Sicherheitsunterweisung
Kein Kinderspiel: hinter den Kulissen einer Sprengung.

Kinder freuen sich, wenn etwas umfällt. Egal ob Kartenhäuser, wacklige Legotürme oder das halbfertige und deshalb noch windschiefe Billy-Regal, das die Mama (ich bin handwerklich leider nicht begabt) gerade zusammenschraubt. Trotzdem habe ich meine sechsjährige Tochter Lucia zu diesem Umfaller NICHT mitgenommen: In der Vorwoche durfte ich in meinem Brotberuf als Journalist Zeuge der Sprengung des 54 Meter hohen Aussichtsturmes auf dem Kärntner Pyramidenkogel werden.
Für die Berichterstatter gab es ein eigenes Platzerl in der für alle anderen streng gesperrten unmittelbaren Umgebung. Wir mussten einen Helm sowie eine orange Sicherheitsweste tragen (warum weiß ich bis heute nicht) und uns einer Sicherheitsunterweisung durch den Sprengmeister höchstpersönlich unterziehen. Sie war kurz und beunruhigend: „Ducken und die Hände über den Kopf, wenn Trümmer in eure Richtung fliegen! Haltet die Augen offen, damit ihr seht, was passiert! Nicht wegrennen! Dafür ist es zu spät.“
Natürlich hat sich nicht einmal ein Staubkorn in unsere Richtung verirrt. Lucia habe ich daheim stolz davon erzählt. Besonders gefallen haben ihr die Fotos, die mich mit Helm und oranger Sicherheitsweste zeigen. Vielleicht mussten wir sie deshalb tragen . . .


Userkommentare