Kliener Wochenrückblick, 21. 12. 2012
Heute sollte ja Weltuntergang sein. Manche waren ernsthaft bekümmert. Ich versteh das nicht. Normaler Weise sind die Menschen immer besorgt, weil sie die Zukunft nicht abschätzen können. Jetzt gibt es endlich klare Aussagen – und es passt wieder nicht. Obwohl natürlich „Weltuntergang“ schon ein relativ starkes Wort ist. Klingt irgendwie ziemlich negativ. Hätte man nicht auch sagen können: „kosmische Restrukturierung“? – Ich glaube ja nicht wirklich daran. Überhaupt, hab ich das Gefühl, läuft es mit dem Weltuntergang nicht ganz nach Wunsch. In den USA hat eine Sekte den für gestern geplanten kollektiven Selbstmord abgesagt. Das Interesse war zu gering. Und Wien ist sowieso der beste Ort für das Ende der Welt. Hier passieren die Dinge immer erst 50 Jahre später. Gemma halt a bisserl unter… – Trotzdem hab ich, wie ich heute aus dem Haus gegangen bin, zur Sicherheit meinen stärksten Regenschirm mitgenommen. Für den Fall, dass es Kometen regnet. – Aber was, wenn der Tag zu Ende ist, ohne dass etwas passiert ist? Dann war der 21.12.2012 eben – der Weltuntergangsuntergang!
Das Land Salzuburg hat spekuliert – z.B. mit indischen Rupien, mexikanischen Pesos und indonesischen Rupiahs – und dabei angeblich 340 Millionen Euro verloren. Tja – Gabi ist pleite. Aber bitte wie kann man mit indischen Rupien Verluste machen? Die Inder sind doch Finanz-Experten – ich habe das in der Werbung gesehen! Und Mexiko ist eines der reichsten Länder überhaupt. Wie könnten die sich sonst alle so große Hüte leisten? Gott sei Dank wurden vom Land Salzburg jedoch sofort Maßnahmen ergriffen. Gabi Burgstaller hat die Salzburger Bevölkerung eingeladen, kommenden Samstag zu Mittag mit ihr gemeinsam am Domplatz zu weinen.
In Barcelona wollte eine Frau in Brust-Implantaten 1,4 kg Kokain nach Europa schmuggeln. Diese Frau hatte kein Holz vor der Hütte – das war Schnee! Aber wie ist man überhaupt drauf gekommen? Als die Frau am Zoll ihre Brüste zeigte, haben nur die Hunde mit dem Schwanz gewedelt. Die Frau war übrigens aus Kolumbien. Nebenbei: Was ist der Unterschied zwischen Österreich und Kolumbien? In Österreich wird der Schnee in Metern gemessen. In Kolumbien in Kilogramm.
Und jetzt steht Weihnachten vor der Türe. Viele Männer wissen immer noch nicht, was sie ihrer Liebsten schenken sollen. Geschweige denn ihrer Frau! Auf jeden Fall wird es Zeit für politisch korrekte Weihnachstgrüße:
“Ich sende Euch allen die besten Wünsche für eine umweltbewusste, sozial verantwortliche, stress- und drogenfreie sowie genderneutrale Sommer- bzw. Winterwende. Verbringt die Tage gemäß den schönsten Gebräuchen der religiösen Überzeugungen oder säkularen Rituale eurer Wahl, aber voller Respekt für die religiösen Gebräuche oder säkularen Rituale jener, welche die Ausübung einer anderen religiösen oder säkularen Tradition gewählt haben, wie auch jener, welche sich entschieden haben, überhaupt keine Religion oder säkulares Ritual auszuüben.”
Hinweis: Zur Verbreitung dieser Nachricht mussten keine Bäume sterben . . .


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