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Festlich geschmückt mit Italiens Tränken

Rechtzeitig einlagern zur Truthahn- und Jahreswechselbegleitung!

Man darf jetzt schon ein wenig festlich werden angesichts der nahenden Feiertage. Und wie die Lieben um den Weihnachtsbaum versammelte Christian Bauer daher die von seiner „Selezione“ betreuten italienischen Winzer um sich. Die Schnittmenge dieser beiden Fakten bilden zwei Empfehlungen, die eine zum Braten, die andere eine Silvester-Alternative zum Champagner für Italophile.

Italo Zingarelli investierte sein als Filmproduzent verdientes Geld in Castellina nahe Siena; unter seinem Sohn ist das toskanische Weingut Rocca delle Macie auf mittlerweile 200 Hektar angewachsen. Die „drei Gläser“ für seinen Chianti Riserva haben uns – trotz der Jugend des 2009ers – neugierig gemacht. In der Tat ist die Säure noch recht präsent, die dunkle Frucht, die sich in Form eines Maulbeer-Brombeer-Gemischs bereits im Duft anschleicht, wird auch am Gaumen immer mehr. Fast wie ein Klecks Powidl schillert der Wein zwischen satter schwarzer Frucht, durchaus fleischig-saftiger Natur, und einer durchgängigen Säure. Eines ist bereits jetzt klar, zum Essen, vor allem, wenn Geflügel in geschmorter oder gebratener Form im Spiel ist, passt der stolz den Beinamen „Famiglia Zingarelli“ tragende Toskaner bestens.

Ebenfalls erwähnen sollte man die Cuvée aus Sangiovese und Syrah, die folgerichtig „Sasyr“ heißt. Auch hier ist die Nase verhalten, nach zwei Stunden lässt sich eine Kombination aus Weichsel, zarter Minze und etwas Eukalyptus („Sportgummi“, ruft die Kinobuffet-Reminiszenz im Hinterkopf) erkennen. Die kühle Seite schimmert am Gaumen dann ebenfalls durch, das saftige Herz des Weines, vom Sangiovese gebildet, lässt dazu aber nur wenig Gelegenheit. Wenn auch hier die Säure ein wenig in den Hintergrund getreten sein wird, um einmal ein Futurum Exaktum einzustreuen, darf man hier Großes erwarten. Lang ist neben der Wartezeit auch der Nachhall, eine satte Ladung Wildkirsche.

Zwar denkt man bei Italiens Schaumweinen am ehesten an Prosecco, vielleicht noch an die Franciacorta-Spumantes, doch die erste Gebietsbezeichnung erhielt vor knapp 20 Jahren das Trento-Gebiet. Neben den Giganten des Gebiets, vor allem der klingenden Marke Ferrari, findet man aber auch bei kleineren Häusern feinen Festtagssprudel. 100% Chardonnay füllt man etwa bei Bellaveder in Faedo in die Flasche. Die ohne Zuckerdosage versehenen Flaschen reifen zur höchsten Qualitätsstufe, der Riserva, womit sie mindestens 36 Monate Hefelager-Zeit benötigen. Ganze vier Jahre sind es bei ihm, verriet Tranquillo Luchetta, ein wunderbar strukturiertes, immer von leicht kreidigen Noten geprägtes Geschmacksbild ist das Resultat des aktuellen Jahrgangs 2008. Wer sich mit dieser Stilistik anfreunden kann, sei auch auf den „stillen“ Grundwein verwiesen, auch hier ist die Mineralität für italienische Verhältnisse wunderbar ausgeprägt, selbst der (trockene) Traminer zeigt diesen Hausstil.

Bezugsquellen:

  • Rocca delle Macie, Chianti Classico Riserva 2009, EUR 15, bei Lamercantile Scardovi, www.lamercantile.com
  • Bellaveder, Gewürztraminer 2010, EUR 11 bzw. Brut Riserva 2008, EUR 19 ab Hof, www.bellaveder.it

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Tuesday, 21.05.2013, 08:37 Uhr

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Roland Graf
Mag. Roland Graf weiß als Wein-Kenner und Genussspezialist stets, wo der Bartl den besten Most herholt, welcher Winzer Top-Weine keltert und welche Küche gerade begeistert. Und verrät es regelmäßig im WIENER. (Foto: Bami Hoffmann)

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