In Time – Deine Zeit läuft ab
Zeitmangel kann in der Zukunft wirklich böse Folgen haben: Wer in Andrew Niccols Sci-Fi-Thriller die 25 überschritten hat und nicht rechtzeitig neue Lebenszeit in seinen Körper lädt, kippt bald tot aus den Latschen. Justin Timberlake erweist sich wieder mal rechtzeitig als Held der Stunde.
Eine Gesellschaft, in der keiner aussieht, als wäre er auch nur einen Tag älter als 25? Klingt verlockend, ist es aber nicht: In einer nicht allzu fernen Zukunft, gehören Faltencremes, Zahnersatz-Prothesen und jede Art von Seniorenquatsch auf den Sondermüll. Senioren – oder alle Menschen ÜBER 25 – selbst gibt es nicht. Die Welt gehört ewiger Jugend und ihre Bevölkerung altert nicht.
Die genmanipulierten Menschen der Zukunft sind von Geburt auf ein bestimmtes Ablaufdatum programmiert. Ein giftgrünes Display am Unterarm gibt ab dem 25.sten Geburtstag darüber Auskunft, wie lange man noch zu leben hat. Spätestens nach einem Jahr erlischt das Guthaben am Unteram automatisch und der Betroffene segnet noch in der Sekunde des Zeitliche wie ein unglückliches Duracell-Häschen, wenn ihm plötzlich der Saft ausgeht.
Wem dieses Ende vorläufig erspart bleibt, muss Zeit zu schinden, egal wie. Ehrliche Arbeit wird auf dem Lebenszeitkonto gutgeschrieben. Umgekehrt kostet aber auch die nackte Existenz jede Menge der kostbaren Lebenszeit: Einen Becher Café zum Mitnehmen kostet vier Minuten, das Busticket zwei Stunden, und einen Jaguar E-Type gibt es für 58 Jahre.
Das alles kann sich der bettelarme Ghetto-Bewohner Will Salas (Justin Timberlake) aus dem Armenviertel Dayton plötzlich leisten, als ihm ein lebensmüder Zeit-Millionär Henry ein ganzes Jahrhundert schenkt. Die bittere Ironie dabei: Wills Mutter (Olivia Wilde, knackig wie eine ewig 25-Jährige) musste kurz zuvor ausgerechnet an ihrem 50. Geburtstag sterben, weil sie Kosten für ein Busticket zu ihrem Sohn nicht mehr aufbringen konnte.
Gram gebeutelt und dank Henrys Zeitspende gut betucht, stürmt Will die gut abgeriegelte Zeitzone New Greenwich, das Mekka der Superreichen. Mit Hilfe von Sylvia (Amanda Seyfried),der Tochter eines Zeitmilliardärs, will der Zeit-Rebell das System umkrempeln und die Zeit gerecht zwischen Arm und Reich aufteilen. Dass er dabei mit dem Gesetz in Konflikt gerät und sich in Sylvia verliebt, versteht sich dabei natürlich fast von selbst…
Filmkritik
Zugebeben dieser Sci-Fi-Thriller ist nicht der beste aller Zeiten. Trotzdem haben wir uns bei den beachtlichen Schauwerten herrlich amüsiert: Justin Timberlake als Action-Held, der sich geschmeidig mit künstlichem Schweiß bis zur Upper Class kämpft, Vincent Kartheiser als gelangweilter und gewissenloser Milliardär und vor allem Cillian Murphy als böser, böser Zeitpolizist im Gestapo-Ledermantel.
Amanda Seyfried hopst mit kastanienbrauner Prinz-Eisenherz-Perücke durch die stylischen Kulissen und auch sonst gibt es ein fröhliches Wiedersehen mit erstklassigen Serien-Darstellern wie Johnny Galecki (The Big Bang Theory) und White Collar-Schönling Matt Bomer.
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