabtausch und Export-Dynamik. Und da hat Musik aus Österreich vielleicht mehr eine Chance als Edelstahl oder Mannerschnitten.</p>
<p><strong>Und dann tauchte da noch eine Idee auf.</strong> Wenn Österreich wirklich Flagge zeigen will in Sachen Kultur-Export: Schenkt Shanghai nach Ende der Expo den Pavillon! Ernsthaft. Denn er ist zuvorderst ein idealer Musikclub. Und derlei fehlt – auf westlichem Lifestyle-Niveau – dieser Zukunftsstadt. Noch. Das wäre eine generöse, clevere, warmherzige Geste! Die Herzen der Shanghaianer würden der Musiknation Österreich zufliegen. Und man könnte mit dem Geschenk die Auflage verbinden, regelmäßig heimische Künstler auftreten zu lassen. Ein Exportschlager ersten Ranges. Soviel ist sicher: Bauchklang waren nicht das letzte Mal in dieser Stadt.</p>
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		<title>Asche zu Asche</title>
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		<pubDate>Sat, 22 May 2010 19:34:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Groebchen</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
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		<description><![CDATA[Die gute, alte Schallplatte hat nicht nur die digitale Revolution überlebt. WIENER-Kolumnist Walter Gröbchen über die Renaissance eines (auch von ihm) totgesagten Tonträger&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2010/05/asche-zu-asche/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Die gute, alte Schallplatte hat nicht nur die digitale Revolution überlebt. WIENER-Kolumnist <a href="http://groebchen.wordpress.com/">Walter Gröbchen</a> über die Renaissance eines (auch von ihm) totgesagten Tonträgers.</p></blockquote>
<p><strong>„Ashes To Ashes“, Staub zu Staub?</strong> Nein: David Bowie klingt auf Vinyl noch richtig frisch. Gerade auf Vinyl. Die Schallplatte ist ein Relikt der Analog-Ära, das sich als erstaunlich zäh und lebendig erweist. Gehen Sie mal in einen der wenigen übriggebliebenen Plattenläden in Ihrer Stadt – und fragen Sie, worum sich dort das Geschäft so dreht. Und was die jungen Freaks in ihren Plastiksackerln so davonschleppen. Und nicht selten werden Sie die Antwort bekommen: das famose Debutalbum von The XX oder die „Limited Edition“-Single von Ja, Panik. Bisweilen sauteuer. Doch sammelnswert. Aus guten Gründen.</p>
<p><strong>Zuvorderst ist die Schallplatte</strong> ja ein perfektes „object of desire“. Was natürlich vorrangig an der Verpackung liegt. Und ihren Dimensionen. Wer einmal das Original-Album zu, sagen wir mal: John Coltranes „A Love Supreme“ (Impulse! 1964, Schwarz-Weiß-Cover, 180 Gramm Vinyl, fester Karton, umfangreiche Liner Notes) in Händen hielt, wird eine öde CD in einer Plastikschachtel oder gar ein MP3-File niemals als vollwertigen Ersatz akzeptieren. Und selbstverständlich gingen Form und Inhalt bei der Langspielplatte oft in einzigartiger Weise kongruent, wenn etwa Mozarts „Requiem“ nach wenigen Minuten zu knistern und zu knacken begann, adäquat der Botschaft von der Vergänglichkeit alles Irdischen. Die anheimelnde Wärme der Abtastgeräusche des Diamanten in der Vinylrille wird ja heutzutage gern von Avantgarde-Produzenten sterilen Digitalaufnahmen beigemischt – davon hätte vor zwanzig Jahren kein Chefredakteur eines HiFi-Magazins zu (alb)träumen gewagt.</p>
