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Kliener Wochenrückblick, 1. 2. 2013

Derzeit regieren die Bretter, die in Österreich die Welt bedeuten – Skier. Zum Beispiel letztes Wochenende bei der Hahnenkammabfahrt in Kitzbühel. Die Streif ist ja eine derart schwierige Strecke, dass es eigentlich das Wichtigste ist, dass alle Athleten gesund ins Ziel kommen. Gesund und hinter den Österreichern. – Hat diesmal aber nicht ganz geklappt. Was trotzdem schön war: vier Österreicher unter den ersten zehn. Mit unsern Abfahrern geht es also langsam berauf. Weil es schnell bergab gegangen ist. – Und wie jedes Jahr wieder viel Prominenz an der Streif. Außerdem war DJ Ötzi dort. Da drängen natürlich alle zum Interview. Niki Lauda hat gesagt, er wäre auch gern einmal die Streif gefahren. Geht aber leider nicht – sein Kapperl passt nicht über den Helm. Und, sagt er, er schaffe nicht mehr, was auf dieser Strecke das Wichtigste sei: die Ohren steif zu halten. – Insgesamt, muss man feststellen, war Kitzbühel heuer eine sehr internationale Angelegenheit: Schwarzenegger ist aus Rom gekommen. Ein Paris hat gewonnen. Und die Österreicher (unser Bester leider “nur” Dritter!) haben ganz vaduz-t geschaut. Na Prag!

Am Montag war Jägerball. Da sitzen die Herren mit den Feldstechern und schauen den Bambis ins Dekolletee. Um dort reinzukommen (die Rede ist vom Ball!), braucht man ja Tracht. Ich weiß gar nicht: Genügt auch Niedertracht? Zusammen fassen kann man den Dresscode am Jägerball jedenfalls in folgendem Vers: “Die Männer tragen Lodenhose. / Im Dirndl kommen Hodenlose.” Und hier des Waidmanns Standard-Tänze: Halali-Polka, Fährten-Foxtrott und Brunft-Walzer. – Ganz was Anderes: Was reden eigentlich Jäger auf dem Hochstand? „Alois, hast Du zufällig dein Glas mit?“ „Nein, ich trink immer direkt aus der Flasche.“ – Und warum können 95 Prozent der Jäger nach dem Sex nicht einschlafen? Sie müssen noch heimfahren.

Das österreichische Bundesheer soll grundlegend reformiert werden. Da gibt es allerdings viel zu tun. Das letzte Mal, als das Bundesheer in einem guten Zustand war, hat es noch einen anderen Namen getragen: Wehrmacht. Jetzt soll der Wehrdienst attraktiver werden, erlebnisreicher und abwechslungsreicher. Dann wird einmal im Stechschritt marschiert, einmal im Gleichschritt, einmal ohne Schritt, einmal mit Marschmusik, einmal ohne, einmal im Laufschritt, dann wieder im langsamen Marsch. Extrem aufregend! – Und was macht der zuständige Minister? Darabos muss die Suppe auslöffeln, die er uns eingebrockt hat. Dieser Suppenkaspar der Landesverteidigung.

Der Darabos war kerngesund,
Ein dicker Bub und kugelrund.
Er hatte Backen rot und frisch;
Die Suppe aß er hübsch bei Tisch.
Doch einmal fing er an zu schrein:
“Ich esse keine Suppe! Nein!
Ich esse meine Suppe nicht!
Nein, meine Suppe ess ich nicht!”

Also hat der das Volk befragen lassen. Aber das Volk hat ihm den Teller wieder hin gestellt! Mal sehen, ob der Darabos das überlebt…

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Thursday, 20.06.2013, 07:55 Uhr

Autorenprofil Peter Klien

Peter Klien
Peter Klien ist zwar in Hollabrunn in Niederösterreich geboren, wuchs aber ab seinem 5. Lebenstag in Wien auf. Die weiteren Stationen eines bewegten Lebens: Schauspieler, Kabarettist, Autor für die ORF-Late-Night-Show "Willkommen Österreich", Lektor für altgriechische Philosophie an der Universität Wien, Pressesprecher im Österreichischen Bibliothekenverbund. Reicht nicht? Eben. Deshalb schreibt er jetzt für wiener-online. (Foto: Bernhard Noll)

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