Nachbars Garten
Ruhig Blut. Pandora scheut den Vergleich nicht. Und weiß, dass andere Mütter auch schöne Töchter haben.
Halleluja. Der Italien-Urlaub ist vorbei. Ich bin geneigt, meine Heidenangst vor Kirchen zu überwinden (das Risiko, zu Staub zu zerfallen oder in Flammen aufzugehen, erscheint mir zu groß) und eine Kerze im Stephansdom anzuzünden. Was ist bloß mit diesen Italienerinnen los? Sehen schon beim Frühstück aus, als würden sie zum Preistanzen gehen. Big Hair, Small Dress, High Heels. Trinken quasi ohne Unterlass, essen ausschließlich Kohlenhydrate und trotzdem: Figur wie Sophia Loren. Sauerei. Mein Holder hat einen Stiernacken vom vielen Umdrehen und eine kahle Stelle am Schädel, dort, wo meine tadelnde Hand ihn immer und immer wieder traf. Ganz ehrlich, da kann man schon grantig werden. Endlich mal Urlaub, das bedeutet für mich den Perfektionsansprüchen des Wiener Wahnsinns einmal nicht genügen zu müssen. Ich verreise stets mit leichtem Gepäck und wer hätte schon ahnen können, dass ich mich in einem kleinen Kaff am Meer aufbrezeln muss, als würde ich bei der Wahl zur “Goldene-Go-go-Stange” antreten, um mithalten zu können.
Man lernt nie aus. Beim nächsten Mal werde ich den kleinen Signoras zeigen, was eine halb-ukrainische Harke ist. Aber kommen wir zum Punkt. Männer mit Wendehälsen. Männer, die pfeifen, stöhnen, grölen, schnaufen, sich beherzt ans Gemächt greifen und in der Wange seltsame klackernde Geräusche erzeugen – als Zeichen ihrer Anerkennung, versteht sich. Die große Zsa Zsa Gabor sagte zu diesem Thema: “Natürlich muss man die Männer nehmen, wie sie sind. Aber man darf sie nicht so sein lassen.” Ich gehe mit Zsa Zsa in Geschmacksfragen nicht konform. Sie hat diesen Porno-Prinzen geehelicht, diesen Frederic-schieß-mich-tot-Anhalt, der gern in den eigenen Vorgarten pinkelt und Anspruch auf fremde Babys erhebt.
Männer zu verändern ist mühselig. Männer zu verändern, was ihren Trieb betrifft, ist unsinnig. Die Natur findet immer ihren Weg und gegen ein hübsches Paar Titten ist selbst ein Nobelpreisträger machtlos. Ich bin meinem Holden also nicht böse, wenn ihm die italienischen Spezialitäten den Mund wässrig machen. Es ist nur ganz einfach unglaublich ungerecht, dass es – Tatsache – auf dieser Welt viel mehr heiße Frauen gibt als Männer. Nach wem soll ich mich denn bitte umdrehen, so ich nicht beim Surf-Festival am Bondi Beach weile? Nach meinem versnobten Nachbarn mit der Hühnerbrust? Nach meinem Boss? Nach dem Typen im 13 A, der mir immer Trips andrehen will?
Lange Beine, tolle Möpse
Was also tun, wenn mein Alter mir einmal zu oft ein Ohr abkaut, weil jede zweite Passantin lange Beine, tolle Möpse oder einen geilen Hintern hat? An Tagen wie diesen gehe ich ins Motto. Der Wirt kennt sein Geschäft, in seinem Wasserloch bedienen die schönsten Kellner der Donaumetropole. Dort lasse ich mich dann nieder – ganz Queen of the Fag Heads – und belästige gemeinsam mit meinem schwulen Fanclub das Servierpersonal. Und dann. Dreht mein Alter durch. Vor allem, wenn ich wieder einmal Curly Sue durch den Lockenkopf wuschle.
Noch besser: Die Typen müssen nicht mal jung sein. Unlängst hatte ich einen Mitleidsflirt mit einem 60-Jährigen – mit dem Ergebnis, dass ich zuerst mit Emphase angebrüllt wurde und anschließend die ganze Nacht lang derart beherzt besprungen, dass ich noch heute ein Sitzkissen brauche. Ich kann das ja verstehen. Auf Partys schüttle ich zum Beispiel nie die Schlampen von seinen Schultern, wäre unsinnig, erstens stärkt das weibliche Interesse nicht nur sein Selbstbewusstsein, zweitens wird ja zu Hause gegessen. Mehrgängig. Nehmen wir’s also leicht. Eifersucht ist nur die Angst vor dem Vergleich. Und den habe ich noch nie gescheut.








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