Starr Kult
Zehn Tage nach seinem 71. Geburtstag kommt Beatles-Drummer Ringo Starr erstmals nach Wien. Um in der Arena mit seiner All Starr Band zu spielen und in der Galerie Fine Arts in der Innenstadt eine Ausstellung seiner Bilder zu eröffnen.
Es sind farbenprächtige Bilder, die Ringo Starr seit Jahren am Computer malt. Sie zeigen Menschen, die alles andere als perfekt sind. Zeigen Menschen mit windschiefen Gesichtern, ausgeprägten Nasen und müdem Blick. Und es sind Bilder voll Humor, voll bescheidener Selbstironie; Werke, die aufgeblasene Wichtigkeit vermeiden, nicht aber eine gewisse Ernsthaftigkeit – Ringo Starr eben.
Vor einigen Jahren erst ist der legendäre Beatles-Drummer mit seinen künstlerischen Arbeiten an die Öffentlichkeit gegangen, wurde damals von den Kritikern durchaus wohlwollend zur Kenntnis genommen. „Belächelt wird er mit Sicherheit nicht“, sagt Gerald Hartinger, der in der Wiener Innenstadt die Galerie Fine Arts führt. Er zeigt ab 17. Juli, erstmals in Europa, Starrs Computer-Malereien.
Ringos „Yer Baby“
Rund 30 bis 40 Arbeiten werden zu sehen sein, einige befinden sich bereits in der Galerie, etwa ein Porträt von Starr-Sohn Zak oder ein 110 x 136 großes, im wahrsten Sinne des Wortes augenzwinkerndes Selbstporträt mit dem Schriftzug „YER BABY“ – „das ist seine liebste Begrüßungsformel“, sagt Hartinger. Für die Ausstellung hat Starr auch neue Werke geschaffen – einen weißen Stern auf schwarzem Grund, ein in allen Farben schillerndes Peace-Zeichen. Die noch fehlenden Bilder werden in den nächsten Wochen in der Galerie eintreffen.
Dass die Ausstellung tatsächlich zustande kam, freut Gerald Hartinger enorm: „Vor drei Jahren haben wir erstmals darüber gesprochen“, sagt er, „ich bin glücklich, dass es jetzt wirklich klappt.“ Gerald Hartinger handelt seit Jahrzehnten mit Edelsteinen, ist seit dem Jahr 1989 Vorstandsmitglied des Diamantklub Wien und intensivierte auf seinen Geschäftsreisen nach Antwerpen, Tel Aviv und New York seine zweite Leidenschaft, die Beschäftigung mit der Kunst. Seit über zwei Jahrzehnten sammelt er vornehmlich Werke der amerikanischen Pop-Art. Seine Begeisterung für die Arbeiten der Ikonen wie Warhol, Wesselmann, Lichtenstein und Haring wurde durch zahlreiche Museums- und Galeriebesuche in Soho und Chelsea entfacht. Tatsächlich war in Hartingers Jugend sein Bezug zu den USA mindestens so stark wie jener zu seiner Heimat: „Ein wesentlicher Teil meiner Kindheit und Jugend hat in jene Werke Eingang gefunden, die ich jetzt in meiner Galerie Fine Arts zeige – Steve Kaufmans James Dean beispielsweise, oder Andy Warhols Mick Jagger, Marilyn Monroe und und und …“
Ansturm wird erwartet
Ringo Starrs Auftritt in der Wiener Galerie dürfte ein massives Besucher-Interesse auslösen. Wie lange die Legende bleiben wird, steht derzeit noch nicht fest: „Das kommt auch sicher darauf an, wie gut er drauf ist. Außerdem darf man nicht vergessen, dass er am selben Tag auch noch ein Konzert spielt“, sagt Hartinger. Wer sich für einen echten Ringo interessiert, muss übrigens nicht allzu tief in die Tasche greifen – ab rund 3.000 Euro ist man dabei. Und tut damit auch noch Gutes. Der gesamte Erlös geht an die Lotus Foundation, die bedürftige Frauen und Kinder unterstützt.
ÜBER UMWEGE ZUR KUNST. Mag. Gerald Hartinger, Jahrgang 1956, wuchs in der Steiermark auf. An der Wirtschaftsuniversität Wien studierte er Handelswissenschaften. Nach ausgedehnten Asien-Reisen gründete er eine Firma, die sich mit dem Im- und Export von Edelsteinen, im Speziellen von Rubinen und Saphiren, beschäftigte – ein Geschäftsmodell, das er wenige Jahre später um Smaragde und Diamanten erweiterte: „Ich konnte eine starke internatinale Klientel (Cartier, Tiffany, Anm.) gewinnen.“ Aus seinen Geschäftsreisen entdeckte Hartinger die Pop-Art. 2006 machte er sein Hobby zu seinem zweiten Standbein und eröffnete in der Seilergasse 9 die Galerie Fine Arts. Jetzt folgt der nächste Schritt: In der Seilergasse 3 entsteht „G.Pop“, Galerie und Shop in einem. www.harts.at








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