Kliener Wochenrückblick, 23.9.2011
Der Papst ist vermutlich besser angezogen als die meisten Wiener. Dennoch besuchte er nicht die Fashion Week, sondern den Bundestag: Peter Klien über eine Woche, die - Sie ahnen es bereits! - eine harte war.
Es war eine harte Woche. Zum Beispiel für Rainhard Fendrich. Der musste sich von Wolfgang Ambros jede Menge Schnee von gestern anhören. Wobei: Es ging nicht nur um Kokain. Klar, dass Fendrich verschnupft reagierte. Er wolle nie mehr mit Ambros singen, ließ er verlauten. “Wir krachen oft, wir streiten viel, wir lügen überm Meer”. Das wird der Wolferl in Hinkunft nun alleine trällern müssen. Genauer: im Duett mit Johnny Walker!
Hart war diese Woche auch für alle, denen Kleidung Kleidung ist. In Wien ist nämlich die Modemesse über die Bühne gegangen. Die natürlich schon lange “Vienna Fashion Week” heißt. Dadurch wirken die Fetzen besser. Quasi: fetziger. Für mich klingt ja “Wiener Mode” ein bisschen wie “englische Küche”. Wie “deutscher Humor”. Oder “italienischer Feminismus”. Also wie etwas, das es in dieser Form nicht geben kann. In Wien findet man gutes Essen, guten Wein, gute Musik. Und viele Leute, die im Jogging-Anzug einkaufen gehen.Vor diesem Hintergrund wäre es nur konsequent, wenn die Models der Vienna Fashion Week mit einem schwarzen Schimmel auf den Laufsteg geritten kämen. Mit dem sie blitzeschnelle langsam um die runde Ecke bögen.
Hart war diese Woche auch für Papst Benedikt. Viel Skepsis schlug ihm entgegen von seinen deutschen MitbrüderInnen. Die Rede im Bundestag haben viele Abgeordnete gar boykottiert. Dabei sprach er nicht als Kirchenoberhaupt. Er sprach als gewählter König des Vatikan. Die Deutschen sollten mit ihrem Papst ruhig ein wenig freundlicher umgehen, finde ich. Wie mit andern Leuten aus dem Showgeschäft auch. Immerhin kann man vieles lernen vom Papst. Zum Beispiel: Dass man sich in seine Arbeit hineinknieen sollte!








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