Kliener Wochenrückblick, 1. 7.
Die EU hat am letzten Gipfel überraschend einen Schritt in Richtung Banken- und Schuldenunion unternommen. In Zukunft sollen österreichische Steuerzahler schwächelnde spanische Banken unterstützen. Oder dem maroden italienischen Haushalt unter die Arme greifen. Ich seh es als eine Investition in die Zukunft. Wenn mir nächstes Jahr das Hotel in Neapel zu teuer sein sollte, verweise ich auf meine umfangreichen Vorauszahlungen. Und sollte mir in zwei Jahren in Madrid das Geld ausgehen, lass ich es mir bei der Banco de Espana zurückgeben – selbstverständlich verzinst.
Mit 1. Juli sind die Roaming-Gebühren für das Telefonieren im EU-Ausland deutlich gesunken. Und bis 2014 soll alles noch viel, viel billiger werden. Die Europäische Union ist damit nicht mehr nur eine Wirtschafts- und Warengemeinschaft. Endlich wird sie jetzt auch eine – Wortegemeinschaft.
Nationalratspräsidentin Barbara Prammer hat ein Buch geschrieben. “Wer das Ziel nicht kennt, wird den Weg nicht finden”. Erinnert vom Titel her ein wenig an Alfred Gusenbauers Polit-Klassiker: “Die Wege entstehen im Gehen”. Und gibt sich genau so staatstragend wie Heinz Fischers geistesgeschichtliche Zimelie “Überzeugungen. Eine politische Biographie”. Wege, Ziele und Überzeugungen – durchaus perfekte Themen für ein Politikerbuch. Drum hier gleich noch ein paar Titel-Ideen mehr:
- Wer den Weg nicht kennt, wird das Ziel nicht finden.
- Wer das Ziel nicht findet, wird den Weg nicht kennen.
- Wer die Macht kennt, für den ist das Ziel weg.


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