WIENER
Kolumnen

Sag zum Abschied leise Porno…

Pandora zieht sich aufs Altenteil zurück. Und blickt ein letztes Mal auf ihre erotischen Abenteuer zurück: auf chaotische Vierer, ihre Latex-und-Leder-Phase und, und, und ...

Niemals werde ich meine erste WIENER-Kolumne vergessen: Der arschkalte Toilettenfick mit Bode Millers Cousin und die heiße Affäre mit dem Verleger, der schon halb Wien in der Kiste hatte. Was für eine abwechslungsreiche Zeit. Ich war mitten in meiner „Shock to the System“- Phase und ging nur in Schnür-Korsage und Latex-Mini aus dem Haus. Was habe ich geschwitzt, und zwar nicht nur aus Lust. Angstschweiß war auch angesagt, als aus einem Dreier mit einem (bekannten, wenn auch nicht populären) Sportler ein Vierer wurde und mir dessen Manager nach Entwirrung aller Körperteile eine Klage androhte, da er ein Sex-Outing seines nach außen biederen Schützlings fürchtete.

Latex & Leder

Ich meine, ich habe mir im Laufe meines Lebens postkoital so einiges anhören müssen, aber eine Unterlassungsklage? No way! Erinnern wir uns also lieber an jene Zeit, in der ich frei war und ungebunden, maß- wie auch wahllos und definitiv mehr Sex hatte als dieser Tage. (Auch meine schöne Begleiterscheinung Schwester S. hatte noch mehr zu tun, als die Haufen ihres Töchterchens zu beseitigen, aber lassen wir das jetzt.) Nachdem ich von Latex und Leder die Schnauze voll hatte, wollte ich mich für einen Jaguar prostituieren, hüllte mich in Leo-Imitat und ging auf einem Polo-Tunier auf Beutefang. Den dicken Fisch, der mir auf den Teller sprang, ließ ich allerdings wieder von der Angel, nachdem ich ihn erstens und zweitens Hand in Hand mit seiner botox-starren Gattin sah.

Oh, was haben mich Gattinnen anno dazumal gehasst. Nach ein bis drei Affären mit verheirateten Männern (Plus: Dramatik, Leidenschaft, La Perla-Höschen satt, Minus: Magenschmerzen, Feiertagsdepressionen) bestrafte ich mich selbst mit einer Reihe Typen, die meiner nicht wert waren. Der Freak zum Beispiel, der mir bereits beim ersten Date ein Klistier verpassen wollte. Oder der Dicke, der meinte ich müsse abspecken. Absoluter Tiefpunkt: Meine Liaison mit dem „Petit Prince“, der mich einige Kolumnen lang in Wallung versetzte und sich schließlich als Riesenarschloch entpuppte. (Note to myself: Aus einem Mitleidsfick darf niemals eine Beziehung entstehen!)

Retrospektiv betrachtet trotzdem eine geile Zeit, da ich damals meine latente Bi- Sexualität so lange auf die Spitze trieb, bis ich keine Dosen und Dildos mehr sehen konnte. Es folgte die Trennung und meine Wiedergeburt. Das wahrscheinlich beste Jahr meines Lebens. Vom Griff ins Klo direkt in der Olymp der Begehrlichkeit. Drei Prachtkerle buhlten um Pandora, der Neureiche schickte mir Kobe-Rind- Steaks in der Limo. Der Frauenflüsterer mit der immervollen Sex-Toykiste aß sie. Und der einfache Junge mit dem flammenden Herz auf der Brust raubte mir meines und steckte mir einen Ring an den Finger. Der Rest? Ist lebende Geschichte. Ich mache jetzt mal Platz für Geilere. Aber keine Sorge: Ich ruhe mich bloß aus…

  • email
  • Facebook
  • Twitter
  • Posterous
  • del.icio.us
  • Tumblr
  • Google Bookmarks
  • LinkedIn
Shortlink:
Mehr zum Thema auf wiener-online.at

 

Userkommentare

Keine Kommentare zu diesem Artikel | Kommentar schreiben

wiener-online.at

Die offizielle Website des WIENER

Männer - Zeitgeist - Lifestyle - Kultur

Tuesday, 22.05.2012, 14:46 Uhr

Autorenprofil Pandora

Pandora
Janina Lebiszczcak ist Society-Redakteurin der Zeitschrift News. Für den WIENER schreibt sie unter dem Pseudonym Pandora Reithermann seit vielen Jahren ihre Kolumne »Pandoras Box«. Prädikat: Nicht jugendfrei.

» Alle Beiträge von Pandora » Private Webseite

Jetzt in Ihrer Trafik!

WIENER

Das Juni-Heft u.a. mit folgenden Themen:

  • Die Schmäh Brüder
  • Jason Stathame
  • Ulrich Seidl
  • Ein Museum im Meer
» ZUM HEFTABO

Eventkalender

Weitere Online-Angebote der Styria Media Group AG:
Börse Express | Die Presse | ichkoche.at | Kleine Zeitung | sport10.at | typischich.at | willhaben | WirtschaftsBlatt
//wiener-online.at