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Kliener Wochenrückblick, 22.7.2011

Eingeschläfert in der Lazarettgasse? Peter Klien würde manchem/mancher KickerIn das an den Hals wünschen, was die U6 neuerdings hat: Eine ordentliche Sperre.

Es war eine harte Woche. Zum Beispiel für die Fahrgäste der U6. Die ist jetzt zwischen Westbahnhof und Alserstaße gesperrt. Und weil die Leute nicht mehr durchfahren können, drehen sie fast durch. Besonders hart trifft es jene, die zum AKH wollen. Normaler Weise nehmen die einfach die Station “Michelbeuern” und gehen in wenigen Schritten über den Gürtel zum Spital hinüber – am “Boulevard of Broken Legs”. Wenn sie aber nun vom Westbahnhof mit der Straßenbahnlinie E angetuckelt kommen, um bei der Lazarettgasse eingeschläfert der Bimmelbahn zu entsteigen – dann können sie sich jetzt eigenfüßig den Gips von den Zehen latschen, bis sie endlich das AKH von der Ferne sehen!

Hart war diese Woche aber auch für die Damen des US-Fußball-Nationalteams. Die haben das WM-Finale verloren. Nicht minder hart war es allerdings für die Zuseher – und egal, zu wem sie geholfen haben. Denn entgegen der allgemeinen Begeisterung, die die FIFA-Diktatur einer weltweiten Berichterstattung hatte vorzuschreiben versucht: Dieses Spiel konnte letztlich nicht überzeugen. Wenn ich Fehlpässe, Stoppfehler, verstolperte Dribblings und eine chaotische Verteidigung betrachten möchte, kann ich gleich zu Kapfenberg gegen Wiener Neustadt fahren. Dort versteh ich wenigstens, was die Trainer schimpfen. Darf ich ganz ehrlich sein? Den meisten Frauen fehlt nach meiner Meinung etwas, das Marco Arnautovic leider auch abseits des grünen Rasens im Übermaß zu eigen ist: ein ordentlicher Schuss!

Doch ich will niemandem die Freude nehmen. Jederjede nach seinemihrem Geschmack. Und erinnert werden darf daran, dass die US-Damen den brasilianischen Herren auch etwas zuvor hatten. Sie konnten immerhin von vier Elfmetern einen im gegnerischen Netz versenken! O ja – wenn ich die Brasilianer sehe, weiß ich: Dieses Nachspiel muss ein Nachspiel haben!

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Monday, 21.05.2012, 16:08 Uhr

Autorenprofil Peter Klien

Peter Klien
Peter Klien ist zwar in Hollabrunn in Niederösterreich geboren, wuchs aber ab seinem 5. Lebenstag in Wien auf. Die weiteren Stationen eines bewegten Lebens: Schauspieler, Kabarettist, Lektor für altgriechische Philosophie an der Universität Wien, Verwalter wissenschaftlicher Datenbanken im Österreichischen Bibliothekenverbund. Reicht nicht? Eben. Deshalb schreibt er jetzt für wiener-online. (Foto: Bernhard Noll)

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