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Sex

Das Oben-Unten-Dilemma

Um guten Sex zu haben, muss man sich nicht alle Glieder verrenken.

95 Prozent aller Pornos führen uns etwas vor, was in der Realität wohl ziemlich unerotisch ist: Stellungswechsel alle paar Minuten, einfallsloses Rein-Raus in allen Körperpositionen und elastische Verrenkungen sämtlicher Gliedmaßen zwecks besserem Kamerablickwinkel.

Ich persönlich kenne nur wenige Menschen, die es tatsächlich antörnend finden, alle paar Stöße eine Seite im Kamasutra weiterzublättern. Stattdessen kenne ich viele, die es genießen, eine oder zwei Stellungen auszukosten und ihre Vorteile tiefgehend zu erforschen. Gerade die Standardvarianten (er oben, sie unten oder sie oben, er unten) haben einiges für sich, egal, ob man jetzt oben oder unten liegt.

Die Vorteile der oberen Position, liegen auf der Hand: Du kannst das Tempo und die Art und Weise bestimmen, in der das Liebesspiel stattfindet. Schneller, tiefer, verzögert, schräg, alles nach Deinem Begehr. Und Du bestimmt die Distanz zwischen Dir und dem/der Partner/in, bei der Erregung ein nicht zu unterschätzender Faktor: wegdrücken, heranziehen, anpressen, loslassen je nach Belieben, das kann nur der/die Obere. Als Frau steuerst Du darüberhinaus natürlich auch, wie weit Du dein Gegenüber nicht nur heran-, sondern hereinlassen möchtest.

Worüber Du noch den Überblick hast, ist die Lust deines/r Partners/in. Was gibt es Geileres, als den Ausdruck der Ekstase im Gesicht des/r Liebsten zu sehen, den entrückten Blick, den leicht geöffneten Mund, die kleinen Schweißperlen an Haaransatz und Nase?

Einer der Nachteile dieser Position ist allerdings, dass Du die meiste Zeit Deine Hände benötigst, um Dein Gewicht abzustützen. Nix fummeln, streicheln, kneten, liebkosen. Dazu musst Du Dich schon mit ganzem Gewicht auf Deine/n Mitspieler/in legen (wobei nicht mehr viel Platz und Luft zum Streicheln bleibt), oder Du setzt dich komplett aufrecht hin, und bist damit ziemlich weit weg von allem, was Du gerne berühren würdest.

Ein weiterer Nachteil: Du musst aktiv sein, ob Du willst oder nicht, sonst wird sich nicht viel abspielen. Außer zumindest einer von Euch zwei bewirbt sich um eine neue Stellung.

In der unteren, angeblich passiven Position, hast Du hingegen alle Freiheiten, die Du Dir erträumen kannst: Du hast stets beide Hände frei, um zu drücken und zu kratzen, zu streicheln und zu packen, das Hinterteil des/der Partners/in zum Beispiel, um dadurch ein Wörtchen beim Thema Tempo und Tiefe mitzureden. Du kannst jederzeit nach Belieben Tun oder Lassen, Geschehen lassen oder Mitmachen, Genießen und die Augen schließen und 1000 Fantasien in deinem Kopf ablaufen lassen, ganz wie Du willst. Eine ziemlich aktive Position eigentlich.

Du kannst sogar, wenn es denn unbedingt sein muss, den Deckenanstrich studieren. In diesem Fall solltest Du Dich aber vielleicht fragen, warum Du Dich bei Deinen Betrachtungen überhaupt noch durch die lästige Person auf/in Deinem Becken stören lässt…

Das einzige, was Du beim Stellungswechsel nicht machen solltest, ist, eine Bewertung vorzunehmen, frei nach dem Motto: Oben ist gleich besser. Oder abwechslungsreich ist gleich besser. Natürlich haben wir alle unsere Vorlieben, doch die sind oft nur phasenweise, und jedes Paar muss sowieso jene Stellungen finden, die zu ihrer Leidenschaftskombination am besten passen. Alles andere ist deshalb nicht gleich schlechter, sondern eben nur anders. Genuss kommt schließlich von überall her, nicht nur von oben oder von unten.

Viel Vergnügen!

P.S. Selbstverständlich gibt es unzählige andere Varianten, in denen Geschlechtsteile zusammengefügt werden können und die ich hier nicht erwähnt habe. Vielleicht demnächst mehr zum Thema Kopfstand, Überschlag und Nackenrolle…?!!

95 Prozent aller Pornos führen uns etwas vor, was in der Realität wohl ziemlich unerotisch ist:
Stellungswechsel alle paar Minuten, einfallsloses Rein-Raus in allen Körperpositionen und
elastische Verrenkungen sämtlicher Gliedmaßen zwecks besserem Kamerablickwinkel.

