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Musik

Roadmovie: Kingsville in Texas

Mit dem Rückenwind des aktuellen Fifties-Boom ging eine Wiener Rock and Roll-Band auf Texas-Tournee. Und spielte zur Primetime mit Bands wie den „Queens of the Stone Age“ um die Wette. Ein Tour-Report.

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Wenn es um die internationale Rezeption heimischer Musik geht, fällt bald und zu Recht der Name Falco. Dessen „Rock me, Amadeus“ war ja keineswegs die erste österreichische Nummer Eins in Amerika (Google hilft, Stichwort: Der dritte Mann), aber der Song bleibt bis heute der erste deutschsprachige Charts-Führer in den USA. Eine Ehre, die den übrigen österreichischen Musikdenkmälern der U-Sparte, oftmals unter dem schimpfwortigen Begriff „Austropop“ zusammengefasst, bislang verwehrt blieb. Andererseits: Warum sollten sich die Amerikaner über Titel wie „Wäust a Herz hast wia a Bergwerk“ oder „Es lebe der Zentralfriedhof“ derart freuen, dass sie sie ihre Hitparaden erklimmen lassen?

Mit Austropop oder Falco hat jener Sound, den die Wiener Rock’n’Roll-Band Kingsville produziert, herzlich wenig zu tun. Die Rede ist von handfestem Rock and Roll, durchsetzt mit Blues-, Country- und Rockabilly-Elementen. Als Orientierungshilfe mag vielleicht eine Mischung aus Chris Isaak und den Straycats weiterhelfen, mit einer gehörigen Portion Originalität obendrauf – vielleicht kommt das Trio deshalb so gut an in den US of A. Im Epizentrum des recht klassisch instrumentierten Bandgebindes (Gesang/Gitarre, Kontrabass, Drums) steht ein gewisser King C. Curtis, eine Ikone der heimischen Rockabilly-Szene, in sämlichen Formationen irgendwann seit 1989 Line Up-mäßig vertreten und längst auch über die Staatsgrenzen bekannt, wenn es um genuinen Gretsch-Sound, sonore Memphis-Tennessee-Stimmlage und den entsprechenden Style geht.

Curtis ist nicht Musiker, er lebt die Musik. Anders als die meisten Vertreter des österreichischen Soundbiotops geht der „King“ im vollen Rocker-Ornat (Tolle, Peckerln, T-Shirt, Converse) zum Billa einkaufen oder auch seine Tochter vom Kindergarten abholen. Stets mit einer festen Portion Wiener Schmäh im Gepäck, die sich bei den regelmäßigen Gigs in den Stammlocations Soulveranda, Reigen oder U4 vortrefflich zwischen Fifties-Bluesrock-Klassiker, Rockabilly-Versionen aktueller Hits und Balladen aus eigener Feder streuen lässt. Sie lässt sich aber auch gut ins US-Amerikanische übersetzen, was jüngst im texanischen Austin zu beweisen war.

Live in Austin

Begonnen hat die Sache mit der Texas-Tour eigentlich schon 2009. King C. Curtis war damals in Austin, um das kurz zuvor in die „Live Music Capital of the World“ emigrierte, heimische Musikerpaar Sabine und Ulrich Ellison zu besuchen. Man kannte sich aus früheren Formationen, Gitarrist Ulrich war gerade drauf und dran, eine respektable Karriere in den Staaten aufzusetzten (die mittlerweile fliegt). Sabine erspielte sich da und dort ihren Lebensunterhalt am Bass und Curtis begleitete beide abwechselnd zu ihren Gigs. Dass er durch seine Optik bald auf eigene Musiker-Skills angesprochen wurde, liegt irgendwie auf der Hand.

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Monday, 21.05.2012, 15:45 Uhr

Autorenprofil Franz J. Sauer

Franz J. Sauer
Der Sauer. Automobilfetischist, Original, Chefredakteur des "Motorradmagazins", Gelegenheitsblogger auf "Zeit im Blog 21".

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