Recycling-Revoluzzer
Mit seinen unkonventionellen Entwürfen will der Niederländer Piet Hein Eek Geschichten erzählen. Wir lauschen gespannt.
Piet Hein Eek kehrt zurück zu seinen Designwurzeln. Die liegen in der niederländischen Stadt Eindhoven, wo er einst die international gefeierte Talenteschmiede der Design Academy besuchte. Seine Abschlussarbeit, ein Kasten aus unzähligen Stückchen Abfallholz, katapultierte ihn direkt in die Höhen der Design-Elite. Das ist inzwischen gute 20 Jahre her. Im Frühjahr hat Eek in Eindhoven mit seinen Mitarbeitern ein altes Fabriksgebäude bezogen. In dem weitläufigen Areal, das neben dem Atelier auch ein Restaurant und einen Showroom beherbergt, ist auch gleich die Werkstatt untergebracht. Interessierte Besucher können dabei zusehen, wie Holzstücke verleimt oder Metallröhren verbunden werden. Alles Abfälle, die hier ihre Wiedergeburt als Designobjekt erfahren.
Die Transparenz war dem niederländischen Querdenker schon immer ein Anliegen. Seine Kunden wissen genau, woher das Holz stammt, auf dem sie sitzen. Und wo der Stuhl von Hand gefertigt wurde. Lange bevor der Green-Boom über die Designlandschaft schwappte, arbeitete man bei Eek ganz selbstverständlich nachhaltig.
Ich werde Zimmermann
Die Liebe zu den Möbeln wurde ihm in die Wiege gelegt. „Schon als Bub baute ich aus Streichhölzern Möbel und Häuser. Bis heute bin ich nicht nur Designer, sondern auch Zimmermann.“ meint Eek. Und legt nach wie vor an seinen Möbeln selbst Hand an. Doch er versteht sich auch als Dolmetscher: „Entwerfen bedeutet für mich die Übersetzung einer abstrakten Idee in ein konkretes Möbelstück.“
Seine Kreationen erzählen vom Reiz, dem gängigen Ideal der Perfektion etwas entgegenzusetzen. Von der Welt, die Eek mit seinen Entwürfen immer wieder auf den Kopf stellen möchte. „Wie ein Fisch im Wasser“ fühle er sich in seiner neuen Arbeitsumgebung, sagte der Designer unlängst in einem Interview. Der Fisch Piet Hein Eek schwimmt auch heute noch mit unverminderter Begeisterung gegen den Strom.
Schöner Schaukeln
Der Stuhl sieht aus, als wären schon Generationen von Kapitänen auf ihm in den Feierabend geschaukelt. Er ist ein perfektes Beispiel für die Eek‘sche Handschrift, in der altes Material gekonnt auf moderne Form trifft.
Zur Person:
PIET HEIN EEK: Entschleunigungsenthusiast, quirliger Querkopf & Hundert Prozent Holland.
1967 in den Niederlanden geboren, Absolvent der Design Academy in Eindhoven. 1992 Eröffnung Atelier in Geldrop. Ab 2011 Sitz in Eindhoven. Arbeitet hauptsächlich mit Abfall. Jedes Material hat eigene Formsprache und Verabeitungsform. Neben Möbelkollektion auch Interiorkonzepte. www.pietheineek.nl








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