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Music Monday: Fräulein Sting

Der WIENER traf Coco Sumner zum Gespräch und sprach mit ihr über Ruhm, Kommerz und die Tücke, eine berühmte Tochter zu sein.

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Sie ist eine Vollblutmusikerin, soviel ist sicher. Für ihr Debut-Album spielte Stings Tochter alle Instrumente selbst ein. Ihre Stimme erinnert stark an die des Herrn Papa, obwohl die beiden musikalisch nicht viel Ähnlichkeit haben. Ihr Mentor kommt aus einer ganz anderen Ecke: es handelt sich um die schwedische Dance-Popqueen Robyn, die “The Constant” produziert hat. “Sie ist mein Wingman, sie ist die Person, die ich anrufe, wenn’s mal Trouble gibt.”

Auf die Frage, wie sie ihren Stil beschreiben würde, erwidert sie etwas geknickt: “Bei diesem Album war ich musikalisch verwirrt. Das Label wollte etwas Kommerzielles, doch ich mag es nicht, wenn mir Leute sagen, was ich zu tun habe, speziell, wenn es um Musik geht. Ich war gerade am Ende meiner Teenager-Zeit in der man ja ständig seine Meinung ändert. Zu viele Ideen wurden in meinen Pott geworfen und es war schwierig, eine Linie zu finden.”

Würde Coco das Album als komerziell bezeichnen? “Nein, ich nenne es Dark Pop, weil die Songs aus einem dunklem Platz voller Schuldgefühle in mir kommen, aber die Musik selbst hoffnungsvoll und aufregend ist.”

Diese Ehrlichkeit und emotionale Nacktheit steht im Gegensatz zur momentanen Celebritykultur, mit ihren Lady Gagas und It-Girls, die für nichts berühmt sind. “Ich glaube, dass Ruhm sich selbst abgewertet hat. Früher wurde man bekannt, weil Leute viel Respekt für einen hatten, weil man etwas erreicht hatte. Heute wird man für Lächerlichkeiten oder Bösheiten berühmt.”

Bis jetzt hat Coco es geschafft, sich erfolgreich aus der britischen Yellowpress rauszuhalten. “Die geben einen Scheiß auf das, was ich tue, ich wüsste auch nicht, warum es anders sein sollte. Die bekommen einen nur, wenn man das will. Da müsste man wohl ein Sex-Tape veröffentlichen.”

Trotzdem lässt sich nicht von der Hand weisen, dass Coco als Tochter berühmter Eltern durchaus von Interesse ist. “Ich hänge nicht in stylischen Clubs herum und umgebe mich so wenig wie möglich mit Leuten, die ich nicht kenne. Ich mag die sowieso nicht.”

Dass man sich nur für sie interessieren könnte, weil sie Stings Tochter ist, erschreckt Coco nicht. Im Gegenteil: Sie sieht es als Last. “Ich habe ein sehr gutes Gespür für Leute, kann sie gut lesen und vertraue wenigen. Ich kann also diejenigen aussortieren, die nur an mir kleben, weil ich Sumner heiße.”

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Coco Sumner verrät ihre aktuellen Lieblingslieder

Weiterlesen« 1 2»

Eliot Paulina Sumner ist die Tochter von Musikerlegende Gordon Sumner alias Sting und der Schauspielerin Trudie Styler. Sie wurde 1990 in Italien geboren und wuchs in England auf. Mit 15 fing sie an, Songs zu schreiben und spielte diese in Reggae- und Punkbands. "The Constant" wurde von Kritikern mit sehr gemischten Meinungen rezensiert. www.iblamecoco.co.uk
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Monday, 20.05.2013, 19:14 Uhr

Autorenprofil Sandra Keplinger

Sandra Keplinger
Sandra Keplinger, geboren 1983 in Wien, schloss 2006 die Graphische (Abt. Fotografie) ab, und arbeitet seit Jänner 2008 nach einem Aufenthalt in London für den WIENER. Seit zwei Jahren ist sie Fotochefin und Musikredakteurin.

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