<p><strong>Ich hätt’s ja beinahe selbst nicht geglaubt,</strong> diese Renaissance zu erleben. Generell muss festgehalten werden, dass der vermeintliche Fortschritt der Digitalisierung zwar technisch einen Quantensprung darstellt, von Konsumentenseite aber hauptsächlich von Berieselungs-Mentalität und Bequemlichkeit getrieben war. Und ist. Nie wieder nach 25 Minuten aus Großmutters Ohrensessel hochschrecken und die Platte umdrehen!, hieß das allgemein Credo ab Mitte der 1980er Jahre. Nie wieder Geschlechtsverkehr zum „chr-chr-chr“ des Tonarms in der Endlosspur am Ende von Bob Dylans „Blood On The Tracks“! Die Fernbedienung ist seit jeher das Zepter der Zukunftsgläubigen. Sei’s drum – noch vor wenigen Jahren wagte ich zu behaupten, dass die gute, alte, schwarze Scheibe mit dem kleinen Loch in der Mitte das Medium mit dem weitaus größten Sex-Faktor war. Mit Betonung auf: war. „Da mögen DJs, Vinyl-Fetischisten und Analog-Adoranten noch so sehr dagegenhalten“, schrieb ich, „Das Ding ist tot, tot, tot“.</p>
<p><strong>Da wäre ich mir heute</strong> nicht mehr so sicher. Ich halte gerade „Monkey Years“ in Händen, eine stolze „Best Of“-Dokumentation der Grazer Formation Son of the Velvet Rat. Umdrehungsgeschwindigkeit: 33 1/3. Und glauben Sie mir eins: es ist nicht pure Liebhaberei oder gar Nostalgie, warum ich derlei auf meinem hobbyistischen Label herausbringe. Es hat schon ein wenig auch mit dem Markt und dessen Rahmenumständen zu tun. Kundige Feinspitze haben Son of the Velvet Rat, den „besten Singer/Songwriter, den das Land hervorgebracht hat“ (Andreas Russ, „Kurier“), natürlich auch auf ihrem iPod. Aber die LP ebenfalls daheim im Regal.</p>
<p><strong>Als Beleg fortgeschrittenen</strong> Connaisseurtums. Als Wertanlage. Als Schauobjekt. Und als unkopierbare, mit Geld eingelöste Reverenz vor künstlerischer Größe. Da hat man halt etwas in der Hand! So stelle ich denn „Monkey Years“ stolz neben tausende andere LPs, Maxis und Singles, von Bowie bis Jay-Z. Die ich nie zum „Teuchtler“ oder ein anderes Antiquariat getragen habe. Gottseidank. Was kümmert mich schon, frei nach Adenauer, mein Geschwätz von gestern?</p>
<blockquote><p>Erschienen im WIENER 346 / Juni 2010</p></blockquote>
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		<title>Götterdämmerung</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Apr 2010 13:23:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Groebchen</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
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		<description><![CDATA[Millionenbetrug, Sinnkrise und wegsterbendem Publikum zum Trotz: in Salzburg und Wien kehrt man zu „business as usual“ zurück. Walter Gröbchen über das System Klassik.
