Kliener Wochenrückblick, 10. 8.
Kreischende Physiker. Olympionieten statt Olympioniken. Und Markus Rogan bei Stöckl statt am Stockerl. Viel war los in den letzten Tagen...
Es gibt viele Dinge, die man selten erleben darf. Einen besonnenen Richard Lugner. Einen schweigenden Markus Rogan. Oder: kreischende Physiker. Trotzdem hat man diese Woche zuschauen können, wie Naturwissenschaftler stöhnend ihren Kopf in den Nacken warfen. Wie sie in Trance das Weiße ihrer Augen aufblitzen ließen und mit Mühe und mit Schaum vor dem Mund röchelten: „Oh – my – God!“ Bei der NASA hat man es am Montag geschafft, eine hochmoderne Sonde auf dem Mars landen zu lassen. Die Fotos zur Erde sendet. Was aber soll man auf denen sehen? Wartet jemand ernsthaft auf Schnappschüsse von lokalen Filmgrößen? Auf „Stars on other stars“? Ich glaube, die Gefahr ist relativ gering, dass wir mit grünen Männchen vom roten Planeten unser blaues Wunder erleben werden. Und ein bisschen teuer kommen mir die Fotos vor – dafür, dass man darauf nur Sand und Staub sieht. Vor meiner Blumenkiste komm ich zu ähnlichen Ergebnissen. Oder geht es bei den Bildern um die Gegend? Nur: Freunde einer abwechslungsarmen Landschaft könnten auch einfach das Burgenland knipsen. – Was macht man eigentlich mit einer kaputten Sonde? Klare Sache: Man gibt sie zum Sondenmüll.
Zwei Wochen lang laufen schon die Olympischen Spiele. Fünf Ringe und immer ein Feuer dabei – das könnte auch als Motto für Gangsta-Rapper durchgehen. Aber natürlich ist Olympia eine hehre Angelegenheit. Da sind nur Eingeweihte am heiligen Werk. Was ich mich frage: Wieviel Aktivität ist nötig, um Teil der olympischen Bewegung zu werden? Genügt es, wenn ich vor dem Fernseher 200 Mal zum Chipssackerl greife?
Langsam wird es bittere Gewissheit: Österreich wird bei diesen Spielen keine einzige Medaille machen. Ein möglicher Grund dafür: Wenn bei Übertragungen im ORF nach einem Gegner für erbitterte Zweikämpfe gesucht wird, geht es in der Regel um den 28. Platz.
Wir sind also die Trotteln der Sport-Welt. Aber wer ist der Trottel von Österreich? Vielleicht Markus Rogan? Der hat im Interview gesagt: „Richtig gute Sportler haben nicht viel im Kopf – denen ist der Kopf nicht im Weg.” Deshalb habe auch Armin Assinger nur 4 und Hermann Maier 50 Rennen gewonnen. Fragen über Fragen drängen sich auf nach diesem philosophischen Privatissimum: 1. Markus Rogan hat im Sport viel erreicht. Ist er dumm? 2. Wenn Armin Assinger gescheit ist – wie dumm ist Hermann Maier? 3. Markus Rogan hätte im Sport noch viel mehr erreichen können. Und war zuletzt erfolglos. Ist er also doch gescheit? Dann bliebe aber eine weitere Frage offen: Wenn Markus Rogan gescheit ist – wie kann so ein kluger Mensch so dumme Sachen sagen?
Zum Abschluss ein Verslein aus der Kategorie „(fast) unmögliche Reimworte“:
Bei Herren wie bei Damen / fällt niemand aus dem Rahmen.
Man sieht bei allen Sprintern / nur wohlgeformte Hintern.
Oder wüssten Sie einen anderen Reim auf „Sprintern“?


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