Die Erzählerin
Mit ihren erfrischenden Liveauftritten erspielte sich Violetta Parisini in den letzten Jahren ein treues Publikum. Nun kommen endlich neue Songs ins Repertoire .
Die Wienerin Violetta Parisini bringt mit „Open Secrets“ ihr von Florian Cojocaru produziertes, zweites Album heraus. Eine abwechslungsreiche Sammlung bestehend aus Klavierballaden, gezupften Jazzliedern und mitreißenden Popsongs, hier sticht das melodiöse „See“ heraus. Außerdem finden sich witzige Kompositionen wie „Portable Home“, die mit einer reduzierten Piano-Drums- Kombination á la Dresden Dolls bestechen.
Doch leider liegt im Abwechlsungsreichtum auch das Problem der Platte: Man ist nie sicher, wohin Parisini will. Will sie Drama Queen („I Want It All“) oder lieber Mädchen von Nebenan („Don’t Slow Down“) sein? Ihre stimmlichen Qualitäten passen nicht zu den etwas inkonsequenten Balladen („More Than That“). Ihre Stimme will nicht Drama sondern Jazz singen, was in „He Knows“ hervorragend gelingt. Produziert wurde nicht mit letzter Konsequenz, Parisini mäandert zwischen Kunst und Kommerz und findet keine deutliche Sprache. Trotzdem ist das Album hörenswert, denn Parisinis Stärke liegt im Geschichtenerzählen. Sie ist dabei ehrlich und neigt zum seelischen Strip, der aber mit einem erfrischenden Augenzwinkern daherkommt.
Die CD-Releaseparty steigt am Donnerstag (23. 2.) um 19.30 Uhr im “Porgy & Bess” (Riemergasse 11, 1010 Wien). Restkarten an der Abendkasse.


Userkommentare