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Autoren-Duo David Schalko und Thomas Maurer wagten sich an die Verfilmung des Popkultur-Romans "Wie man leben soll". Im WIENER gestehen sie, dass sie 1986 kleine Draufgänger, Fans von Indiana Jones und Duran Duran waren.

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Merke: „Wenn man dasitzt und hasst, sollte man daran denken, dass Jugend und Abhängigkeit eines Tages ein Ende haben werden.“ Wie schaut die Welt 1986 für einen 16-Jährigen aus? Einen 16-Jährigen, der nicht gut aussieht, Brillenträger und übergewichtig ist, keine sonderliche Begabung in der Schule zeigt, keine Courage besitzt und vermutet, dass das Leben ihn jeden Tag bescheißt. Bestseller-Autor Thomas Glavinic zeichnet in seinem 2004 erschienen Popkultur-Roman „Wie man leben soll“ ein groteskes Bild seiner Romanfigur Karl Kolostrum. Zur selben Zeit quälten sich Regisseur David Schalko und Kabarettist Thomas Maurer bereits, eine passende Geschichte für einen außergewöhnlichen Film zu finden…

Am 7. Oktober startet ihre Roman-Verfilmung in den Kinos. Nicht nur Buch und Film sind herrlich komödiantisch, sondern auch die Doppel-Conférence der beiden Drehbuch-Schreiber. Im WIENER sprechen sie über Sex mit 13, wer die bessere Musik hörte und der größere Draufgänger in den 1980ern war.

Das Buch „Wie man leben soll“ ist ziemlich genial. Hattet Ihr keine Angst es zu verhunzen?

Maurer: Es war nicht unser Ziel, das Buch zu verhunzen. Schalko: Alfred Hitchcock hat schon gesagt, man soll nur schlechte Bücher verfilmen. Wir haben versucht, das zu widerlegen. Blöd auch, wenn was schief geht, dass wir den Autor privat kennen. (lacht)

Wie kam denn die Idee, das Buch zu verfilmen?

M: An der Idee, das Buch in einen Film umzusetzen, haben wir nicht so lange gearbeitet, wie an der Umsetzung, das Buch zu verfilmen. (lacht)
S:
Wir hatten zu viele Ideen, um uns auf eine Geschichte für einen Film zu einigen. Dann kam die Idee, einen Roman zu verfilmen, den wir beide mögen. Die Übung wollten wir uns aber nicht so leicht machen, wir haben uns dann für einen Roman entschieden, der nicht so leicht zum Verfilmen geeignet war.
M:
So ganz stimmt das nicht. Es gibt schon, komische Szenen, die sich zum Verfilmen eignen. Aber das Buch hat keine konventionelle Handlung, keine Dialoge, eine künstliche Sprache und einen inaktiven Helden.
S: Wir wollten auch eine Komödie machen, die untypisch für Österreich ist. Auch um den Geist des Buches zu erhalten.

Der Film lebt von den 90 Schauspielern, es ist ein einziges Kommen und ein Gehen. Ihr habt Euch mit dem Deutschen Axel Ranisch den perfekten Jung-Schauspieler ausgesucht. Hattet Ihr das gleiche Bild im Kopf?

M: Wir waren uns sofort einig, dass die Rolle von Helmut Qualtinger aus 1957 gespielt werden muss, der war aber nicht sofort verfügbar.
S: Wir haben recht lange gesucht. Es war unmöglich, einen dicken österreichischen Schauspieler Anfang 20 zu finden. Wir haben eine gelungene Mischung aus Schauspielern: junge prominente wie Robert Stadlober und Manuel Rubey, aber auch unbekannte, die zum ersten Mal spielen.
M: Axel ist die ideale Besetzung. Er hat eine unglaubliche Präsenz, obwohl er kaum Text hat. Es ist sauschwer, einen No-Energy-Typen zu verkörpern und lebendig zu bleiben.

Karl Kolostrum wird im Buch und im Film als „Sitzer“ bezeichnet. Ist das ein klassischer Loser für Euch?

S: Loser ist was anderes.
M:
Ein Loser muss kein Sitzer sein, der Loser kann sich auch durch kontaktfreudige Aufgeregtheit auszeichnen.
S:
Ein Sitzer bleibt überall sitzen, wo man aufstehen müsste. Wenn der Installateur da ist, sagt er, dass eh alles in Ordnung ist, obwohl der Wasserhahn tropft. Unfähig, den eigenen Antrieb in Aktion zu übersetzen.
M:
Die vorhandene Energie wird ausschließlich in kinetische Energie verwandelt. (beide lachen)
S: Der Begriff Sitzer kommt ja aus der Ratgeber-Literatur. Diese Unterteilung in Typen gab es schon in der Antike und bei Moliere.
M: Irgendwann kommt dann ein ganz kreativer Typ, erfindet einen neuen Typ und schreibt ein Buch.

Welcher Typ wart Ihr in der Schule? Sitzer, Draufgänger, Trickser, Mitläufer?

S: Ich lasse mich nicht schubladisieren. Eine Mischung aus Draufgänger und Sitzer, ein bisschen Mitläufer, ganz selten ein Trickser.
M: Ich war schon ein bisschen älter, in dieser Zeit hab ich bereits Faustkämpfe im Augarten ausgetragen.
S: Weil du in einer Gang warst. In der Augarten-Gang. Hattet Ihr die roten oder die blauen Halstücher?

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DAVID SCHALKO: geboren am 17. Jänner 1973 in Waidhofen an der Thaya. Nach der Matura in Wien beschloss der Sohn eines Bankers Betriebswirtschaftslehre zu studieren. Bereits neben dem Studium begann David Schalko mit dem Schreiben. Breite Bekanntheit erlangte er mit seiner „Sendung ohne Namen“ und für seine Satire „Weiße Nacht“ über den Unfall von Jörg Haider. Für den ORF produziert Schalko die Late-Night-Show „Willkommen Österreich“. THOMAS MAURER: geboren am 27. Juni 1967 in Wien. Erste Erfolge als Kabarettist feierte Schulabbrecher Thomas Maurer gegen Ende seiner Buchhändler-Lehre. Sein Einstieg: ein Vorstellungsgespräch im Kabarett Niedermeier für einen Nachwuchsabend. Aktuell ist Thomas Maurer in „Was gibt es Neues zu sehen?“ und ab November in „Wir Staatskünstler“ im ORF zu sehen.
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Tuesday, 22.05.2012, 15:07 Uhr

Autorenprofil Anita Kattinger

Anita Kattinger
Die 28-jährige Publizistik-Absolventin begann ihre journalistische Laufbahn bei der Zeitschrift der Gewerkschaftsjugend und war mehrere Jahre als Innenpolitik-Redakteurin bei der Tageszeitung ÖSTERREICH tätig.

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