Liebes Festnetztelefon!
Meine Tochter Lucia (6) kennt das Wort "Festnetztelefon" nicht mehr. Das ist schade, weshalb ich einen offenen Brief verfasst habe.
Hallo alte Hütte!
Unser Wiedersehen war leider nur von kurzer Dauer. Warum musst du auch ausgerechnet im Maschinenraum des alten Aussichtsturmes auf dem Pyramidenkogel in Kärnten stehen? Er ist vor kurzem gesprengt worden und du bist nun am Boden zerstört.
Kollege Jochen H. hat mir erzählt, dass du dich seit Jahren bei ihm zu Hause in St. Veit versteckst. „Papa, warum hängt da ein Handy an der Wand?“, ist er von seinem Sohn gefragt worden.
Warum ich dir schreibe? Ich wünsche mir dein Comeback. Schuld ist ein Telefonat, das ich unlängst mit meinem Freund Wolfi geführt habe. Er: „Hallo!“ Ich: „Hallo!“ Er: „Haaallo?!“ Ich: „Jaaa. Ich hör dich.“ Er: „Hörst du ihn?!“ Ich: „Ja. Ich höre dich.“ Er: „Nicht mich. Hörst du den Unterschied?!“ Ich: „Nein. Welchen Unterschied?“ Er: „Ich hab ein neues iPhone!“
Liebes Festnetztelefon! Du könntest mir und anderen geplagten Menschen solche Gespräche in Zukunft ersparen. Sollte das nicht möglich sein, dann steh bitte deinen Nachfolgern wenigstens mit technischen Tipps zur Seite. Ein Handy mit Viertelanschluss, das ich mir im Idealfall mit drei Vieltelefonierern teile, würde mir schon helfen.
Danke und auf Wiederhören!


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