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Showdown in Purbach

Leithaberg DAC: Burgenlands neue Herkunftsbezeichnung hat unklare Ränder, der Wein aber kann es durchaus.

Mit einem zweitägigen Fest promoteten Winzer und Gastronomen die “Leithaberg DAC”-Weine. Von den 14 Betrieben der Anfangszeit breitete sich die Idee auf so gut wie das ganze Weinbaugebiet Neusiedler See-Hügelland aus. Allerdings zeigen die eigenen Promo-Materialien, dass da ein Loch in der Landkarte klafft: Rust blieb draußen. Nun, dafür ist Zagersdorf dabei (mit dem famosen Fredi Welkovits, der neben seinem Taranis nun auch einen Leithaberg rot führt). Und bei der DAC-Präsentation bei Max Stiegl im Gut Purbach tauchte gar ein Golser auf.

Hans “John” Nittnaus (siehe links) hat nämlich auch Rieden am Leithaberg und kredenzte daher seine Interpretation des Gebietes. “Kalk und Chardonnay passen zusammen”, verweist Nittnaus auf Burgund, während er seinen Chardonnay vom Joiser Kalkstein einschenkt.

Und tatsächlich scheint bei dieser Sorte das Konzept am besten aufzugehen. Thomas Schwarz vom Kloster am Spitz liefert mit dem 2009er Muschelkalk eine filigrane Interpretation der Sorte, die deutlich mineralisch angehaucht ist. Aber auch der Chardonnay von Birgit Braunstein, gänzlich anders und viel saftiger (gelbe Früchte), zeigt im Finish die würzige steinerne Handschrift.

Im Gegensatz zu der Sortencharakteristik anderer DAC-Gebiete [Weinviertel DAC=Veltliner, Mittelburgenland=Blaufränkisch] herrscht hier rot und weiß gemischt und das mit vielen Sorten: Leithaberg DAC darf nicht nur am Chardonnay oder Veltliner stehen, sondern auch am St. Laurent, nur “typisch” muss er halt sein. Lassen wir bei Seite, dass das den Konsumenten etwas verwirrt und denken wir uns, alle sind WIENER-Blog-Leser und somit Auskenner.

Nicht fehlen in der Hochburg der Innereien-Küche durfte der Mann, der den schmucken Gutsumbau ermöglichte: Dr. Hans Bichler, der Wirtschaftsanwalt mit eigenem Weinbau. Die kleinen Mengen, die er abfüllt, beeindruckten. Estragon, Kaffee und etwas Wermut stieg bei seinem 2008er DAC aus dem Glas, einem Rotwein, der tatsächlich von Mineralität geprägt ist. Johannisbeere und straffer Stil lassen ihn noch recht jugendlich wirken.

Ebenfalls noch Potential wies der von John Nittnaus mitgebrachte Vergleichswein auf: Der 2004er durfte sich noch nicht DAC nennen, enthielt neben Blaufränkisch auch je 20% Zweigelt und St. Laurent: Ziegelstein, Lakritze und Tabak im Duft, vor allem aber eine feinnervige Art am Gaumen, die noch immer voll Spannkraft war. That’s Leithaberg!

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Monday, 21.05.2012, 15:49 Uhr

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Roland Graf
Mag. Roland Graf weiß als Wein-Kenner und Genussspezialist stets, wo der Bartl den besten Most herholt, welcher Winzer Top-Weine keltert und welche Küche gerade begeistert. Und verrät es regelmäßig im WIENER. (Foto: Bami Hoffmann)

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