Ich persönlich kenne nur wenige Menschen, die es tatsächlich antörnend finden, alle paar
Stöße eine Seite im Kamasutra weiterzublättern. Stattdessen kenne ich viele, die es genießen,
eine oder zwei Stellungen auszukosten und ihre Vorteile tiefgehend zu erforschen. Gerade die
Standardvarianten (er oben, sie unten oder sie oben, er unten) haben einiges für sich, egal, ob
man jetzt oben oder unten liegt.

Die Vorteile der oberen Position, liegen auf der Hand: Du kannst das Tempo und die Art und
Weise bestimmen, in der das Liebesspiel stattfindet. Schneller, tiefer, verzögert, schräg, alles
nach Deinem Begehr. Und Du bestimmt die Distanz zwischen Dir und dem/der Partner/in,
bei der Erregung ein nicht zu unterschätzender Faktor: wegdrücken, heranziehen, anpressen,
loslassen ja nach Belieben, das kann nur der/die Obere. Als Frau steuerst Du darüberhinaus
natürlich auch, wie weit Du dein Gegenüber nicht nur heran-, sondern hereinlassen möchtest.

Worüber Du noch den Überblick ist hast, ist die Lust deines/r Partners/in. Was gibt es
Geileres, als den Ausdruck der Ekstase im Gesicht des/r Liebsten zu sehen, den entrückten
Blick, den leicht geöffneten Mund, die kleinen Schweißperlen an Haaransatz und Nase?

Einer der Nachteile dieser Position ist allerdings, dass Du die meiste Zeit Deine Hände
benötigst, um dein Gewicht abzustützen. Nix fummeln, streicheln, kneten, liebkosen. Dazu
musst Du Dich schon mit ganzem Gewicht auf Deine/n Mitspieler/in legen (wobei nicht mehr
viel Platz und Luft zum Streicheln bleibt), oder Du setzt dich komplett aufrecht hin, und bist
damit ziemlich weit weg von allem, was Du gerne berühren würdest.

Ein weiterer Nachteil: Du musst aktiv sein, ob Du willst oder nicht, sonst wird sich nicht viel
abspielen. Außer zumindest einer von Euch zwei bewirbt sich um eine neue Stellung.

In der unteren, angeblich passiven Position, hast Du hingegen alle Freiheiten, die Du Dir
erträumen kannst: Du hast stets beide Hände frei, um zu drücken und zu kratzen, zu streicheln
und zu packen, das Hinterteil des/der Partners/in zum Beispiel, um dadurch ein Wörtchen
beim Thema Tempo und Tiefe mitzureden. Du kannst jederzeit nach Belieben Tun oder
Lassen, Geschehen lassen oder Mitmachen, Genießen und die Augen schließen und 1000
Fantasien in deinem Kopf ablaufen lassen, ganz wie Du willst. Eine ziemlich aktive Position
eigentlich.

Du kannst sogar, wenn es denn unbedingt sein muss, den Deckenanstrich studieren. In diesem
Fall solltest Du Dich aber vielleicht fragen, warum Du Dich bei Deinen Betrachtungen
überhaupt noch durch die lästige Person auf/in Deinem Becken stören lässt …

Das einzige, was Du beim Stellungswechsel nicht machen solltest, ist, eine Bewertung
vorzunehmen, frei nach dem Motto: Oben ist gleich besser. Oder abwechslungsreich ist
gleich besser. Natürlich haben wir alle unsere Vorlieben, doch die sind oft nur phasenweise,
und jedes Paar muss sowieso jene Stellungen finden, die zu ihrer Leidenschaftskombination
am besten passen. Alles andere ist deshalb nicht gleich schlechter, sondern eben nur anders.
Genuss kommt schließlich von überall her, nicht nur von oben oder von unten.

Viel Vergnügen!

P.S. Selbstverständlich gibt es unzählige andere Varianten, in denen Geschlechtsteile
zusammengefügt werden können und die ich hier nicht erwähnt habe. Vielleicht demnächst
mehr zum Thema Kopfstand, Überschlag und Nackenrolle …?!!

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Monday, 21.05.2012, 16:28 Uhr

Autorenprofil Caroline Klima

Caroline Klima
Caroline Klima lebt als Autorin, Übersetzerin und Lektorin in Wien – Spezialgebiete Geschichte, Psychologie & Comics. Als langjährige Erotik-Kolumnistin im Netz (u. a. „CaroLines“ seit 1999!) heizte sie den WIENER-Lesern mit ihrer KlimaZone zunächst auf dem Papier ein - und nun auf wiener-online.at.

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