Wodka „O“: Mostviertels „most wanted“
Weltbester Wodka! So schmeckt der Sieger-Brand tatsächlich.
Kaum war die Meldung massenwirksam draußen (Titelseite „Krone“, „Presse am Sonntag“-Onepager, TV-„Seitenblicke“), meldeten sich die Besteller reihenweise in Öhling. Zwar kannte man die Edeldestillerie Josef V. Farthofer schon länger, aber weltbester Wodka ist dann schon was, das man dem Kunden sichern sollte. Dass mit der „O-Serie“ ein biologischer (O wir organic) Wodka gewann, freut den auf „Feinkostladen Europas“ gepolten Patrioten natürlich. Der Weizen für den Wodka, den Farthofer lieber mit „V“ schreibt, stammt wie die Melasse für den Rum und die Botanicals für den Gin (die beiden Geschwister der O-Family) aus Anbau mit Bio-Zertifikat.
Tatsächlich ist die International Wine & Spirit Competition in London ein echter Gradmesser, immerhin 2.400 Einreichungen aus 90 Ländern beteiligten sich am Wettbewerb. Der 40-jährige Brenner aus dem Bezirk Amstetten konnte sich in der Kategorie „Unflavored 40 %“ neben Produzenten aus Dänemark (Danzka) und Polen (Wyborowa) Gold holen. Wie bei Schnapsprämierungen oft üblich, gibt es auch einen Preis für den Besten unter den Goldenen, den holte eben der O-Vodka. „Squeaky clean with light floral notes. Warming glow on entry to the mouth. Soft and clean with the alcohol giving impression of slight sweetness. Sharp, crisp and incredibly clean and fresh“, lautete die Begründung der Londoner Juroren.
Man soll zwar nicht g’scheiter sein als die IWSC-Jury, aber ein wenig ergänzen lässt sich der britische Befund nach unserer Verkostung (mit kundigen polnischen Wodka-Trinkern) doch: Die Nase ist tatsächlich unglaublich rein, sie erinnert an Edelprodukte wie Stolichnayas „Elit“. Die Reintönigkeit führt der Brenner selbst auf das verwendete Wasser aus dem unteren Mühlviertel und seine Mineralien aus dem Urgesteinsboden zurück. Nicht einmal filtrieren müsse man, so Farthofer, „dadurch bleibt der besondere Geschmack unseres Wassers erhalten“.
Am Gaumen ist es eine herbe Süße, ähnlich einer Hagebutten-Marmelade, die im ansonsten fast neutralen Brand auffällt. Dank der herben Grundnote passt der „O“ wunderbar zu kräftigen (!) Mischungen mit Tonic Water, allerdings verliert er seine zarten Aromen, trinkt man ihn zu kalt. Am schönsten öffnete er sich beim dritten Schluck bei 15 Grad, von Eiswürfeln im Übermaß ist also abzuraten.
Bezugsquelle:
- Josef Farthofer, Vodka „O“, um 49 Euro ab Hof in der Mostelleria in A-3362 Öhling oder bei Del Fabro, www.delfabro.at


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