Florentinische Sorten-Verschwörung
Ein toskanisches Weinetikett, das auch Hannibal Lector erfreut hätte.
An Dr. Hannibal Lector und die florentinische Pazzi-Verschwörung kann man beim „Vigneti Trebbio“ denken. Denn im Castello del Trebbio, Sitz des Weingutes, wurde jenes Komplott ausgeheckt, das 1478 einen Medici das Leben kostete. In seinem universitären Versteck dozierte der fiktive Serienkiller in „Hannibal“ über das Ende des beteiligten Pazzi-Ränkeschmieds. Warum heute diese Geschichtsstunde? Weil das Wein-Etikett im Comicstil historische Episoden wie diese abbildet – und das recht vergnüglich. Mehr allerdings noch, weil der Wein aus der Nähe von Florenz 2009 so außergewöhnlich gelungen ist.
Der Blend aus 60% Sangiovese, 30% Syrah, 5% Cabernet Franc, 3% Merlot und 2% Petit Verdot vereint nämlich auch Amphoren-Wein mit konservativ im Holz ausgebauten Weinen: „Diese Methode hebt die Fruchtigkeit der Sorte hervor“, ist Stefano Baj Macario überzeugt. Er berät als „flying winemaker“ Weingüter auf der ganzen Welt. Am Weingut seiner Frau – das Castello hat Ehefrau Annas Familie 1968 erworben – hat er jedenfalls ganze Arbeit geleistet. Der dezente Holzeinsatz, 30% kamen in Barriques, lässt den Sorten ihre Kraft und Fruchtigkeit.
So stößt die Nase zunächst auf einen ganzen Korb reifer Beeren, dazu einen leichten Goudron-Ton, am ehesten ist der Duft mit Heidelbeer-Eis, garniert mit etwas Minze, vergleichbar. Auch beim ersten Schluck überwiegen dunkle Aromen, Brombeere und zart meldet sich die Würze von Syrah und Cabernet, Estragon und erneut Minze kitzeln den Gaumen, selbst im Rückaroma hat der „Vigneti Trebbio“ Kraft wie ein Espresso. Die Empfehlung: Jetzt kaufen und im Winter öffnen!
Bezugsquelle:
Castello del Trebbio, „Vigneti Trebbio“ 2009, € 19,99 bei Wein & Co, www.weinco.at


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