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Kliener Wochenrückblick, 9.12.2011

So hart können die WochInnen gar nicht sein, dass Jopi Heesters sie nicht übersteht! Mit einer Disziplin und Lebensfreude, von der die italienische Arbeitsministerin nur träumen kann...

Es war eine harte Woche. Zum Beispiel für die italienische Arbeitsministerin. Als diese auf einer Pressekonferenz die drastische Pensionsreform vorstellen wollte, vergoss sie bittere Tränen. „Wir müssen Opfer verlangen“, brachte sie noch heraus, bevor sie ohne Hemmungen los heulte. Psychologisch betrachtet, gefällt mir dieser Auftritt. Was haben wir nicht schon Politiker ihre Fäuste in die Höhe werfen sehen, alle mit der Aufforderung, „gemeinsam den neuen Weg zu gehen“ und „zusammen einen Neuanfang zu wagen“, „für eine schöne Zukunft unseres schönen Landes“. Und alle waren wir eingeladen, auch unsere Fäuste in die Höh’ zu werfen und ausgiebig zu applaudieren. Das ist doch eh schon fad geworden. Wenn sich Politiker jetzt vor uns hinstellen, laut hörbar in die Mikrofone schluchzen, während sie aufgebracht nach Taschentüchern kramen – das bewegt unsere Herzen. Und könnte einen neuen Stil von Politik begründen. Rührung statt Führung.

Es war eine harte Woche, auch für alle Österreicher. Weniger für alle Innen. Denn endlich, endlich sind die „Töchter“ und die „Jubelchöre“ in der Nationalhymne verankert. Jetzt fehlen nur noch: „Land der Täler und Berge“ statt „Land der Berge“, „Land der Seen und Flüsse“ statt „Land am Strome“. „Land der Straßen und Äcker“ statt „Land der Äcker“ sowie „Land der Moscheen und Kirchen“ statt „Land der Dome“. Und nachher bloß noch 37 weitere kleine Änderungen – schon haben wir eine zeitgemäße Hymne! – Doch die vorgenommenen Änderungen beweisen: Am wichtigsten ist das Geschlechthauptströmen (klingt auf Englisch besser: „Gender Mainstreaming“). Darum muss aus dem „Vaterland“ noch unbedingt das „Elternland“ werden. Und abschließend kommt vor das Parlament neben die Pallas Athene eine Statue vom lieben Augustin. Und die Frauen Rauch-Kallat, Prammer und Glawischnig rufen daneben froh beglückt im Chor: Genderassa! Genderassa! Bumm! Bumm! Bumm!

Hart war diese Woche auch für Johannes Heesters. Der hat einen Schwächeanfall erlitten. Doch er hat ihn überstanden. Jetzt will er gerne 110 Jahre alt werden. Immerhin habe er vor kurzem mit dem Rauchen aufgehört. Noch härter war die Woche nur für seine Frau. Dieses ständige Auf und Ab. Seit ihrer Hochzeit 1992. Ich denke mir: Wenn du als 43jährige Frau einen 88jährigen, berühmten Mann heiratest, freust du dich bestimmt auf vieles. Aber sicher nicht auf zwanzig Jahre Ehe. Das Leben kann ungerecht sein! Ob sie wohl über diesen Witz hier lachen kann? Es klopft bei Heesters an der Türe. Jopi geht und öffnet. Draußen steht der Tod, mit fahlem Gesicht und schwarzer Kapuze. Da dreht sich Jopi um und ruft: „Simone, es ist für dich!“

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Userkommentare

3 Kommentare zu diesem Artikel | Kommentar schreiben
  • 15. Dezember 2011 von Xaver Bergmann:

    Wer wie ich eine Tochter hat und das psychologische Hintergrundwissen, dass die Sprache nicht nur Realität beschreibt sondern auch neu erzeugt, der findet auch als Mann die Töchter in der Bundeshymne wichtig – weil sie die Mädchen ermutigt.

    Es ist ein Mosaikstein im noch immer recht chauvinistischen Österreich – das kann man ruhig auch als Mann zugeben …

    X.B.

  • 18. Dezember 2011 von Matura Mautner:

    Und wenn Herr Klien eine Einführungsvorlesung in Linguistik besuchen würde, wüsste er auch, warum “WochIn” nicht nur unlustig, sondern einfach nur dämlich ist.

  • 10. Februar 2012 von moncler jackets uk:

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Tuesday, 22.05.2012, 15:59 Uhr

Autorenprofil Peter Klien

Peter Klien
Peter Klien ist zwar in Hollabrunn in Niederösterreich geboren, wuchs aber ab seinem 5. Lebenstag in Wien auf. Die weiteren Stationen eines bewegten Lebens: Schauspieler, Kabarettist, Lektor für altgriechische Philosophie an der Universität Wien, Verwalter wissenschaftlicher Datenbanken im Österreichischen Bibliothekenverbund. Reicht nicht? Eben. Deshalb schreibt er jetzt für wiener-online. (Foto: Bernhard Noll)

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