Suite No. 231
Wer eine Diva begehrt, darf sich nicht wundern, wenn mit einem Mal göttliche Funken sprühen. Ursula Strauss ist für den WIENER im Hotel Imperial in eine völlig neue Rolle geschlüpft und spricht im Interview über Ikonen und Nacktfotos, enttäuschende Lieben und die Zukunft von „Schnell ermittelt“.
Wir kennen Ursula Strauss als toughe Komissarin in „Schnell ermittelt“, als lebenslustige Lena in „Mein bester Feind“ oder als preisgekrönte Susanne in „Revanche“. Im WIENER zeigt sie sich von einer völlig neuen Seite – als Diva à la Liz Taylor.
Lesen Sie hier Auszüge aus dem Interview, das Wolfgang Wieser mit der Künstlerin geführt hat – mehr gibt’s im neuen WIENER (Aprilheft 2011).
Hat es Spaß gemacht, die Diva zu geben? Ja, großen. Eigentlich bin ich sehr fotoscheu, aber in die Rolle einer Diva zu schlüpfen, war neu und spannend.
Was macht denn eine Schauspielerin göttlich?
Nur das Auge des Betrachters.
In den jüngsten Kritiken werden Sie geradezu hymnisch gefeiert, als sensationell, als grandios beschrieben – sind Sie auf dem Weg zur Diva?
(lacht herzlich) Nein, nein, nein, nichts gibt einem das Recht, sich selbst so zu bezeichnen, das machen wirklich nur die anderen.
Sie sind ausgebildete Kindergärtnerin, wie wird man da zur Schauspielerin?
Ich wollte immer Schauspielerin werden. Ich habe mich schon im Kindergarten beim Rollenspielen besonders wohl gefühlt, hab’ bei jedem Krippenspiel mitgemacht und Schauspielerinnen wie Audrey Hepburn, Romy Schneider und Liz Taylor verehrt. Vor dem Spiegel habe ich versucht, ihre Mimik nachzuahmen – das war immer meine Welt. Aber mit 14 habe ich mir gedacht, ich komm’ aus Pöchlarn, wie komme ich auf die wahnwitzige Idee, Schauspielerin zu werden. Das ist so weit weg wie der Mars, das ist absurd.
Und wie haben Sie’s trotz aller Absurdität geschafft?
Ich hab’ meinen Wunsch verdrängt. Erst in der dritten Klasse habe ich bemerkt, dass Kindergärtnerin doch nicht mein Beruf ist. Ich war 17 damals und hab’ das auch meinem Freund erzählt. Und der hat gesagt, was willst denn sonst machen? Und ich sag’, eigentlich will ich Schauspielerin werden, ups, plötzlich war’s wieder da, aus dem tiefsten Inneren rausplumpst. Dann hab’ ich während der Matura bei Alexander Hauer [heute Intendant der Melker Sommerspiele, damals Leiter einer Laiengruppe, Anm.] die Lady Macbeth gespielt, dann war ich bei einem Seminar und dann hab’ ich die Aufnahmeprüfung geschafft [für die Schauspielschule am Volkstheater, Anm.]
Wie viel internationalen Erfolg braucht eine Schauspielerin?
Keine Ahnung. Ich habe für mich erkannt, dass es mir als Schauspielerin immer am meisten gebracht hat, inhaltlich zu arbeiten und inhaltlich zu denken. Natürlich ist es toll, bei der Berlinale am roten Teppich zu stehen. Aber man ist fast überfordert, weil man ständig denkt „speichern, speichern, das wird so schnell nicht wieder passieren“.
Stört es Sie, dass von Ihnen Nacktfotos im Internet kursieren?
Das ist mir wurscht, weil ich es nicht für mich zum Thema mache. Ich habe ja eher Angst vorm Internet, ich kann wenig damit anfangen. Mit der Vorstellung von der Vernetzung der ganzen Welt tu’ ich mir schwer, das übersteigt mein Vorstellungsvermögen – bei weitem. Aber wenn’s den Leuten taugt, soll’n s’, das sind ja alles Szenen aus Filmen, hinter denen ich total stehe.
Ursula Strauss, am 25. April 1974 geboren, wurde mit der Krimiserie „Schnell ermittelt“ weit über die Grenzen Österreichs bekannt; feierte aber auch mit engagierten Filmen große Erfolge, zuletzt unter der Regie von Wolfgang Murnberger in „Mein bester Feind“. Ursula Strauss, die 2010 mit der Romy für den beliebtesten Serienstar ausgezeichnet wurde, lebt heute in Wien. Web: www.ursulastrauss.at







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