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Handarbeit

Sorry, Euch das sagen zu müssen, aber es ist leider wahr: Den meisten Frauen ist ein Penis allein zu wenig. Keine Sorge, Männer, sie meinen es nicht persönlich!

Männer, denen das Folgende etwas Neues ist, sollten sich schleunigst mit der Tatsache anfreunden: Ein Penis allein macht Frauen selten glücklich. Auch wenn das Innere einer Dame die meistens Herren selig macht: Die Mehrzahl der Damen befriedigt das nicht bzw. nicht genug.

Zum Trost: Die Ladys meinen es nicht persönlich und es hat nur äußerst selten mit den Penisdimensionen zu tun.

Es liegt an der Anatomie: Die Klitoris, DAS sexuelle Nervenzentrum einer Frau, liegt nun mal außerhalb der Scheide. Sie wird daher nur in wenigen Stellungen stimuliert und das oft nicht ausreichend. Handarbeit ist also angesagt, um der Bettgefährtin denselben Spaß zu verschaffen. Das Wichtigste daran ist Fingerspitzengefühl. Wer Pornos für eine brauchbare Anleitung hält, liegt völlig daneben. Was dort gerubbelt, gefingert, gestochert wird, ist von lustvoller Realität meist meilenweit entfernt. Die weibliche Intimgegend ist ein empfindliches Revier und möchte sanft erweckt werden. Auch wenn viele Männer gern direkt und handfest behandelt werden: Grobes Anfassen bringt die geilste Frau aus dem Konzept.

Es empfiehlt sich, sich von außen nach innen vorzutasten, zuerst vielleicht die gesamte Hand mit leichtem Druck auf die geschlossenen Schamlippen zu legen und nur sanft hin und her zu bewegen. Erst wenn die Liebesknospe wächst, kann man die Lippen teilen und an ihnen entlang streichen, stets knapp neben dem entscheidenden Knubbel. Kreuz und quer, im Kreis, mit den Fingerkuppen, mit dem Handballen, schnell, langsam, von vorne, von hinten, mit einem Finger, mit allen: Um die Liebste zu erfreuen, sollte man ausprobieren, was einem einfällt. Hauptsache: Rhythmisch.

Ob man falsch liegt, merkt man ziemlich rasch: Die meisten Frauen heulen auf, zucken zusammen oder verkrampfen sich, wenn man ihre Klitoris zu direkt rubbelt. Das ist höchstens gegen das Finale zu und mit viel Feuchtigkeit erlaubt. Wenn die Frau selbst nicht genügend davon produziert (was nicht zwingend an der mangelnden Qualität des Sex liegen muss, sondern auch mit dem Alter, Stress oder überstandener Krankheit zu tun haben kann), kann der mit ihr befasste Herr durchaus mit etwas Spucke nachhelfen, oder er lässt einen Finger in der Scheide nachsehen, ob sich nicht vielleicht dort etwas Naturflutschi angesammelt hat. Auch industrielle Gleitmittel sind durchaus keine Schande, im Gegenteil.

Ob die Lady nun goutiert, wenn der Gentleman bei seinen Fingerübungen auch in ihr Inneres vordringt, ist Geschmackssache. Einer ist allerdings häufig zu wenig, um einen Anstieg der Stöhnlautstärke zu verursachen, insbesondere, wenn er nur gerade rein und raus bewegt wird. Spannender sind gemeinsame Reisen mehrerer Finger, die sich auch drehen, abbiegen und kreisen. Sehr gut kommt oft eine „Komm-zu-mir“- Bewegung mit nach oben gerichteten Fingern knapp hinter dem Scheideneingang an (vermutliche Lage des G-Punkts). Alle Finger bzw. die ganze Hand drin zu haben, mögen nur wenige Frauen, und auch die müssen mit geduldiger Vorarbeit eingestimmt werden.

Wenn der Kavalier herausgefunden hat, was der Angebeteten die größte Freude bereitet, sollte er genau das beibehalten und zwar möglichst gleichmäßig. Abrupte Wechsel irritieren den weiblichen Höhenflug, und plötzlich könnte es heißen: Zurück an den Start! Ob sich die Intensität gegen Schluss hin steigern sollte, hängt von der Dame ab. Übrigens: Es gibt einige Beischlafstellungen, in denen der Herr bequem die Intimgegend der Dame erreichen kann: Das steigert wohl beiderseits das Vergnügen.

Den Damen sei noch ans Herz gelegt: Viele Männer betreten Neuland. Woher sollen sie sich in dieser Gegend denn auskennen, sie haben so etwas selbst ja nicht!? Seid also geduldig, liebevoll, unterstützend und vor allem: Zeigt ihnen, was Euch gefällt, entweder durch lautes Stöhnen, Seufzen, Ja! Schreien (je nach Temperament), oder indem ihr ihn an der Hand nehmt und ihn führt…

Viel Vergnügen!

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Männer - Zeitgeist - Lifestyle - Kultur

Monday, 21.05.2012, 16:04 Uhr

Autorenprofil Caroline Klima

Caroline Klima
Caroline Klima lebt als Autorin, Übersetzerin und Lektorin in Wien – Spezialgebiete Geschichte, Psychologie & Comics. Als langjährige Erotik-Kolumnistin im Netz (u. a. „CaroLines“ seit 1999!) heizte sie den WIENER-Lesern mit ihrer KlimaZone zunächst auf dem Papier ein - und nun auf wiener-online.at.

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