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Kolumnen

Highway in hell

Die ASFINAG baut millionenteure Feldwege, die sie dann mit einem A und einer Zahl versieht, nennt sie Autobahn und fängt kurz nach Fertigstellung mit der Renovierung derselben an. Derlei Tolldreistheit kostet dann auch noch Maut...

Man verzeihe mir die Rage, aber ich komme frisch aus Italien. Von ganz unten am Stiefel kam ich, fuhr gemütlich meine 140 Schnitt und hatte wie üblich eine rechtschaffen kostspielige Fahrt bis ins Kanaltal – zweispuriger, baustellen- und darob staufreier Highway-Genuss in Reinkultur. An der letzten Autogrill-Station vor Tarvis pflege ich dann meist den letzten einer Reihe formidabler Espressi einzuwerfen und verstelle gleichzeitig meine Sprachgewohnheit. Ich radebreche in einem Ostblock-Mix herum, gebe gelegentlich den verstimmten Schwaben, versuche, so zu parken, dass man mein Kennzeichen nicht sehen kann und tue alles, um meine österreichische Herkunft zu verbergen. Ich geniere mich nämlich stets zu Tode, wenn einer an der Tanke neben mir eine Autobahn-Vignette für unser geliebtes Alpenland ersteht.

Dauerbaustelle

Für die Fortbewegung auf diesen asphaltgewordenen Katastrophen nämlich auch noch Geld zu verlangen, grenzt in Sachen Tolldreistheit fast an die Selbstbedienungs- Habits mancher Top-Manager dieses Landes. Ab der Grenze geht es los: Gefühlt alle 20 Kilometer eine Baustelle mit für das hochrangige Straßennetz mehr als lächerlichen Tempolimits (60 km/h sind ziemlicher Standard von Thörl Maglern bis Wien), die sich allerdings bei der nonchalanten Stümperhaftigkeit, mit der die Fahrbahnverengungen konfiguriert werden, tatsächlich noch als viel zu schnell herausstellen. Bei jeder dieser Baustellen wird bloß auf zwei Dinge Wert gelegt: Erstens sollen die idiotischen, grinsenden Pylonen mit den lustigen „noch soundsoviel km“ Messages gut lesbar sein und zweitens müssen entweder ein paar Radarboxen oder aber gleich eine tolle Section Control aufgestellt werden können, auf dass sich die Sache mit den tausenden Baustellen nicht nur für die jeweilige Baufirma schön auszahlt.

Section Control

Ein fast schon positives Beispiel für eine gelungene Autobahnkonfiguration wäre die nette Dauerbaustelle auf der Wiener Südosttangente bei der Hanssonkurve geworden – die erste Version des dortigen Bagger-Pow Wows war nämlich richtig gut gelegt, so dass es kaum staute. Das musste natürlich sofort korrigiert werden. Aber auch die zweite Version hielt den Verkehr dummerweise flüssig. Erst beim dritten Versuch gelang dem zuständigen Unternehmen, wofür es sonst weithin bekannt ist: ein Stau-Chaos zu produzieren, das täglich mehrere Auffahrunfälle bedingt und Polizei, Abschleppdienste sowie die Geduld der Verkehrsteilnehmer gehörig strapaziert. Bloß die Section Control funktioniert scheinbar klaglos. Sie überwacht ein 60 km/h-Tempolimit, das tagsüber staubedingt sowieso niemand derglengt, dafür aber nachts gelegentlich für stockenden Verkehr sorgt, wo man doch mit dem sonst vorgeschriebenen 80er zügig und flüssig unterwegs wäre…

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Tuesday, 22.05.2012, 14:30 Uhr

Autorenprofil Franz J. Sauer

Franz J. Sauer
Der Sauer. Automobilfetischist, Original, Chefredakteur des "Motorradmagazins", Gelegenheitsblogger auf "Zeit im Blog 21".

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