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Kliener Wochenrückblick, 1. 6.

Endlich: Heute findet die lange Nacht der Kirchen statt. Singen, beten und Vollgas. Beichten, bis der Arzt kommt! Nebenbei: Müssen lange Nächte automatisch dunkle Kapitel werden? – In einer Kirche in Graz wird bei der Gelegenheit das Musical “Joseph, ein echt cooler Träumer” aufgeführt. Früher haben die Geschichten der Bibel durch Inhalte fasziniert. Heute, wo die Leute zu blöd dafür geworden sind, müssen auch die Bibelhelden blöde werden. Der echt coole Joseph, der echt coole Abraham und der echt coole Moses. Ich find das eher uncool. – Lange Nächte sind ja mittlerweile ähnlich verbreitet wie Gelsen am Neusiedler See. Kirchen, Museen, Forschung und Kaffeehäuser. Einkaufszentren und Wiener Stadtwerke. Und alle versuchen verzweifelt, die höchst erfolgreichen Prototypen zu kopieren: die lange Nacht der Diskotheken. Und natürlich: die lange Nacht der Bordelle!

Kürzlich sind wieder Kupferdraht-Diebe auf frischer Tat ertappt worden. Sonderbar, aber wahr: Das Handwerk der internationalen Kabelkriminalität gewinnt beständig neue Anhänger. Wahrscheinlich verstehen die einfach die Telefon-Durchsagen in der ÖBB-Warteschleife falsch: “Die nächste freie Leitung ist für Sie reserviert.”

Facebook ist endlich an der Börse! Und Mark Zuckerberg schwer reich. That’s what friends are for. Dabei ist ja der Börsengang eher in die Hose gegangen. Es zeigt sich: Die Menschen leuchten einander zwar mit Hingabe die eigenen Nasenlöcher aus. Aber am Aktienmarkt will man dann doch nicht jeden Rammel fressen. Mir soll es recht sein. Auf Freunde wie die bei Facebook kann ich sowieso verzichten. Vor zwei Wochen hab ich dort gepostet: “Ich lieg im Park und blute”. Haben vier Leute geklickt: “Gefällt mir!”

Von Franck Ribery wissen die Medien Erstaunliches zu berichten: Er hat sich eigens eine Spezial-Uhr anfertigen lassen, die seine Rückennummer trägt. Ist das nicht unglaublich? Immerhin spielt Ribery mit der Rückennummer 7. Noch erstaunter wäre ich, wenn auch die Rückennummern seiner zehn Mannschaftskollegen auf der Uhr abgebildet wären. Vollends erstaunlich wäre freilich, wenn obendrauf noch die Nummer 12 auf dieser ungewöhnlichen Uhr Platz gefunden hätte…

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Monday, 20.05.2013, 01:58 Uhr

Autorenprofil Peter Klien

Peter Klien
Peter Klien ist zwar in Hollabrunn in Niederösterreich geboren, wuchs aber ab seinem 5. Lebenstag in Wien auf. Die weiteren Stationen eines bewegten Lebens: Schauspieler, Kabarettist, Autor für die ORF-Late-Night-Show "Willkommen Österreich", Lektor für altgriechische Philosophie an der Universität Wien, Pressesprecher im Österreichischen Bibliothekenverbund. Reicht nicht? Eben. Deshalb schreibt er jetzt für wiener-online. (Foto: Bernhard Noll)

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