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Unheilig: Die heiligen drei Könige

Ob sie damals Weihrauch inhaliert hatten, als sie spontan beschlossen, Rockstars zu werden? Keine Ahnung. Es würde immerhin einiges erklären.

Um gleich einmal mit einem Missverständnis aufzuräumen: die drei Könige, um die es hier geht, heißen weder Kaspar, Melchior noch Balthasar. Hätte auch nicht viel Sinn gemacht, sich derartig bescheuerte Künstlernamen zuzulegen, wo doch Elvis, Buddy und Jerry Lee bis dahin noch gar nicht in Verwendung waren.

Bei Elvis begann alles recht unübersichtlich. Als er noch ein Baby war, zogen seine Eltern von Tupelo nach Memphis. Gottseidank fand Klein-Elvis schnell ihre neue Adresse heraus und kroch ihnen alsbald munter hinterher. In seinem neuen Zuhause angekommen, widmete er sich sofort der Musik und erst später den Drogen. Viele behaupten ja, Elvis sei hoffnungslos drogenabhängig gewesen, andere wiederum sagen, er habe einfach nur unbändige Lust gehabt, das Zeug tonnenweise in sich hineinzustopfen. Andererseits war er musikalisch bald unantastbar. In den frühen 1950-ern standen fast alle Konkurrenten im Schatten des jungen Presley. Allerdings nicht so sehr in seinem Schatten wie 20 Jahre später, als Elvis so fett war, dass er bei seiner Ankunft in Las Vegas fast eine Sonnenfinsternis ausgelöst hätte.

Einer der musikalischen Buddies des frühen Elvis hieß erstaunlicherweise auch so: Buddy. Buddy Holly. Und der wollte auch Rock’n’Roller werden. Zu diesem Zweck wandte er sich an den berüchtigten Star-Konsulenten Rob Perlenmann. Der erinnert sich: „Ich riet dem Jungen, sich zuallerst eine schicke Hornbrille in Übergrösse zu kaufen. ‚Macht mich das schon zum Star, Mr.Perlenmann?’ fragte er. Nein, du Dumpfbacke, aber es wird dich wahrscheinlich in Zukunft  davon abhalten, mit dem Kleiderständer zu sprechen. Buddy bedankte sich und rannte prompt mit dem Kopf gegen die Tür und sagte nur noch ‚Oh Boy’. Worauf ich ihm riet, gleich einen Song mit diesem Titel zu machen.“

Buddy Holly tat genau das und der Rest ist Geschichte. Fehlt nur noch der dritte im Bunde: Jerry Lee Lewis. Genannt der „Killer“, obwohl er keiner Fliege etwas antun konnte. Nur auf der Bühne, da kannte der gute Mann kein Erbarmen. Er malträtierte sein Klavier mit Fäusten und Füssen, zerdepperte mit dem Mikroständer das Schlagzeug, schlug mit einer Axt die Bühne kurz und klein, verschüttete zur Krönung noch einen Kanister Kerosin und setzte dann alles in Brand. Nach so einem Wahnsinns-Act hatten es die Bands, die nach ihm gebucht waren, natürlich besonders schwer. Vor allem, weil sie ja keine Bühne mehr vorfanden, die sie bespielen hätten können. Privat bespielte Mr.Lewis hauptsächlich Frischfleisch. Seine Ehe mit einer 13-jährigen hielt allerdings nicht lange, weil sie sich partout nicht selber die Schnürsenkel binden wollte. Er betrog sie darauf in mit einer älteren Frau, der 15-jährigen Babysitterin seiner Gemahlin. Schmutziger, schmutziger Rock’n’Roll (Morak).

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Monday, 20.05.2013, 03:52 Uhr

Autorenprofil Eberhard Forcher

Eberhard Forcher
Musiker, DJ, Radiolegende - und jüngste Erweiterung der WIENER Kolumnistenriege. Anhören: "Solid Gold" (Ö3, Sonntag, 19.00-22.00 Uhr) und "Forcher`s Friday Music Club"(Ö3, Freitag, 22.00 -0.00 Uhr).

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