In Braunschlag
Serien im WIENER-Check, Teil 3: "Braunschlag" - so klingt der "Kaisermühlen Blues" im Waldviertel.
Lachen? Oder weinen? Oder beides? Für einen gelernten Österreicher ist “Braunschlag” wie eine Fahrt in einer Achterbahn der Gefühle. Jeder entdeckt einen anderen alten Bekannten. In meinem Fall ist es es der von Robert Palfrader verkörperte Bürgermeister. 1:1 mein sogenanntes Gemeindeoberhaupt. Woher kennt den der ORF?
Manche meiner Twitter-Freunde meinen, einige Figuren der neuen ORF-Serie seien “überzeichnet”. Ich darf ihnen auf diesem Wege ausrichten, dass sie hoffnungslose Romantiker sind. “Braunschlag” ist Österreich. Genau so gierig und geil, besoffen und betrügerisch. David Schalko (Idee, Drehbuch, Regie und Produktion) hat damit eine ebenso beklemmende wie lustige Beinahe-Doku aus der Provinz abgeliefert. Kärnten ist überall. Auch im fiktiven Waldviertel.
“Braunschlag” erzählt die Geschichte einer Pleite-Gemeinde unweit der tschechischen Grenze, die nur noch ein Wunder retten kann. Deshalb helfen der Bürgermeister und sein Freund, der Besitzer einer Land-Disko (Nicholas „Niki“ Ofczarek) ein wenig nach. Bald stürmen Pilger den Ort . . .
Jedes blinde Huhn findet einmal ein Korn. Der ORF hat “Braunschlag” gefunden. Die Chancen stehen gut, dass daraus ein “Kaisermühlen Blues” des 21. Jahrhunderts wird. Zu überprüfen immer dienstags um 21.05 Uhr im Rahmen der neuen Serienschiene “DIE.NACHT” in ORF 1.
P. A.


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