Editorial, Mai 2011
Alles Gute, George!
Lassen Sie mich diesen WIENER mit einem Ausruf des großen Bob Dylan eröffnen: „Come gather round people wherever you roam …“
Also, wo immer Sie sich auch sonst herumtreiben, hier sind Sie richtig, genau richtig, erlaube ich mir, einem Jahrmarktschreier gleich, zu rufen. Deutlich zurückhaltender, natürlich, aber doch dasselbe Ziel verfolgend. Es gilt, Ihnen dieses Heft, in das wir – wie immer – viel Herzblut investiert haben, ans, ja, ans Herz zu legen.
Wir haben für Sie „Die Akte Tatort“ angelegt, haben versucht herauszufinden, warum sich seit Jahrzehnten jeden Sonntag eine treue Fan-Gemeinde zu Hunderttausenden (allein in Österreich) vor dem Fernseher versammelt und Quoten möglich macht, die an Zeiten erinnern, als wir bestenfalls zwischen ORF 1 und ORF 2 wählen konnten. Adele Neuhauser, neue Ermittlerin an der Seite von Harald Krassnitzer meint: „Wir hanteln uns von Tatort zu Tatort und bringen immer neue Tabu-Geschichten.“ Und Krassnitzer sagt: „Außerdem ist die Reihe immer am Zahn der Zeit.“
Apropos Zahn der Zeit: Der nagt auch am schönsten Mann der Welt. George Clooney trägt’s aber – man möchte fast sagen, wie gewohnt – mit absoluter Gelassenheit. Im exklusiven WIENER-Interview, geführt anlässlich seines bevorstehenden 50. Geburtstages, spricht er ganz und gar unverblümt übers Älterwerden. Die entscheidende Erkenntis: „Besser als tot zu sein.“
Da hat er natürlich Recht. Weshalb wir uns, Frühlingsgefühle verspürend (und aufs Allerschönste lebendig), ins freundliche Burgenland verfügt haben, um festzuhalten, was der Mann von Welt dieser Tage trägt, wenn er beschließt, der Stadt für ein paar Stunden Adieu zu sagen.
Ja, das war ein langer Satz.
Allen, die ihn geschafft haben, ohne eine Pause einzulegen, sei gratuliert. Gratulieren wollen wir mit dieser Ausgabe übrigens Herrn Bob Dylan, der demnächst seinen 70. Geburtstag feiert. Der WIENER ehrt in auf ganz besondere Art und Weise. Insgesamt 70 wunderbare Song-Zeilen haben wir über das ganze Heft verteilt, erkennbar sind sie an dem kleinen Bob mit der schwarzen Wayfarer.
Weißraum ist im Magazin-Journalismus ein wichtiges Gestaltungselement. Ganz besonders viel davon finden Sie auf Seite 47. War notwendig, um ein klares Zeichen zu setzen. In diesem Fall hoffen wir, dass Bob Dylan recht behält, Sie erinnern sich: „The times they are a-changin …“
Good Vibrations!
Wolfgang Wieser, Chefredakteur


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