Boticelli-Weiber
Wenn ein faules Mädchen mit üppigen Hüften ihren muskelbepackten Ex trifft, dann kann Pandora schon auf Gedanken kommen. Vor allem mit dem Selbstvertrauen, das dir die steirische Eichel einimpft.
Hatten wir mal was miteinander? Schon klar, dieser Satz kommt als Gesprächs-Kickoff nicht unbedingt damenhaft daher. Aber er ist äußerst zielführend und bricht jedes peinliche Schweigen. So geschehen auf der Geburstagssause eines Freundes bei K., einem multi-muskulösen Fitnesstrainer mit goldenem Herzen. Der war mir beim letzten Mal in der Disse schon so bekannt vorgekommen. Mit fortschreitender alkoholbedingter Enthemmung stellte ich ihm also die Frage aller Fragen – und er bejahte. Im Gegensatz zu mir konnte sich K. sogar erinnern, was wir vor über fünfzehn Jahren in der Wohnung meiner Eltern (sorry, Paps) getrieben hatten. Nämlich nichts besonders Erbauliches, K. hatte sich deutlich zu früh gefreut, ich gar nicht.
Vertrautes Gesicht, fremder Penis
Nun, wir waren jung – und: All das ist sowieso von meiner Festplatte gelöscht. Aber dieses Gesicht kam mir gleich bekannt vor, sein Penis war ja bedeckt – und ganz ehrlich, daran hätte ich ihn wahrscheinlich auch nicht erkannt. Ab einem gewissen Alter schauen Schwänze retrospektiv betrachtet alle gleich aus, bis auf die Ausreißer ins sehr Kleine oder Große.
Jedenfalls erzählte ich K., dass ich mich bei unserer zweiten ersten Begegnung noch nicht getraut hatte, mit ihm gemeinsam in Erinnerungen zu schwelgen, da er damals noch mit M. liiert war – und die hat, was mein Verhältnis zu ihren Ex-Männern betrifft (aus nachvollziehbaren Gründen) einen sogenannten Pick auf mich. Aber jetzt – er solo und ich verheiratet – stand einem erbaulichen Forschungstrip ins Vergangene nichts mehr im Wege.
Ich mag ja Ex-Lover lieber als Ex-Freunde. Es ist immer nett und sexy, sie wiederzutreffen, und wenn sie halbwegs ansehnlich sind, kann man auch noch vor versammelter Freundinnen-Meute auf sie deuten und mit stolzen Brüsten sagen : „Schaut, mit dem hatte ich mal was.“ Betritt ein Ex-Freund den Raum, kann es sein, dass ich mich hinter den erwähnten Freundinnen verstecke, um mich in Scham zu übergeben. (Ausnahmen: G. und N., liebe Grüße an dieser Stelle.)
Aber zurück zum knackigen K. Der fand mich scharf und findet mich immer noch scharf, und das wiederum führt mich zu einer merkwürdigen wie auch bemerkenswerten Sexualtheorie. Bodybuilder und Supersportler stehen auf faule Mädchen mit üppigen Hüften. Kein Scheiß. Schlag nach bei Schwarzenegger: Die steirische Eichel hat lange Jahre sein laufbandgetrimmtes, körnerpickendes Eheweib mit der voll-, aber naturbusigen Haushaltshilfe betrogen, die optisch nicht nur mich an Kult-Hure Domenica erinnert – und zwar in ihren späten, schweren Jahren. Und auch sein zweites Gspusi, die Stewardess Tammy, sieht aus wie von Botticelli gezeichnet und nicht von Weight Watchers. Oder Duane „Dog“ Chapmam, der superharte TV-Bountyhunter. Er: Made of Steel. Seine Frau: Made of Marshmellows. Und, wie bereits erwähnt: Auch ich durfte meine soft skills schon öfter an hard bodies ausüben. Fragt mich bitte nicht, warum das so ist. Aber: Ich find’s geil.








Userkommentare