Schnelle Nummer auf der Weihnachtsfeier
Männer ohne Hemmungen - das klingt vielversprechend. Die Realität sieht leider meist anders aus und frau ist trotz fortgeschrittenen Alkoholkonsums rasch ernüchert.
Abgesehen von einem Riesenkater sowie den damit verbunden Schmerzen und Erinnerungslückenfrage ich mich am Morgen nach der Firmenweihnachtsfeier vor allem eines: Wie kann es sein, dass dieser Anlass alle Jahre wieder für viele Zeitgenossen, unabhängig ihres Geschlechts, ein Freifahrtschein für Affären, One Night Stands und peinliche Momente ist?
Mal ehrlich: Mann arbeitet Tag für Tag mit denselben Frauen zusammen, zeigt aber kein erkennbares Interesse an ihnen – bis zur Weihnachtsfeier. Da wird dann gegraben und gebaggert, was das Zeug hält. Der Alkohol darf nicht zu kurz kommen, denn Hemmungen gehören schließlich weggeschwemmt. So kommt es auch, dass es den Herren der Schöpfung dann wie Schuppen von den Augen fällt: Die biedere Sekretärin ist in Wahrheit ja ein Sex-Vamp und gehört umgehend gevögelt!
Gesagt, getan: Manager kommt der Mitarbeiterin näher, sucht sich ein stilles Plätzchen abseits des Trubels und beginnt mit der „verbotenen“ Fummelei. Im Prinzip ist sie aber nicht verboten, viel mehr uninteressant, denn das ganze Jahr über ist von sexueller Anziehung nichts zu merken . . .
Ich maße es mir hier trotzdem nicht an, mit erhobenem Zeigefinger vorweihnachtliche Besinnung einzufordern. Im Gegenteil. Bei meiner letzten Firmenfeier musste ich einige Opfer bringen – das größte war wohl das schweineteure Neglige, das den „heißen“ Fick nicht überlebt hat.
Auch wenn die Erinnerung lückenhaft ist, glaube ich zu wissen, dass der Sex nur mäßig spektakulär wär. Die Räumlichkeit, nämlich mein Büro, mag reizvoll gewesen sein, der Liebhaber in Managerfunktion hielt nur leider nichts von dem, was er versprach. Der „Spaß“ hat nur fünf Minuten gedauert, das peinliche Schweigen bei zukünftigen Begegnungen in der Kantine wird wohl länger währen.
Womit wieder einmal bewiesen wäre: Das Christkind bringt zumeist Spannenderes als der kleine Weihnachtsmann des großen Managers.


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