Kino unter Sternen 2011
Vom 1. bis 24. Juli 2011 wird KINO UNTER STERNEN zum dritten Mal am Karlsplatz Programm für Filmfreundinnnen und Filmfreunde machen, wieder unter freiem Himmel und bei freiem Eintritt. Diesmal widmet sich das Open-Air-Festival dem Thema AUS DEM KOFFER und zeigt Filme über Heimatlose, Vertriebene, Reisende, Verlorene, Ruhelose und Grenzgänger.
Was packt man ein, wenn man sein Land für immer verlässt? Was lässt man zurück? Heimat bezeichnet nicht nur den Ort, an dem man aufgewachsen ist, sondern beschreibt auch Menschen, Sprachen und alle Umstände, die Anteil an der Identität haben.Ob Wirtschaftsflüchtlinge, AsylantInnen, Vertriebene, GastarbeiterInnen, ExilantInnen oder Zurückgekehrte – alle müssen sich dem Verlust des Vertrauten und der Ungewissheit des Zukünftigen stellen.
Aus dem Koffer
Beim Kino unter Sternen beschreibt heuer die Filmreihe “Aus dem Koffer” Schicksale von Menschen, die freiwillig oder unfreiwillig unterwegs sind und beleuchtet das menschliche Dasein und gesellschaftliche Strukturen, die bestimmt sind von Umständen wie Flucht oder Heimatlosigkeit.Die restriktive Zuwanderungspolitik Österreichs der letzten Jahre führte zu einer intensiven Auseinandersetzung im künstlerischen und filmischen Bereich. Österreichische Filme wie Suzie Washington (Florian Flicker) oder Blue Moon (Andrea Dusl) setzen sich auf spannende Weise mit dieser Thematik auseinander. RegisseurInnen, die selbst migrantische Wurzeln haben, bringen autobiografische Erfahrungen in ihre Arbeiten ein, wie Arash T. Riahi in Exile Family Movie oder Goran Rebic in Jugofilm.
Als A1 Publikumsfilm, der schon über eine Internet-Wahl ermittelt wurde, zeigt Kino unter Sternen – auch passend zum Thema – Bock for President (Regie:Houchang & Tom Dariusch Allahyari, A 2009).Aus dem Koffer behandelt neben dem Aspekt der Migration auch Emigration und Vertreibung. In den Dreißigerjahren des letzten Jahrhunderts wurden viele Filmschaffende, vor allem jüdischer Herkunft, heimatlos. Synema, Gesellschaft für Film und Medien, hat sich der Aufarbeitung und Recherche österreichischer ExilantInnen verschrieben. So präsentiert Synema bei Kino unter Sternen “Bon voyage, cinema! von Ozeanriesen, Schiffspassagen und Rettungsbooten.”
Bon voyage, cinema!
Die Filme erzählen vom Aufbruch ins Ungewisse, von Temperamenten, die aufeinander prallen, von Allianzen, die gebildet werden. Auf dem Wasser versammelt sich ein Mikrokosmos der Gesellschaft, eine bunt zusammengewürfelte Schar. Man begleitet Leute auf Reisen, u.a. Lee Marvin, Heinz Rühmann, Curd Jürgens, Humphrey Bogart und Peter Lorre.
Filme:
Passage to Marseille (Michael Curtiz, USA 1944)
Lifeboat (Alfred Hitchcock, USA 1944)
Die Schachnovelle (Gerd Oswald, BRD 1960)
Ship of Fools (Stanley Kramer, USA 1965)
Atlantic Drift (Michel Daeron, A/F 2002)
In Kooperation mit dem Österreichischen Filmmuseum wird ein Special zu Max Steiner präsentiert.
Max Steiner war Anfang des 20. Jhdts. ein so genannter Wirtschaftsflüchtling. Er stammte aus dem zweiten Wiener Gemeindebezirk und wuchs in einer Musiker- und Theaterfamilie auf. Sein Vater Gabor Steiner war Initiator und Bauherr des Wiener Riesenrads. Steiner hatte die lokale Musiktradition mit im Gepäck, als er 1929 in Hollywood anheuerte – und dort als erster die Rolle der Musik im neuen Medium Tonfilm definierte. Sein durchkomponierter Score zu King Kong war der Durchbruch für den klassischen, bis heute praktizierten „Hollywood Sound“. Am berühmtesten ist Max Steiner wohl für seine Musik zu Casablanca und Gone With the Wind.
Filme:
King Kong (Merian C. Cooper / Ernest G. Schoedsack, USA 1933)
The Letter (William Wyler, USA 1940)
Mildred Pierce (Michael Curtiz, USA 1945)
Now Voyager (Irving Rapper, USA 1942)
Passage to Marseille (Michael Curtiz, USA 1944)
Die Max Steiner Tour
Wie schon für Before Sunrise im Rahmen von Kino unter Sternen 2010, wird zum Filmspecial Max Steiner eine „Smartphone Tour“ konzipiert und programmiert.
Die Tour wird wichtige Erinnerungsorte Max Steiners in Wien verbinden (wie zum Beispiel das Geburtshaus in der Praterstraße, das heute ein Hotel ist, das Riesenrad, den Ort des einstigen Karltheaters, etc.). Der Plan und die Informationen zur Tour können auf der Website von Afterimage Productions (www.afterimage.at) downgeloadet werden. Wer mit einem Smartphone unterwegs ist, kann mithilfe von Smartphone-Applications wie Foursquare, Layar etc. am jeweiligen Ort die passenden Informationen zu Max Steiner, Musikbeispiele, Fotos, Geschichten etc. empfangen.
Webtipp & Programm: www.kinountersternen.at
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