“Jack hat mich inspiriert”
Say hello, wave goodbye – Nach sechs Jahren sagt Johnny Depp seinem längst liebgewordenen Alter ego, Jack Sparrow, adieu. Und spricht im WIENER -Interview über des Piraten Ende, sein Leben in Frankreich und seine Ehrfurcht vor Ober-Stone Keith Richards.
Der Mann ist ein Chamäleon. Und er weiß es: „In jeder Figur, die ich spiele, steckt ein Stück von mir.“ Beim letzten Treffen mit Johnny Depp war es ein gutes Stück von Pirat Jack Sparrow. Die abgelatschten Stiefel, das strähnige Haar, der Hut mit dem Motten-Loch. Diesmal dagegen ist der Depp ein Dandy. Gestreifte Weste mit gepunktetem Tuch in der Brusttasche, schwarze Designer-Brille, leicht gegelte Kurzhaar-Frisur. Die Frage drängt sich auf: Zeigt der Look Sinn für Mode oder zeugt er von Rollen-Methode? Letzteres. In Johnny steckt ein Stück von dem geschniegelten Vampir Barnabas Collins, als der er im Horror-Film „Dark Shadows“ Frauen-Hälse (und -Herzen) bluten lässt.
Von seiner jüngsten (und vierten) „Pirates of the Caribbean“-Folge ist noch eine gesunde Rest-Bräune zu sehen. Die nocturne Blässe muss ihm aufgepudert werden. Und die Tattoos auf Armen und Oberkörper überschminkt.
Angefangen hat er schon mit der Haut-Stichelei, als es noch als krass galt und nicht als cool. „Mit 17 habe ich mir einen Indianer-Häuptling auf den Oberarm stechen lassen. Ein Tattoo galt damals noch in Hollywood als großes Tabu.“ Und so ging es weiter. Johnny hebt den rechten Unterarm „Hier ist mein Großvater …“, dann den linken „… und hier meine Großmutter“. Sohn Jack ist unter dem rechten Ellenbogen verewigt, Tochter Lily-Rose über dem Herzen. Was der Schädel mit den gekreuzten Knochen auf der Innenseite seines rechten Oberarms bedeutet, braucht der Kult-Pirat nicht zu erklären. Das von einem Herz umschlossene „Betty Sue“ auf dem linken Bizeps dagegen schon. Anders als bei „Wino Forever“ auf der gegenüberliegenden Seite – Winona (Ryder) wurde zum US-Slang für „Saufbruder“ verkürzt – verbirgt sich dahinter keine Ex-Liebe: „Dieses Tattoo ist meiner Mutter gewidmet.“
Aus Dankbarkeit, dass sie dem „Leck mich“-Rebellen half, zum „Lieb mich“- Softie zu mutieren? Nicht ganz. Diese Ehre gebührt seiner Lebensgefährtin Vanessa Paradis: „Ich musste nur erst das richtige Mädel treffen, sie schwängern und neun Monate auf mein Kind warten. Als meine Tochter Lily-Rose auf die Welt kam, war mein neues Ich geboren.“
Was brauchte das alte Ich?
Genau das, was Vanessa mir gibt. Sie versteht mich und nimmt mich so, wie ich bin. Außerdem redet sie niemals über Arbeit mit mir. Wir sind die besten Freunde und unglaublich in einander verliebt.
Wie muss man sich das vorstellen, auf der einen Seite ein zurückgezogenes Leben führen zu wollen und auf der anderen den Zirkus mitmachen zu müssen, der mit jedem neuen Film auf Tour geht?
Das muss man sorgfältig trennen können. Inzwischen habe ich das gelernt. Aber früher …
…wollten Sie sich am liebsten verkriechen.
Genau. Als ich zum ersten Mal in Cannes war, ist das im Wortsinne passiert. Ich habe mein Zimmer im Hotel Gray d’Albion nicht verlassen. Überall Paparazzi. Das Filmfestival spielte sich bei mir auf 35 Quadratmeter ab. Mit Room Service.
Das ist der Fluch des Glamours, um den die Fans ihre Stars beneiden.
Weil sie noch nie am Set gewesen sind. Filme drehen ist eigentlich sehr langweilig. Es dauert oft Stunden, bis eine zweiminütige Szene im Kasten ist. Schauspielerei besteht eigentlich nur aus Warten und Kaffee trinken – damit man nicht zu müde wirkt, wenn man dann endlich dran ist.
Ihre Tochter Lily-Rose ist 11 und Ihr Sohn Jack 8. Verstehen sie, was ihr Vater für einen Job hat?
Verstehen tun sie es schon, aber besonders beeindruckt sind sie nicht. Für sie ist es völlig normal, dass ihr Vater so tut, als sei er jemand anders.
Weiterlesen? Die ungekürzte Version des Interviews finden Sie im aktuellen WIENER (Nr.357 / Juni 2011).







äh – wieso spricht die ganze Filmwelt davon , daß es mindestens noch 2 weitere Teile geben wird mit Johnny Depp??? Ihr schreibt er hört mit Jack Sparrow nach Teil 4 auf???