Vom Glück der Perfektion
Sie waren die erfolgreichste britische Band des letzten Jahres und sie modeln selten. Für den WIENER nahmen sich die HURTS Zeit und zeigen die Trends der kommenden Saison. Wir trafen die Band in Estland.
Es hat minus 10° Celsius, als wir in Tallinn unsere sieben Sachen – um genau zu sein die besten Teile der kommenden Spring/Summer Kollektionen auspacken und uns für ein Shoot der ganz besonderen Art vorbereiten. Die Auflagen sind streng: Wenn die Hurts modeln (zuletzt für die italienische Vogue), muss alles seine Richtigkeit haben. Bunt gibt’s gar nicht, Klassisches und Stilvolles ist Pflicht. An rote Shorts, wie sie sich unser Modechef gewünscht hatte, war nicht zu denken. Hätte Designerin Eva Poleschinski dieses It-Teil der Saison aus ihrem Koffer gezogen, wären wir wohl in hohem Bogen aus der Präsidentensuite geflogen. Zu wichtig ist der Band ihr Stil und das Image, das damit einhergeht. Vielleicht macht genau das die Hurts zum perfekten Vorbild für Männer.
Aussehen ist extrem wichtig
Adam erscheint als erster überpünktlich am Set. „Lass mich ausgeschlafen aussehen“, sagt er zur Visagistin und lässt sich in den Ledersessel fallen. Skeptisch wirft er einen Seitenblick auf die Kleidung, die er am heutigen Tag für das Shoot tragen soll. „Unser Erscheinungsbild hat den gleichen Stellenwert wie die Musik, für die die HURTS stehen.“ Schnell wird klar, dass Eva hier kein leichter Job als Stylistin erwartet. Auch Sänger Theo möchte alle Outfits vorher sehen, nimmt die Sache aber gelassen und meint mit einem Augenzwinkern zu Eva: „Normalerweise trage ich keine Farben. Aber wenn du sagst, dass es gut aussieht, wird’s schon stimmen“, und schmeißt sich in die senfgelbe Lederjacke. „Wow, das Material ist großartig, das Teil sieht besser aus als ich dachte!“ Trotz der knappen Zeit, die wir vom Management zur Verfügung gestellt bekommen haben, läuft das Shoot wie am Schnürchen. Der Zeitplan auf Tour hat es in sich: Abends aus dem Flieger steigen, morgens Fotoshoot, anschließend Pressetermine, dann zum Soundcheck für das Konzert am Abend. Nicht einmal Zeit für ein vernünftiges Mittagessen bleibt, und so sind die beiden gezwungen, während des Shoots schnell ein paar Sandwiches zu verdrücken.
HURTS sind eine englische Pop-Band aus Manchester. Sie bestehen aus Vokalist Theo Hutchcraft und Keyborder/ Gitarrist Adam Anderson. Die beiden lernten einander in einem Pub kennen und entdeckten ihre gemeinsame Leidenschaft für dramatischen Pop. Musikalisch erinnern die HURTS stark an die Sythesizer-Sounds der 80er, mit denen Bands wie Depeche Mode oder Tears For Fears erfolgreich wurden. Ihre Single „Wonderful Life“ stürmte im vergangen Jahr weltweit die Charts, das aktuelle Album „Happiness“ ist ebenfalls ein Dauerbrenner.







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