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Six Pack mit Hirn

Das berühmteste Waschbrett der Welt im exklusiven WIENER-Talk. Über eine Gesellschaft ohne Limits, Spaßbremsen in der Hotelbar und stinknormale Sehnsucht nach Frau und Kindern.

Drei Bier hat er schon intus, als wir es uns in seiner Suite im Berliner Hotel De Rome gemütlich machen. Wir sollen reden über seinen Film „Der Mandant“ (Filmstart: 24.6.), ihn gelüstet es augenscheinlich danach, ordentlich einen draufzumachen: „Wenn ich Gas gebe, dann richtig“, sagt Matthew McConaughey (41).

Wir würden auch gern, haben aber ein bisserl Bammel. Denn der Sohn eines texanischen Ölarbeiters und einer Aushilfslehrerin, dessen Namen selbst so manche Filmkritiker bis heute nicht unfallfrei aussprechen können, feiert gern, bis sich die Balken biegen – oder die Polizei kommt.

Legendär ist der Fauxpas, der sich einst vor seinem Haus in Austin, Texas, zutrug. Nachbarn hatten Alarm geschlagen, dass ein Verrückter mit Bongo-Trommeln splitterfasernackt im Garten herumtanzt. Die Polizisten erwiesen sich als Spaßbremsen, Matthew wurde wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt und Besitzes von Marihuana angezeigt. Letztlich bekannte er sich schuldig und kam mit gnädigen 50 Euro Bußgeld davon.

Dass er es privat mittlerweile ein bisschen ruhiger angeht, liegt vor allem am brasilianischen Model Camila Alves und seinen beiden Kindern Levi und Vida. Auf der Leinwand ist das vom People Magazine 2005 zum „Sexiest Man Alive“ gekürte Waschbrett („Ich hab die guten Gene von meinem Papa.“) meist Anwalt („Ich hab selbst Jus studiert, dann aber abgebrochen.“) oder Womenizer („Ich bin lustig – und das macht erst richtig sexy.“) Oder beides.

In „Der Mandant“ spielt er einen Winkeladvokaten, der es mit der Moral nicht so genau nimmt. Moral, sagt Matthew, ist freilich wichtig – um sich richtig gehen lassen zu können.

Warum glauben Sie, könnten Männer neidisch auf Sie zu sein?

Wer ist neidisch? Ich mag das Wort Neid nicht besonders. Sagen wir so: Ich freue mich, wenn ich andere auf gute Ideen bringe. Aber im Grunde versuchen wir doch ohnehin nur unser ganzes Leben, uns selbst zu finden. Und zu probieren, so zu sein wie andere, macht da so und so keinen Sinn.

Was bedeutet Glück für Sie?

Glück ist ohnehin ein so großes Wort. Ich habe irgendwann bei mir selbst Inventur gemacht. Seither weiß ich, dass es nicht darum geht, der glücklichste Mensch auf der Welt zu werden. Heute bin ich glücklich, wenn ich etwas habe, worauf ich mich freuen kann.

Worauf freuen Sie sich jetzt gerade?

Ehrlich, im Moment freue ich mich darauf, mit vielen Menschen über meinen neuen Film zu reden. Auf den bin ich nämlich wirklich stolz. Und natürlich freue ich mich auf meine Familie. Ich bin ja derzeit zwecks Promo viel unterwegs und kann es gar nicht mehr erwarten, wieder zuhause zu sein, bei meiner Frau und meinen zwei Kids.

Es gibt ein Thema bei Ihnen, worüber immer wieder geschrieben wird…

Sagen Sie bloß nicht, Sie wollen über meinen Sixpack reden…

Nervt Sie das?

Nein, das ist schon okay.

Im neuen Film treten Sie einmal nur im Tanktop auf. Stimmt es, dass es eine Klausel in Ihrem Vertrag gibt, wonach in jeden Ihrer Filme eine Szene mit nacktem Oberkörper eingebaut werden muss?

Niemals, das ist ein Scherz. Aber ich habe nichts dagegen, meinen Körper zu zeigen. Ich hab Gott und meinem lieben Papa sei Dank gute Gene. Und ich liebe Sport, ich surfe und laufe sehr viel. Aber unter uns: Es gibt auch Tage, an denen ich keinen Sixpack habe.

Sie spielen einen Anwalt, der zunächst ohne moralische Bedenken handelt. Was ist wichtiger: Moral oder Gesetze?

Wir Menschen brauchen die Moral, um uns auch ein bisschen gehen zu lassen. Ich glaube, der Menscheit liegen gute Werte zugrunde. Aber wir schummeln uns auch immer wieder gerne durch, so kann sich auch schlechte Moral manchmal auszahlen. Und natürlich brauchen wir Gesetze. Ich halte nichts von Anarchie.

Sind die Gesetze gerade in den USA nicht oft zu restriktiv?

Was einzelne Fälle betrifft, ja. Die Staaten sind sehr gut darin, sich gegenseitig zu überwachen. Und gleichzeitig bietet dir die Gesellschaft dort alle Möglichkeiten, dich frei zu entfalten und hoch hinaus zu kommen. Ich sage nicht, dass unser System das Beste ist. Aber aus meiner Sicht haben wir die besten Möglichkeiten der Welt, weil wir eine Gesellschaft ohne Limits sind.

Wann haben Sie das letzte Mal Unrecht empfunden?

Letzte Nacht. Als die Leute im Hotel die Bar dicht gemacht haben.

Die vollständie Version unseres Interviews mit Matthew McConaughey finden Sie im Juli-WIENER.

Matthew McConaughey. Er brach sein Jus-Studium ab, spielte in kleinen Werbespots, ehe er 1996 mit der Verfilmung von John Grishams „Die Jury“ in den Hollywood-Olymp aufstieg. 2006 wurde er mit dem People’s Choice Award als bester Action-star ausgezeichnet. Matthew war 5 Jahre mit Sandra Bullock liiert, seit 2005 lebt er mit Model Camila Alves und seinen Kindern Levi (2) und Vida (1) in Texas.
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