Kliener Wochenrückblick, 8.7.2011
Der Fürst heiratet und in Wien treibt der fesche Sebastian sein Unwesen. Nicht nur das Parlament ist für Zweisprachigkeit. Auch der Nicht-Mehr-Doktor Karl-Theodor zu Guttenberg will seine Fremdsprachenkenntnisse in den USA aufbessern. Dort gibt's die Titel auch deutlich billiger...

Hart war die Woche auch für die „politischen Beobachter“. Sebastian Kurz ist ja die zarteste Versuchung, seit es Michael Spindelegger gibt. Zukunftshoffnung der ÖVP. Klingt wie eine Unwetterwarnung. Jedenfalls soll bei den Bürgerlichen der Bub mit dem Hummer schon bald ein Hammer werden. Rache für Strache und geil wie sieben parallele Teppichfransen! Also hat Kurz in dieser Woche aus dem neuen Integrationsbericht 20 Vorschläge des Expertenbeirats präsentiert. Nicht unbedingt ein persönlich gefärbter Rückblick auf lange Spaziergänge am Brunnenmarkt. Aber ein Aufruf: Bildung des Geistes gegen Bildung von Ghettos! Sofort versteht man, wie vertraut Kurz mit Integration ist – Integration in die politische Elite. Es stimmt: Der Bub ist megageil – auf eine eigene Karriere! Dabei fragt sich noch immer mancher: Ist der nicht viel zu jung für dieses Amt? Denn ja: Oft reden Milchgesichter Topfen. Doch Hannes Androsch hat das ausgeschlossen. Alexander der Große, rief er in Erinnerung, hat seine größten Erfolge gehabt, als er genau so jung war. Das mag schon stimmen. Aber der hat auch viel kaputt gemacht!
Ob gar der schöne Kurz nicht anders endet als der schöne Guttenberg? Genau: Karl Theodor Maria Nikolaus Johann Freiherr von und zu – falls das sein richtiger Name sein sollte. Still ist es geworden um den früheren Liebling der Deutschen und späteren Pinocchio der Herzen. Der ehemalige Doktor strg. cv. der Universität Buyreuth (schummel cum laude) kann seine Politkarriere vorerst abschreiben. Zuviel abgeschrieben. Vor kurzem aber hat er mitgeteilt, dass er sich samt Familie nun eine mehrjährige „Auszeit“ nehmen wolle. In Amerika. Klingt besser als „Flucht“. Fragt sich nur, ob Herr Baron auch standesgemäß auf einer Kanonkugel werden angeflogen kommen.
Weniger hart ist es diese Woche dafür im Parlament zugegangen. Dort wurden nach nur 56 Jahren Diskussion zweisprachige Tafeln für 164 Kärntner Ortschaften fixiert. Und wer saß in den Bänken des Hohen Hauses? Die Gäste der Versöhnung.








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