Sollte&#8230; <a href="http://www.wiener-online.at/2010/04/gotterdammerung/" class="read_more">mehr</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Millionenbetrug, Sinnkrise und wegsterbendem Publikum zum Trotz: in Salzburg und Wien kehrt man zu „business as usual“ zurück. <a href="http://groebchen.wordpress.com/">Walter Gröbchen</a> über das System Klassik.</p></blockquote>
<p><strong><a href="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2010/04/groebchen.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1705" title="groebchen" src="http://www.wiener-online.at/wp-content/uploads/2010/04/groebchen.jpg" alt="groebchen" width="162" height="295" /></a>Sollten Sie Lady Gaga</strong>, Slipknot oder Tocotronic für die Säulenheiligen der Gegenwartskultur halten, muss ich Sie gleich zum Auftakt enttäuschen: die gewichtigsten, teuersten und radikalsten Protagonisten im ewigen Orgien-Mysterien-Theater des Musikgeschäfts sitzen hinter den Kulissen. Etwa, sieh’ an, in Salzburg. Oder auch in Wien. Wer Gagen in Millionenhöhe für, sagen wir mal: Madonna für obszön hält – klassische Musik wird in Österreich jährlich mit etwa 80 bis 150 Millionen Euro gefördert, je nach Betrachtungsweise. Der Rest vom Fest – insbesondere die weitläufige Pop-Abteilung – darf sich mit den Brosamen begnügen, die vom reich gedeckten Tisch fallen. Und das ist nur ein Antriebsstrang eines wundersamen Hochkultur-Perpetuum Mobiles. Nennen wir es das „System Klassik“.</p>
<p><strong>Erinnert sich noch jemand</strong> an all die Skandale, Kontrollmiseren und Rabl-Stadlerschen Endzeitgesänge, was die Nebenwirkung des Anti-Korruptionsgesetzes auf den Kartenverkauf in Salzburg betraf? Begleitet von den Molltönen einer Matthäus-Passion und eines Verdi-Requiems, flankiert von Sponsoren wie Audi und Vontobel, fuhren die – im Vergleich mit den eigentlichen Festspielen eher nebensächlichen – Osterfestspiele heuer ein hübsches, kleines Defizit von 880.000 Euro ein. Ein Fliegenschiss quasi, rechnet man doch mit Umwegrenditen und Tourismusumsätzen in Millionenhöhe.</p>
<p><strong>Das System nährt sich</strong> aus seltsamen Widersprüchen: einerseits der Wucht und Beharrungskraft eines Öltankers, was seinen gesellschaftlichen Status und die finanzielle Unterfütterung betrifft. Auch die Zahlen im CD-Markt steigen wieder, wenn auch in einem Umfeld, das zuvor seit dem Jahr 2000 jährliche Verkaufsrückgänge zwischen fünf und fünfzehn Prozent eingefahren hat. Andererseits hat das Genre mit einem schlichten demoskopischen Problem zu kämpfen: 64 Prozent der Klassikkäufer sind 50 Jahre und älter. Der Kulturwissenschaftler Martin Tröndle von der Universität Friedrichshafen brachte es in einer Langzeitstudie auf den Punkt: das Publikum stirbt aus. Profaner formuliert: es wird in den nächsten 30 Jahren deutlich schrumpfen, zumindest um ein Drittel. Die Gegenstrategie von Firmen wie Deutsche Grammophon, Decca und Sony Classics: Konzentration auf wenige Superstars (Anna Netrebko, David Garrett, Lang Lang), intensive Verzahnung mit dem Tournee- und Konzertbetrieb, ungenierte Partizipation am Subventionierungsmechanismus für repräsentative Hochkultur. Von gigantomanischen Turmbauten zu Babel, wie etwa der Elbphilharmonie in Hamburg (oh ja, wir alle haben den „Spiegel“-Artikel gelesen!) profitieren auch die Wiener Philharmoniker. Vom darbenden ORF-Radiosymphonieorchester profitieren auch die Salzburger Festspiele. Die Staatsoper, die diverse Klangkörper via Beamten-Gehaltsschema ernährt, ist der wichtigste Knotenpunkt im Geflecht. Und natürlich käme niemand auf die Idee, japanischen Touristen, US-Industriemillionären und deutschen Börsenspekulanten die international bekannteste Institution wegnehmen zu wollen&#8230; Da jetzt aber auch der österreichische Film boomt, die Literatur und ein wenig sogar die heimische Pop-Landschaft, kommen die Lordsiegelbewahrer der Tradition ein wenig in Argumentationsnot. Wollen wir ewig ein Museum sein, ein Mausoleum, ein Musentempel konservativer K&amp;K-Grandezza – oder eventuell doch auch in Zeitgenössisches oder gar Zukunftsverdächtiges investieren?</p>
<p><strong>Gut, dass die Klassikaner</strong> so lautstark an ihrem eigenen Ast sägen. Götterdämmerung inmitten einstürzender Altbauten.</p>
<blockquote><p>Erschienen im WIENER Nr.345 / Mai 2010</p></blockquote>
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