Ich brauche Tabus
Seit zehn Jahren ist Designerin Ute Ploier Fixstarterin in Paris. Ihre Männer-Mode spielt mit Rollenbildern und ist in Japan heißt begehrt.
Das Atelier von Ute Ploier liegt in einem schattigen Hinterhof. Die Designerin wählte an diesem Tag ein dunkles, maskulines Outfit. Sie würde niemals Pastelltöne tragen, dafür sei ihr Studio zu hell. Seit zehn Jahren präsentiert Ute Ploier in Paris, aber kein Geschäft in Wien verkauft ihre Mode. Ihre aktuelle Winterkollektion nannte sie Hybrid – im Kopf hatte die Designerin eine Kreatur aus Mann und Pferd. Mit diesem Bild im Kopf entwarf sie elegante Anzugschuhe mit wasserdichtem Neopren-Reißverschluss oder einen klassischen Wollmantel mit sportlicher Paspelierung.
Gehören Sie zu jenen Designern, die sich schon als Teenager ihr Abend-Outfit selbst genäht haben?
Als Kind habe ich besonders gerne Theater- Stücke inszeniert. Dieser Zugang hat durchaus Parallelen mit der Mode. Genäht habe ich nie, aber gerne gezeichnet. Ich wusste aber nicht sofort, mit welchem Medium ich gerne beruflich arbeiten würde. Auch Grafikerin und Fotografin konnte ich mir gut vorstellen.
Wieso haben Sie sich für Männer-Mode entschieden?
Anfangs habe ich an der Angewandten mit Frauenmode experimentiert, aber es ist mir schwer gefallen. Es gibt zu viele Möglichkeiten, keine Grenzen. Alles war schon einmal da. Es gibt keine Tabus. Bei Männermode gibt es weniger Materialien und weniger Möglichkeiten. Man stößt leichter an die Grenzen. Mir geht es darum, auf Widerstand zu stoßen und Grenzen zu verschieben.
Setzen Sie sich jeden Tag ans Zeichenbrett oder an die Nähmaschine?
Mir fehlt die Geduld, ich habe nie selber genäht. Ich zeichne auch wenig, manchmal kleine Notizen. Ich entwerfe im Kopf und setze den Entwurf sofort dreidimensional um [an der Modepuppe, Anm.].
UTE PLOIER: Geboren am 21. Mai 1976 in Linz. Nach der Matura ging sie für ein Jahr ans Saint Martins College in London. An der Angewandten entschied sich Ute Ploier in der Klasse von Jean-Charles de Castelbajac für Männermode. Vor elf Monaten kam Tochter Matilda auf die Welt. Ihr größter Markt ist Japan. In Wien, wo sie ihr Atelier hat, wird ihre Mode nicht verkauft. Webtipp: www.uteploier.com







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