Haute Cuisine, politisch korrekt
Nein zum Thunfisch, ja zur Artischocke aus Wien: Silvio Nickol, der Starkoch vom Wörthersee, kocht im neuen Gourmet-Restaurant im Palais Coburg auf.
Da möchte noch einer sagen, Wien sei keine Weltstadt. Neben dem „Steirereck“ im Stadtpark und dem „Le Loft“ im Sofitel ist Wien dank des neuen „Gourmet-Restaurants“ im Palais Coburg seit 5. April um einen lukullischen Tempel reicher. Aufkochen wird der deutsche Starkoch Silvio Nickol. Der 36-Jährige kochte zuletzt in „Schlosshotel Velden“ und heimste dafür zwei Michelin Sterne ein. Wie sieht er die Konkurrenz? „Jeder weiß, dass die Spitzengastronomie in Wien nicht breit vertreten ist. Das Publikum will Abwechslung.“ Dafür sorgt auch ein cooles Restaurant-Konzept: Die Gäste können via Bildschirme die Küchenmannschaft beobachten.
Fische aus Österreich
Im Interview mit dem WIENER gibt der gebürtige Sachse die Küchenlinie vor: „Natürlich will ich Gerichte kreieren, mit denen sich der Österreicher identifizieren kann. Aber die Gäste, die zu uns kommen, wollen Gerichte aus der ganzen Welt.“
Wird also auch einmal ein asiatisch angehauchtes Thunfisch-Steak auf den Teller kommen? Nein. Nickol will auf ‚böse‘ Produkte verzichten – das erscheint in Wien schon fast ein wenig mutig: „Ich verwende schon seit drei Jahren keinen Thun mehr. Die Meere sind überfischt, ich nehme lieber Fische aus heimischen Seen.“ Ebenso bei Produkten, die sonst aus südlicher Ferne kommen, setzt er auf heimische Lieferanten: Die Artischocken sind echte Wiener.
Palais Coburg
Glas, Holz, Leder und zwei Flatscreens. Seit 5. April stürmen Gourmets und Restaurantkritiker das neue Restaurant im Palais Coburg in der Wiener I nnenstadt. Sternekoch: Silvio Nickol. (Coburgbastei 4, 1010 Wien, Dienstag bis Samstag, 18:00 bis 22:00). www.coburg.at








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