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Kliener Wochenrückblick, 7.10.2011

Wenn das Team nicht spurt, macht Marcel Koller künftig Zürcher Geschnetzeltes draus. Ganz ohne dänische Butter! Fragen Sie Neo-Ernährungsexperten Peter Klien...

Es war eine harte Woche. Zum Beispiel für die Wienerinnen und Wiener. Hier war letzten Samstag Sirenenprobe. So etwas gab es schon in der Antike. Nur dass dort die Sirenen schöne Frauen waren. Die mit noch schönerem Gesang Seefahrer ins Verderben lockten. Erprobt wurde dabei Odysseus, der sich, um zu widerstehen, an den Mast seines Schiffes binden ließ. Ich hätte am Samstag auch bald jemanden an einen Baum geknüpft – aus Ärger über das Geheul.
Noch trauriger ist allerdings, dass einst bezaubernd singende Frauen heute als Bezeichnung für lärmende Elektrotrichter herhalten müssen. Wie wenn die heiße Salma Hayek künftigen Generationen als Benennung für Grillanzünder dienen sollte.

Ernährungswissenschaftler haben ein Problem. Sie sind nicht die einzigen, die sich fürs Essen interessieren. Ich finde, wenn man schon Wissenschaft betreibt, sollte man sich Objekte aussuchen, die viele Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt sind. Da kann dann nicht so leicht wer mitreden. Aber Ernährung? Da hat doch jeder seine Meinung. Ich zum Beispiel würde sofort vier verschiedene Vitamine im Schweinsbraten nachweisen. Aber: Mich lässt man nicht! – In Dänemark haben Ernährungswissenschaftler jetzt eine Fett-Steuer durchgesetzt. Welch Niederlage für die Butter-Lobby! Dabei möchte ich nicht wissen, was passiert, wenn wir keine bösen Fette mehr äßen. Die Zahl der Knochenbrüche würde steigen. Na klar – die Polsterung fällt aus! Allein: In ein paar Jahren schaut das eh schon wieder alles anders aus. Da sind dann plötzlich nur die ungesättigten Fette böse (die jetzt noch mal davon gekommen sind). Ändert sich doch ständig. Drum freu ich mich schon lange auf den Tag, an dem „amerikanische Forscher“ heraus gefunden haben werden, dass “aufgrund allerneuester Studien” das Vitamin C “im Grunde für den Organismus schädlich” sei.

Marcel Koller ist Schweizer. Und neuer Teamchef unseres Fußball-Nationalteams. Also keine österreichische Lösung – im doppelten Wortsinn. Koller ist zumindest eine ungewöhnliche Wahl. Wir dürfen gespannt sein. “Ich bin überzeugt, den österreichischen Fußball voranzubringen”, hat er bei seiner Präsentation gemeint. Was ihm dabei zugute kommen könnte: Die derzeitige Pechsträhne des ÖFB kann nach den Gesetzen der Wahrscheinlichkeit unmöglich weitere 30 Jahre andauern.

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Tuesday, 22.05.2012, 15:08 Uhr

Autorenprofil Peter Klien

Peter Klien
Peter Klien ist zwar in Hollabrunn in Niederösterreich geboren, wuchs aber ab seinem 5. Lebenstag in Wien auf. Die weiteren Stationen eines bewegten Lebens: Schauspieler, Kabarettist, Lektor für altgriechische Philosophie an der Universität Wien, Verwalter wissenschaftlicher Datenbanken im Österreichischen Bibliothekenverbund. Reicht nicht? Eben. Deshalb schreibt er jetzt für wiener-online. (Foto: Bernhard Noll)

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