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Kliener Wochenrückblick, 24.6.2011

Die ÖVP könnte von der FIFA lernen, ebenso wie Thomas Gottschalk von Jörg Haider, diagnostiziert Peter Klien. Er selber hat Güssing im Darm. Kein Wunder, dass er sich nach dieser Woche erst einmal erholen muss!

Es war eine harte Woche. Auch (und wieder) für autoritäre Regime. Mit Ausnahme der FIFA. Die funktioniert bestechend gut. Nach heftigen Schmiergeldvorwürfen aus den eigenen Reihen ist dort Jack Warner als Vizepräsident nun endgültig zurück getreten. Er habe die karibischen Funktionäre zwar durchaus nicht mit über einer Million Dollar begünstigt, so seine Erklärung. Vielmehr sei die Enttäuschung über die Anfeindungen zu groß geworden. Prompt zog auch die FIFA alle Vorwürfe wieder zurück. Unschuldsvermutung gegen Rücktritt – ein interessantes Modell. Die ÖVP überlegt schon, es zu übernehmen.

Hart war die Woche auch für Thomas Gottschalk. Der musste wieder arbeiten. Aber es schien ihm zu gefallen. Denn nach gefühlten sieben Rücktritten von „Wetten, dass…“ hat er ein weiteres Mal verlängert. Der Mann empfiehlt sich langsam für die Jörg-Haider-Gedächtnismedaille.

Ansonsten haben wir diese Woche versucht, wie Güssing zu werden. Nun: 3764 Bewohner schaffe ich locker – allein in meinem Darm! Burg müsste ich mir allerdings von meinem Neffen ausborgen; ich hoffe, Playmobil zählt da auch. Denn Arnold Schwarzenegger hat aufgerufen: „Wir sollten alle wie Güssing werden!“ Das sagte der UNIDO-Klimaschützer in der Hofburg. Gemeint war, dass wir uns die positive Energiebilanz von Güssing zum Vorbild machen sollten. Wie ernst er selber seine Worte nahm, bewies er gleich mit dem Privatjet über Österreichs Himmel. Trotzdem schön, dass ihn die Menschen hier ganz offensichtlich mögen – statt  ständig nach der Hauptrolle in „Sperminator 5“ zu fragen!

Lustig hatte es diese Woche auch die Austria. Die feierte ihr hundertjähriges Bestehen mit einem Jubiläumsspiel gegen internationale Stars. Thema Nummer 1: der Versuch des mehrfachen Weltfußballers aus Brasilien, Ronaldo, seine Körpergestalt jener des Spielgerätes anzunähern. Spitzensportler seien gefährdet, nach dem Ende ihrer Karriere die Idealfigur zu verlieren, erklärte Andi Ogris. Der muss es wissen. Hinzuzufügen ist: Dart-Spieler unterliegen dieser Regel nicht. Die sind schon zu aktiven Zeiten dick.

Und: Am Mittwoch lud Rapid zu einer großen Tagung ins Hanappi-Stadion. Thema „Fußball unterm Hakenkreuz“. Überraschend dabei: Es ging um die Vergangenheit.

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Monday, 21.05.2012, 15:37 Uhr

Autorenprofil Peter Klien

Peter Klien
Peter Klien ist zwar in Hollabrunn in Niederösterreich geboren, wuchs aber ab seinem 5. Lebenstag in Wien auf. Die weiteren Stationen eines bewegten Lebens: Schauspieler, Kabarettist, Lektor für altgriechische Philosophie an der Universität Wien, Verwalter wissenschaftlicher Datenbanken im Österreichischen Bibliothekenverbund. Reicht nicht? Eben. Deshalb schreibt er jetzt für wiener-online. (Foto: Bernhard Noll)

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