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Die Maremma, abseits der Super-Tuscans

Toskanische Impressionen von der Contessa und den Biodynamikern.

Zwischen Livorno und Grosseto liegt das gelobte Land der italophilen Weingenießer. Hier, in Bolgheri ließen die schottrig-kalkigen Böden Monumente wie den „Sassicaia“ von Marchese Incisa della Rocchetta, entstehen. Ähnlich klangvolle Namen zählt die Anrainer-Liste des Castello di Bolgheri, nämlich Ornellaia und die Tenuta San Guido. Als leistbarer Maremma-Wein interessiert uns aber heute der „Varvàra“, dessen Name sich der Großmutter der heutigen Chefin am Weingut, Contessa Franca Spalletti Trivelli, verdankt.

Die Vorgabe für den seit 2005 produzierten Wein hieß  „bevibilità”. Trinkbarkeit, vor allem aber eine zugängliche Aromatik, wollte man mit dem Blend aus Cabernet Sauvignon, Merlot, Syrah und Petit Verdot erreichen. Vor allem die reife Brombeer-Aromatik, die in der Nase wie am Gaumen vorhanden ist, suggeriert uns leise: Mission gelungen. Denn seine 14% Alkohol merkt man der Cuvée zu keinem Zeitpunkt an. Saftig und schön würzig unterlegt, ohne dass je das „Beerenkörberl“ am Gaumen überdeckt würde, könnte man sagen. Ein Anflug von Minze meldet sich im Finish, aber da ist das Glas auch schon leer.

Auf einen hohen Anteil der Sangiovese-Traube in der Cuvée setzt man hingegen bei Val di Falco, dessen „Morellino di Scansano“ von Italiens Biopionieren aus Südtirol, den Loackers, erzeugt wird. Biodynamisch behandeltes Traubenmaterial, dazu ungefiltert abgefüllt, wird zusätzlich noch in der Flasche gereift – mit überzeugendem Ergebnis. Der Sangiovese wird praktisch nur “gewürzt” von einer insgesamt 10% umfassenden Zugabe von Cabernet Sauvignon, Syrah und Primitivo. Bereits im Duft kommt eine Fülle von roten Früchten und etwas Leder durch, die eigentliche Überraschung bereitet aber die Kombination aus einem ungemein süffigen erdbeerfruchtigen Mundgefühl und der dahinter steckenden Würze des Weines. Poetisch könnte man hier wirklich von der Seeluft sprechen, die durch die Reben streift, tatsächlich wird wohl auch der Eisenanteil im Lehmboden seines dazu beigetragen haben, dass der Morellino zum Paradefall eines trinkanimierenden roten Toskaners reifte.

Bezugsquellen:

  • Castello di Bolgheri, „Varvàra“ 2010, EUR 18,39 bei Wein&Co., www.weinco.at
  • Loacker Valdifalco, Morellino di Scansano 2010, EUR 13,50 bei Weinhaus Döllerer, shop.doellerer.at

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Tuesday, 21.05.2013, 17:58 Uhr

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Roland Graf
Mag. Roland Graf weiß als Wein-Kenner und Genussspezialist stets, wo der Bartl den besten Most herholt, welcher Winzer Top-Weine keltert und welche Küche gerade begeistert. Und verrät es regelmäßig im WIENER. (Foto: Bami Hoffmann)

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