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Opel Ampera: 60 Kilometer in die Zukunft

Mit dem wichtigsten Modell des Jahres präsentiert uns Opel gleich den neuen Verkehrserzieher. Und alle werden wir bessere Menschen.

Schick sieht er aus, der wichtigste Opel seit langem. Damit sticht er unter anderem sein US-amerikanisches Geschwisterl namens Chevrolet Volt aus. Scheinbar braucht es in der alten Welt etwas mehr Kost fürs Auge, um die Leute zum automobilen Umdenken zu bewegen. Und das ist schließlich die Hauptaufgabe des Ampera, sagt man bei Opel.

E-Antrieb

Es ist dies nämlich ein Auto, das unser Verständnis vom alltäglichen Autofahren insofern sensibilisieren soll, als dass man nicht bloß auf das sprichwörtliche Ei hinterm Gaspedal, sondern auch auf andere Spritfresser wie Klimaanlage, Radio und die Fahrweise an sich achten soll. Zumindest, wenn man jene 60 Kilometer, die angeblich 80 Prozent der Menschen in unseren Breitengraden täglich fahren, so sparsam wie möglich zurücklegen will. Ungefähr diese bezeichnen auch jenen Radius, in dem man sich mit dem Ampera rein elektrisch fortbewegen kann. Und wenn man dann eben die Klima abdreht, das Radio leiser und auch beim Bremsen darauf achtet, möglichst flüssig zu fahren, kann man diese auch auf 80 Kilometer stretchen. Geht es nach Opel, entwickeln die Ampera-Fahrer diesbezüglich eine sogenannte „Green Sportsmanship“, die nichts anderes als ein Matcherl dahingehend bedeutet, wer mit seinem Ampera weiter kommt, ohne Range Extender.

Benzinmotor

Jener ist ein 1,4 Liter Benziner mit 86 PS, der allerdings ausschließlich dafür da ist, die Batterien aufzuladen, in die Antriebsagenden mischt er sich nur im äußersten Notfall (Vollast, leere Akkus) über ein monströses Planetenräder- Konstrukt ein. Werkt der Stinker mit, kommt der Ampera insgesamt 500 Kilometer weit, mit 35 Litern Tankinhalt keine verbrauchstechnische Großtat. Aber kaufen sollte sich den Ampera sowieso nur jener, der auch wirklich rund 60 Kilometer von Steckdose zu Steckdose (normale 230 Volt werden benötigt, die Ladezeit beträgt etwa vier Stunden) fährt.

Fahrspaß

Der Vortrieb selbst gestaltet sich lustig mit dem Ampera, sogar spritzig. Schließlich schieben die 370 Nm Drehmoment ab der ersten Sekunde voll an, lautlos Fahren hat sowieso seinen Reiz und die Info-Flut, die die beiden Displays auf einen loslassen, wirkt nur die ersten fünf Minuten lang erdrückend. Dann hält man sich gerne an das witzig animierte Bällchen, das einem dauernd auf den, hm, Gasfuß schaut und anzeigt, ob man eh brav spart. Die Automatik arbeitet kaum merkbar, also so wie man es sich von ihr wünscht, Bremsen wie Fahrwerk gehen in Ordnung. Und irgendwann ertappt man sich tatsächlich dabei, fröhlich zu schwitzen, weil man die Klimaanlage abgedreht hat. Ein Schiebedach wäre demnach ein praktisches und empfehlenswertes Extra.

Opel Ampera – Die Daten

  • Antrieb: Voltec Elektroantrieb
  • Leistung 150 PS
  • Verbrauch (E-betr.) 1,6 l / 100 km
  • Drehmoment 370 Nm
  • Beschleunigung 0-100 9,1 Sek.
  • Spitze 161 km/h
  • Preis 42.990 Euro

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Monday, 21.05.2012, 16:44 Uhr

Autorenprofil Franz J. Sauer

Franz J. Sauer
Der Sauer. Automobilfetischist, Original, Chefredakteur des "Motorradmagazins", Gelegenheitsblogger auf "Zeit im Blog 21".

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