WienWein (4): Yin, Yang und TBA
Mayers Asia-Cuvée oder: Wie man man im 19. Bezirk die Wok-Ehe vollzog
Der Erfolg der asiatischen Küche – g’sund, geht schnell und trendy – hält vieles aus, nur keinen säurelastigen, knackfrischen Wein. Schärfe und die eigenwilligen Aromen wie Ingwer oder Zitronengras verlangen nach gehaltvolleren Begleitern mit Restzucker als Geschmackshintergrund. Bislang lieferte dieses leicht süße Yin zum Yang aus der Küche etwa die Thermenregion mit ihren Rotgipflern oder eine eigenwillige Cuvée wie der TO von Heinz Velich (kongenialer Partner der Küche im leider geschlossenen Jin’s Sinohouse). Weinviertel und Steiermark gingen hingegen selten die Wok-Ehe ein. Jetzt wollte es aber Wien wissen. Während andere Regionen die Thaiküche und ihre Nachbarn ausblenden, widmet ihnen Mayer am Pfarrplatz einen eigenen „Blend“.
Mitgekostet und –gemischt hat am Weingut u. a. Silent Cook Simon Xie Hong. Geworden sind es am Ende fünf Rebsorten, neben Riesling (32%) und Veltliner (30%) mischen noch Weissburgunder (20%), Sauvignon Blanc (10%) und Traminer (5%) mit. Diese Wein-Melange wäre zwar schon recht duftig, doch es fehlte die leichte Süße. Hier kam Trockenbeerenauslese vom Riesling in homöopathischer Dosis von 3% dazu. Im Ergebnis kommen vor allem die burgundischen Düfte und etwas Rosenseife in der Nase durch. Ideal begleitet der Wein den Genuß von Chili, die Abfolge der Eindrücke ist nämlich ähnlich: Anfangs recht rund, dann packt die Säure zu und am Ende puffert die Süße alles ab. Wie auch beim Chili will man gleich mehr – der oder die (?) Asia macht Lust auf den nächsten Schluck.
Bezugsquelle:
Mayer am Pfarrplatz Asia Cuvée – € 12,45 bei Wein & Co oder www.pfarrplatz.at








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