Don Julio und das wichtige Jahr 1942
Diesmal trinken wir Tequila, um einen großen Mexikaner zu ehren.
Unterbrechen wir die Reihe der sommerlichen Weine, denn zuletzt führte die Koster-Pflicht in den brasilianischen Winter: Unter Dutzenden Bar-Keepern, die sich in Rio ihren Weltmeister ausmixten, hielt sich dort auch Enrique de Colsa auf. Der Master Destiller aus Mexiko schenkte mit bitter-süßem Lächeln seinen „Don Julio 1942“ ein. Das Jahr spielt auf die Anfänge an, als Julio Gonzalez begann „jeden Schritt der Produktion zu perfektionieren“.
Von der Agaven-Ernte weg sollte alles besser werden, sauberer, im Glas klarer schmecken als die Tequilas der Mitbewerber. 70 Jahre ist das her und deshalb lächelte de Colsa. Die Bitterkeit mischte sich durch das Ableben Don Julio Gonzalez (diesen März mit 87 Jahren) in die Präsentation. Die Freude bei den Kennern überwiegt aber anlässlich der beiden Hommage-Flaschen an den Firmengründer, neben dem „1942“ gibt es auch einen „Don Julio 70“. Er stellt weltweit den ersten klaren Añejo dar, die Filtration nimmt ihm die Farbe der 18 Monate im amerikanischen Eichenfass.
Honigduft und etwas Rosenblüte, dazu auch Toffee und Butterkeks bilden beim „Don Julio 70“ einen komplexen Einstieg, am Gaumen wird es ebenfalls vielschichtig. Neben Nougat und einer Fülle an Gewürznoten (für mich war Kardamom am präsentesten) beeindruckt vor allem die schöne Länge des faßgelagerten Jubiläumstequila.
Bezugsquelle:
- Don Julio „70“ ist derzeit in Europa nicht erhältlich, der „1942“ um EUR 159,90 bei www.killis.at


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