Besser bi als nie?!
Warum Männer Angst vor Männern haben, aber wollen, dass sich Frauen mit Frauen vergnügen.
Frau muss sexuell nicht besonders erfahren sein, um zu erkennen, mit was sie beim männlichen Geschlecht richtig punkten kann: mit einer anderen Frau. Zwei Frauenkörper, leidenschaftliche Berührungen, feuchte Küsse und noch feuchtere Grotten reichen aus, um das Gehirn der Männer in die Hose rutschen zu lassen. Ja, Lesben sind schon was Feines – nicht nur in der Theorie, vielfach auch in der Praxis. Kaum ein Mann sehnt sich nicht nach einem Dreier mit zwei Frauen. Dass er es dann auch beiden besorgen kann, wage ich zu bezweifeln, dass er selbst hingegen in Windeseile kommt, keineswegs . . .
Warum aber ist das so? Warum sind Bi-Frauen für viele Männer immer geil, Bi-Männer allerdings abtörnend? Das liegt zum einen am „Haremswunsch“ der Männer. Was früher normal war, ist heute tabu. So schnell bzw. so leicht hat man leider nicht mehr die Möglichkeit, mehrere Frauen gleichzeitig zu verwöhnen oder noch besser: von ihnen verwöhnt zu werden (an dieser Stelle danken wir „herzlich“ der Monogamie, die uns in dieses Dilemma gebracht hat). Zum anderen – und darauf wollte ich eigentlich hinaus – liegt der Reiz eines MFF-Dreiers für Männer auch in der Vorstellung der grenzenlosen Geilheit, zwei Frauen ficken zu können. Mehr an Macht kann man(n) wohl kaum verliehen bekommen. Und Macht ist wichtig – vor allem für Männer . . .
Beispiel gefällig? Der Sex mit einem meiner Verflossenen war genau so wie ich es mag. Wild, leidenschaftlich, versaut, aber immer mit der Möglichkeit das Geschehen zu lenken – die Zügel der Erotik in der Hand zu halten. Zumindest bis zu der Nacht, in der er mich bat, ihn so richtig durchzuficken, die Rollen das eine Mal zu tauschen. So spannend ich die Vorstellung einmal die Fickende zu sein fand, so neu es auch war einen Schwanz (wenn auch nur als Strap-on-Dildo) an meinem Körper zu spüren, so wenig Kontrolle hatte ich schlussendlich über die Situation, denn das Experiment hinterließ Spuren. Die positiven Spuren waren sogleich ersichtlich und bestätigten mich in meinem Tun, die negativen gesellten sich am nächsten Tag dazu.
Der Gefickte zu sein, scheint für Männer wohl kaum so geil zu sein wie für Frauen. Die Angst eine homosexuelle Neigung entdeckt zu haben, die Vorstellung Schritt für Schritt aufs andere Ufer zuzugehen, erscheint nicht annähernd so prickelnd wie im Lesben-Ufer zu fischen. Und dabei könnte man die Angelegenheit doch ganz rational betrachten: Mit wem man schläft, sollte nur hinterfragt werden, wenn es nicht für einen Orgasmus gereicht hat.


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