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Kliener Wochenrückblick, 3. 8.

Endlich – die Olympischen Spiele haben begonnen! Jetzt gehen wieder viele Menschen früher aus der Arbeit, um rechtzeitig zum Kugelstoßen und Wildwasser-Paddeln vor dem Fernseher zu sitzen. – Schon die Eröffnung war ein beeindruckendes Spektakel. Einzig der Einzug der Athleten gestaltete sich langweilig. Wer braucht bei Olympischen Spielen Athleten? ist man versucht zu fragen. Jedenfalls bei der Eröffnung. Eine Stunde lang gehen hunderte Leute im Kreis und halten ihre Handykameras ins Publikum, wo tausende Leute sitzen und ihre Handykameras auf die Laufbahn halten. Alle halten ihre Handys in die Höhe – das löst beim Betrachter kein erhebendes Gefühl aus.

Gott sei Dank hat aber am Ende der Show Paul McCartney Gas gegeben. Der hat übrigens kürzlich mitgeteilt, dass er ab sofort auf den Konsum von Marihuana verzichten wolle – aus Verantwortungsgefühl für seine achtjährige Nichte. Da kann man nur hoffen, dass sich das Mädchen an ihrem Onkel ein Beispiel nehmen wird – und auch mit 70 zu kiffen aufhört.

Tischtennis ist eine sehr internationale Sportart. Die Österreicherin Li Chan Ping gewinnt gegen die Kanadierin Wan Chin, während sich die Spanierin Jun Xin Poa der Schwedin Wei Wun Lin geschlagen geben muss. Es folgt das Duell der Siegerinnen. Und wer das gewinnt, muss gegen die starke Chinesin antreten. Wie hieß die noch einmal? Katharina Nechwadal?

Auch ganz interessant: Die Disziplinen beim Damen-Gewichtheben lauten “Reißen” und “Stoßen”. Ganz wie bei den Männern. Doch eigentlich überraschend. Denn wenn die Frauen ihre Kraft beweisen wollen – ist das nicht meistens durch “Reißen” und “Zwicken”?

Hochspringerinnen sind von Magersucht gefährdet, steht in der Zeitung. Jedes Kilogramm Körpergewicht bringt nämlich ein paar Zentimeter – Sprunghöhe. Wahrscheinlich kaufen deshalb viele Hochspringerinnen jenes Buch, das ich vor kurzem gesehen hab: “Erbrecht”. Ganz offensichtlich ein Kompendium der Bulimie. Komisch nur, dass es in einer juristischen Buchhandlung gelegen ist.

Dabei verstehe ich sowie nicht, warum die Bulimie derart in Mißkredit geraten ist. Ist sie nicht das, was sich alle immer wünschen? Leben aus dem Bauch heraus!

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Monday, 20.05.2013, 08:21 Uhr

Autorenprofil Peter Klien

Peter Klien
Peter Klien ist zwar in Hollabrunn in Niederösterreich geboren, wuchs aber ab seinem 5. Lebenstag in Wien auf. Die weiteren Stationen eines bewegten Lebens: Schauspieler, Kabarettist, Autor für die ORF-Late-Night-Show "Willkommen Österreich", Lektor für altgriechische Philosophie an der Universität Wien, Pressesprecher im Österreichischen Bibliothekenverbund. Reicht nicht? Eben. Deshalb schreibt er jetzt für wiener-online. (Foto: Bernhard Noll)

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