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Kliener Wochenrückblick, 26.11.2011

WIENER-Kolumnist Peter Hiess ist vor dem Lärm der Stadt aufs Land geflüchtet. WIENER-Blogger Peter Klien hingegen meint: Nicht mehr nötig! Demnächst weniger Hunde und leisere Werbung - da wird's in Wien bald so ruhig wie in einem schneefreien Schigebiet...

Es war eine harte Woche. Zum Beispiel für die Hundebesitzer. Die Stadt Wien hat nämlich die Hundesteuer erhöht – und gleich um 65 Prozent! 72 Euro statt bisher 43,60 sind nun pro Jahr zu zahlen. Was speziell die Pensionisten trifft. Da werden manche den Schritt in die Illegalität nicht scheuen. Und einige Hunde werden in Hinkunft wohl als U-Boote durch die Gassen der Stadt tauchen. Die Frage drängt sich freilich auf: Wird es Waldi psychisch verkraften, wenn er sich ohne Aufenthaltsgenehmigung in der Öffentlichkeit bewegt? – Andererseits: ATV wird froh sein. Endlich kann man dort eine Oma dabei filmen, wie sie ihren Körper verkauft – nur weil sich die in den Kopf gesetzt hat, ihrem vierbeinigen Liebling weiterhin an jedem Tag der Woche ein Cesar zu spendieren.

Hart war die Woche auch für den österreichischen Tourismus. Noch immer bleibt der Schnee aus. Also muss man sich langfristige Alternativen überlegen. Man könnte ja am Sessellift Zusatzmotoren einbauen – schon hätte man ein hochalpines Landschaftskarussell. Oder man lässt des Nächtens von den Sesselliften Lampione baumeln – Einladung zum “Romantic Walking”. Oder man baut die Seilbahngondeln um zu schwebenden Saunakabinen. Und propagiert den neuen Wellness-Trend „Feuer der Lüfte“. Slogan: “Schweiß auf Draht. Die Seele baumeln lassen. Und den Körper auch.”

Hart war die Woche auch für alle ORF-Zuschauer. Um etwas weiter auszuholen: Werbung ist bekanntlich die Kunst der Täuschung und die Wissenschaft vom schönen Schein. Sie strebt danach, etwas Unscheinbares in etwas – sehr – Scheinbares zu verwandeln. Insofern ist Werbung Färbung; was noch ohne Farbe ist, wird knallbunt angestrichen. Danach scheint es besser. Biologisch gesehen, ist Werbung das Verfahren, aus einer Mücke einen Elefanten zu machen – durch Zuführung von heißer Luft. Akustisch gesehen, praktiziert Werbung hingegen genau das, was sie unter die Leute bringen möchte: den letzten Schrei! Demzufolge kann man nur dankbar dafür sein, dass sich der ORF dazu entschlossen hat, die Lautstärke von Werbespots der Lautstärke der anderen Sendungen anzupassen. Derzeit ist Werbung ja noch deutlich lauter als der Rest. Damit ist aber bald schon Schluss – wenn nämlich alle Werbeeinschaltungen leiser werden. Die Mehrheit der ORF-Zuseher ist darüber allerdings enttäuscht. Die hätten es – grade im Hinblick auf ihr Alter – lieber gehabt, wenn auch die andern Sendungen alle – lauter geworden wären.

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Tuesday, 22.05.2012, 15:37 Uhr

Autorenprofil Peter Klien

Peter Klien
Peter Klien ist zwar in Hollabrunn in Niederösterreich geboren, wuchs aber ab seinem 5. Lebenstag in Wien auf. Die weiteren Stationen eines bewegten Lebens: Schauspieler, Kabarettist, Lektor für altgriechische Philosophie an der Universität Wien, Verwalter wissenschaftlicher Datenbanken im Österreichischen Bibliothekenverbund. Reicht nicht? Eben. Deshalb schreibt er jetzt für wiener-online. (Foto: Bernhard Noll)

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